Halten Sie eine generelle Maskenpflicht während der Corona-Krise für sinnvoll?

26. April 2020

Mittlerweile setzen im Kampf gegen das Coronavirus alle Bundesländer auf eine Maskenpflicht

Nachdem Thüringen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern bereits in der vergangenen Woche eine Verpflichtung verkündet hatten, folgten in den vergangenen Tagen neben Niedersachsen auch alle weiteren Bundesländer. Damit sind Alltagsmasken oder Schals in allen 16 Länder vorgeschrieben.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten vergangene Woche das Tragen sogenannter Alltagsmasken in Bus und Bahn sowie im Einzelhandel lediglich „dringend empfohlen“. Das Kabinett in Kiel beschloss, am Mittwoch, dass das Tragen einer Mund-Nasen-Abdeckung beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln vom 29. April an zur Pflicht werden soll. Die Menschen hätten eine Woche Zeit, sich entsprechend auszustatten, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Wichtig sei es, dass die wirklichen FFP-Schutzmasken für das medizinische Personal vorgehalten werden.
Während immer mehr Länder zum Eindämmen der Corona-Epidiemie eine Maskenpflicht beim Einkaufen und im ÖPNV einführen, hielten sich Niedersachsen und Bremen zurück. Doch nun ist es amtlich, auch in Hamburg und Niedersachsen gilt die Maskenpflicht im Nahverkehr und im Einzelhandel ab Montag. Die Vorschrift, Mund und Nase mit Stoff zu bedecken, soll die Gefahr minimieren, unbeabsichtigt Mitmenschen mit dem Virus anzustecken. Neben OP-Masken sind auch selbst genähte Stoffmasken oder Schals und Tücher als Schutzbarriere erlaubt.

Ja, eine Maskenpflicht sollte eingeführt werden, weil dadurch andere nicht ansteckt werden und wir diese Corona-Krise so langsam in den Griff kriegen. Masken habe ich zu Hause. Die habe ich mir von meiner Mutter nähen lassen. Wo große Menschenansammlungen sind, wie zum Beispiel beim Einkaufen, trage ich sie. Desinfektionsmittel habe ich grundsätzlich im Auto und wende es nach dem Einkaufen an. Außerdem trage ich Einmal-Handschuhe. Die Menschen werden in puncto Hygiene und Abstand halten umdenken. Das wird sich einbürgern und auch nach der Krise beibehalten werden. Dazu tragen auch die Firmen bei. Ein Maskenschutz macht auf jeden Fall Sinn – Thomas Schreck aus Düshorn

Die Empfehlung fand ich sinnvoll und gut, weil viele Menschen sich noch scheuen, in der Öffentlichkeit eine Maske aufzusetzen. Man hat das Gefühl, man wird komisch angeguckt und die Leute denken, man will sich selbst schützen. Von dem Gedanken muss man wegkommen und hin zum Positiven, dass die Maske dazu dient, andere zu schützen. Je mehr Leute eine Maske tragen, umso mehr wird die Scheu davor genommen. Ich habe schon eine vom Kumpel produzierte Maske. „Smile2protect“ heißt seine ehrenamtliche Aktion. Ich selbst habe auch schon welche für meine Familie und meine Patentante genäht. Ich finde es super cool, dass die Leute kreativer werden und selbst nähen. Man entdeckt viele Modelle. Es wird fröhlich und bunt, zum Beispiel auf Bahnhöfen. Mir fehlt in dieser Zeit die Nähe zu den Freunden. Alle sind auf Distanz. Es ist nicht einfach, aber es wird wohl länger so bleiben – Beeke Dommel aus Hildesheim

Generelle Maskenpflicht muss nicht sein. Beim Einkaufen, wo sich viel Menschen aufhalten, trage ich schon eine Maske, alleine, weil ich meinen Mann nicht gefährden möchte und um andere zu schützen. Dabei spielt es keine allzu große Rolle, was für eine Maske ich trage, Hauptsache sie verdeckt Mund und Nase. Unabhängig von der jetzigen Situation, ist es sehr unangenehm, wenn jemand direkt hinter einem steht und einfach loshustet. Jetzt sind die meisten Menschen vorsichtiger und sicher auch ängstlicher. Eine gesunde Mischung aus Vorsicht und Rücksicht ist gut. Angst ruft jedoch Unsicherheit hervor. In freien Gebieten, wo sich wenige Menschen begegnen, ist keine Maske nötig. Mit der Maske fühle ich mich sehr unwohl, da ich schlecht Luft bekomme und es sehr warm darunter ist. Nach der Pandemie werden die Menschen generell vorsichtiger sein. Man hat gelernt rücksichtsvoller mit seiner und der Gesundheit anderer umzugehen und wird auch zukünftig mehr Abstand halten – Edith Ellebrecht aus Gelsenkirchen-Buer

Ich finde, es sollte eine generelle Maskenpflicht eingeführt werden, weil man dadurch auch andere Menschen schützt. Wenn man eine Rotznase hat, muss man nicht noch andere damit anstecken. Ich trage beim Verkauf und bei der Sortierung von Spargel außerdem Handschuhe. Handschuhe, Desinfektionsmittel und Schutzmasken bekommen wir vom Arbeitgeber gestellt. Alle Arbeiter, die über die Grenze kommen, sind zwei Wochen in Quarantäne, bevor sie zum Spargelstechen aufs Feld gehen. Ich komme aus Frankfurt und musste auch zwei Wochen in Quarantäne, bevor ich hierher durfte. Da ist man nur mit den nächsten Familienmitgliedern zusammen – alle auf Abstand. So sind die Vorschriften, das muss sein und geht nicht anders. Ich habe auch schon selbst genähte Mund- und Nasenmasken von einer Kundin geschenkt bekommen. Das finde ich total lieb – Mareike Grebener aus Kirchwahlingen

Eine Maskenpflicht sollte schon kommen, wenn gewährleistet ist, dass genügend Masken vorhanden und auch frei erhältlich sind. Ich habe schon angefangen, Mund- und Nasenmasken zu nähen, bin aber noch nicht fertig damit. Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, um sich selbst und andere zu schützen und nicht anzustecken. Das Coronavirus kann mutieren und immer wieder mal auftreten. Selbst wenn ein Impfstoff gefunden wird, weiß man nicht, was noch kommt. Die Coronakrise wird nachhaltig im Verhalten der Menschen etwas verändern. Wir waschen öfters die Hände und desinfizieren sie. Doch da geht es schon los, denn Desinfektionsmittel sind zurzeit käuflich nicht mehr zu erwerben. Es wird immer schwieriger, etwas zu erhalten – Birgit und Joachim Klatte aus Düshorn

Wenn das Maskentragen zu Pflicht wird, fände ich es nicht schlimm, wenn im Gegensatz dazu mehr erlaubt werden würde. Wir haben eine Maske zu Hause und nutzen sie oft zum Einkaufen. Wenn es hilft, macht man alles mit. Hundertprozentigen Schutz bietet sie nicht, aber sie schützt andere. Aber auf alle Fälle schadet sie nicht. Die Masken wurden von der Schwester meiner Schwiegertochter genäht. Es wäre nicht schlimm, wenn nach der Coronakrise das Abstand halten und der Spuckschutz in den Geschäften weiterhin bestehen bliebe, weil die Maßnahmen auch vor anderen Krankheitskeimen schützen. Zu Hause und beim Einkaufen haben wir immer Desinfektionsmittel dabei. Daheim werden auch öfters als sonst die Hände gewaschen – Martina Skorka aus Walsrode

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