Halten Sie es für richtig, dass die DFL sich an den Polizeikosten beteiligen soll?

4. März 2018

Auf den Profifußball können Millionenforderungen für polizeiliche Mehrkosten bei Risikospielen der Bundesliga zukommen.

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bremen billigte im Grundsatz entsprechende Gebührenbescheide des Bundeslandes Bremen an die Deutsche Fußball-Liga (DFL). Die DFL kündigte Revision beim Bundesverwaltungsgericht an. „Der Fußball ist nicht Verursacher von Gewalt, und eine bloße Umverteilung von Kosten führt nicht zur notwendigen Reduzierung der Polizeieinsätze“, sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball. Sein Argument: Öffentliche Sicherheit ist Kernaufgabe des Staates. DFB-Präsident Reinhard Grindel sieht das ähnlich: „Der Fußball ist nicht Störer. Störer sind Gewalttäter, die die Platform des Fußballs ausnutzen. Der Kampf gegen Gewalt darf nicht privatisiert und kommerzialisiert werden, sondern ist Aufgabe der Polizei.“

In dem Streit geht es um die Frage, ob der Profifußball an den Kosten für polizeiliche Mehrkosten bei sogenannten Hochrisikospielen beteiligt werden darf. Bei einigen Begegnungen entstehen angesichts potenzieller Fan-Krawalle erhebliche Mehrkosten für Polizeieinsätze. Die Richterin Ilsemarie Meyer ließ in ihrer Urteilsbegründung keinen Zweifel, dass die Beteiligung an den Kosten rechtmäßig sei. Die DFL sei als Mitveranstalter zu sehen und Bremen dürfe sie deshalb zu den Gebühren heranziehen. Verstöße gegen das Grundgesetz bestünden nicht. „Die Kosten sind zwar erheblich, aber sie entsprechen der erbrachten öffentlichen Leistung“, sagte Ilsemarie Meyer, die die Gewinnorientierung derartiger Großveranstaltungen hervorhob.

Ich würde es nicht für alle Fußballvereine gleich setzen, weil es nur spezielle Mannschaften sind, bei denen es ausartet. Aber die Vereine, die es betrifft, würde ich schon zur Verantwortung ziehen. Das gilt auch für alle anderen Veranstaltungen, auch andere Sportarten, bei denen Polizeipräsenz gefordert ist. Da sind auch die Veranstaltungsorte gefordert. Ich selbst bin kein Fußballfan, aber als Steuerzahler sehe ich es so. Die Randalierer zu kontrollieren, ist nicht einfach, da haben es die Vereine schwer – Tanja Behning aus Walsrode 

Natürlich, es geht alles zu Lasten der Steuerzahler. Das sollen mal lieber die Vereine zahlen, sie haben für Sicherheit zu sorgen. Die Kosten müssen auf die Karten umgelegt werden. Wenn die Fußballspieler etwas weniger verdienen, schadet es auch nichts. Wenn man das mit den Frauenfußball vergleicht, was die Damen da leisten! Und die werden mit einem „Kaffeeservice“ abgespeist. Ich bin kein Fußballfan, aber ich gucke mir alle wichtigen Spiele an. Ich kann die Randalierer nicht verstehen. Von denen gibt es einfach zu viele – Heike Wolk aus Walsrode  

Ich bin der Meinung, dass das gerechtfertigt ist. Die Vereine verdienen eine Unmenge an den Spielen. Da sollten sie auf jeden Fall die Polizeieinsätze mitfinanzieren. Teurer werden müssen die Karten nicht, da die Vereine große Überschüsse haben und Spieler teuer einkaufen können. Die  Kosten der Einsätze sollten nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Ich bin kein Fußballfan, aber die Randale hat nichts mit Sport zu tun. Mich stört, dass die Spieler Millionen verdienen und der Steuerzahler noch für die Sicherheit aufkommen soll – Eddi Thomas, Uetzingen

Natürlich müssen die Vereine zahlen. Sie dürfen diese Leute erst gar nicht ins Stadion lassen. Die Besucher machen zwar Stimmung, aber das es eskaliert, muss nicht sein. Wie kommt es, dass sie alles Mögliche mit ins Stadion schleppen können? Ich kann mich auch nicht wie die Axt im Walde benehmen, wenn ich woanders bin. Die Kosten könnten auf die Spieler umgelegt werden. Sie bringen einfach nicht genug Leistung für das Gehalt, das sie bekommen. Sie haben die Macht ihre Fans anzusprechen und zu sagen: „Benehmt euch!“ – Christian Felgentreu aus Hamburg

Ich bin der Meinung, dass die Kosten nicht auf die Bürger umgelegt werden sollen. Die Vereine sollen sich ruhig an den Kosten der Einsätze beteiligen. Sie verdienen sehr gut. Ich bin kein Fan und gehe auch nicht ins Stadion, aber ich interessiere mich für Fußball, was gerade so läuft. Allgemein sollten die Kosten bei Einsätzen den Verursachern auferlegt werden. Da sind die Vereine gefordert und sollten ihre Fans besser im Griff haben. Kontrollen sind schwierig, man muss einfach an die Vernunft appellieren – Dietmar Buttler aus Visselhövede

Da steht schon längst der Fußball nicht mehr im Vordergrund, wenn man die Randalierer sieht. Für die steht das Randalieren im Vordergrund, das ist ihr Spiel. Daher ist es richtig, dass die Vereine sich an den kompletten Kosten der Polizeieinsätze beteiligen. Das Geld werden die Vereine so oder so wieder reinholen. Die Mitgliedschaft auffälliger Hooligans im Verein sollte kontrolliert werden. Ich bin Fan aller Nord-Mannschaften und kann es nicht verstehen, wenn Leute so ausrasten – Shahid Aziz mit Shahan aus Walsrode

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