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Hand in Hand mit der Natur

20. November 2016

Rømø bietet seinen Gästen mehr als nur Einsamkeit vor lauten Städten

Wenn sich 591 Einwohner 129 Quadratkilometer teilen, kann nur schwerlich von dichter Besiedlung gesprochen werden. Viele sind sogar der Meinung, die einsamste Insel in der Nordsee entdeckt zu haben. Gespickt mit komfortabel ausgestatteten Ferienhäusern, wo nahezu jedes mit eigener Sauna und eigenem Whirlpool ausgestattet ist und irgendwo in den Dünen versteckt liegt. Manchmal rauschen die Autos über den Damm auf die Insel Römö, nur um mit den Fähren auf die Insel Sylt zu gelangen, weil hier die Wartezeiten bedeutend geringer sind, als von Niebüll aus. Römö hat schon eine besondere Stellung in der Wertschätzung der Urlauber, die weitgehend aus Deutschland nach Dänemark kommen und sich schon bald als erfolgreiche Pioniere einer Suche nach der Ruhe selbst erklären. Die Insel ist tatsächlich nicht an Beschaulichkeit zu überbieten, weil sich ein paar tausend Gäste schnell auf riesigen Strand verlaufen oder verfahren, denn auf Römö ist es üblich, mit dem Auto bis an der Strand zu fahren, die Kite-Schirme oder –Boards vom Dachgepäckträger oder aus dem Kofferraum zu nehmen und sich dem Meer und seinen Wellen hinzugeben. „Fantastisch“, schwärmt ein Wassersportler, der selbst vor herbstlichen Temperaturen keinen Halt macht.

Aber auch die Thekensportler haben hier ihre Refugien. Da wäre die Möglichkeit, mit der Kochkunst der Gastronomie in Kontakt zu geraten. Natürlich sind Fische und einige andere Meeresbewohner auserkoren, die Teller der Gäste zu füllen, deren Mägen auch, und die Lobpreisungen bei gutem Können nicht verhalten durch die Räume schallen zu lassen. Wer da auf Nummer „sicher“ gehen will, lässt sich in Holms Restaurant in Havneby einen Platz reservieren. Das Haus mit eigener Räucherei bietet zwei Mal wöchentlich ein Fischbüfett und zudem eine ausgedehnte Karte mit Tieren aus dem Wasser als Hauptspeise. Die Dänen halten es allerdings so, dass mittags nur eine Kleinigkeit durch die eigenen Därme geschickt wird, am Abend werden dann die Magenwände strapaziert. Wer allerdings zu spät ins Restaurant kommt, muss unverrichteter Dinge wieder den Heimweg antreten. Die Bürgersteige werden spätestens um 22 Uhr der Beleuchtung überlassen. Ab dann hält sich der Durchschnittsdäne in den eigenen vier Wänden auf, was auch für die Gastronomen gilt. Im Sommer wird die eine oder andere Ausnahme am Wochenende schon mal vorkommen.

Dass auf der Insel das Wandern zwischen den Dünen und an den Stränden ein pures Vergnügen für Freunde der Natur ist, muss nicht näher erläutert werden, das gilt auch für Kinder, die im Sand ihrer Kreativität freien Lauf lassen können oder Drachen vom Wind tragen lassen. Wer näher in die Vergangenheit der Insel eintauchen möchte, findet im Walfang-Museum auf der Insel viele Möglichkeiten. Ein ehemaliger Kommandeurs-Hof hat dafür Verwendung gefunden. Beeindruckt vom Skelett eines Pottwals (1996 an der Küste von Römö gestrandet) oder der Ausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert der Häuser dieser Insel, schlendern die Gäste durch die Vergangenheit. Viele Jahre lebten die Einwohner vom Walfang, was sich besonders im Museum „Kommandörgärden“ verdeutlicht. Sogar ein Zaun aus Walknochen war zu der Zeit in Ermangelung an Holz die Regel. Ein gut erhaltener Abschnitt ist noch heute auf dem Weg zum Museum zu bestaunen.

Kurt Sohnemann

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