Halten Sie den neuen Bußgeldkatalog für gerechtfertigt?

3. Mai 2020

Die neue Regeln sind in Kraft getreten

Autofahrer sollen hinsichtlich Geschwindigkeitsübertretungen diszipliniert werden und mehr Rücksicht auf Radfahrer und auch auf Fußgänger nehmen – so lässt sich das Ziel der neuen Verkehrsregeln zusammenfassen. Wer zu schnell fährt oder andere behindert, muss sich auf härtere Strafen gefasst machen.

So wird das Halten auf Fahrradwegen von jetzt an verboten und kostet ab 55 Euro, in schweren Fällen bis 100 Euro mit einem Punkt in Flensburg. Beim Überholen von Zweirädern gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern, außerorts von zwei Metern. Lkw über 3,5 Tonnen müssen innerorts beim Rechtsabbiegen in Schrittgeschwindigkeit fahren, wenn mit Rad- oder Fußverkehr gerechnet werden muss. Das Bußgeld beim Verstoß beträgt 70 Euro und ein Punkt. In Straßen mit Radwegen ist das Parken an Kreuzungen in einem Abstand von acht Metern von den Schnittpunkten verboten. Das unerlaubte Nutzen einer Rettungsgasse wird genauso bestraft, wie keine Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge zu bilden. Es drohen Bußgelder zwischen 200 und 320 Euro sowie ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte.
Innerorts reicht nun eine Geschwindigkeit von 21 Kilometern pro Stunde mehr als erlaubt, um neben der 80-Euro-Buße und einem Punkt einen Monat Fahrverbot zu kassieren. Außerorts gilt das ab 26 km/h. Um das Doppelte teurer wird das zu schnelle Fahren.
Parken auf einem Platz für Schwerbehinderte wird nun mit 55 Euro geahndet. Bußgelder für unerlaubtes Parken an engen oder unübersichtlichen Stellen werden von 15 auf 35 Euro angehoben, wenn andere dadurch behindert werden und kann bis zu 55 Euro kosten. Auch Parken im Halteverbot wird teurer – statt bis zu 15 Euro fallen nun bis zu 25 Euro an.

Ich finde die neuen verschärften Regelungen gut und gerechtfertigt. Es muss wehtun und ins Geld gehen. Nur so geht es. Besonders wichtig finde ich die Regelung des Abstandshaltens zu Fahrradfahrern, weil immer mehr Fahrradwege reduziert wurden. Zum Beispiel gibt es in der Dr.-Schomerus-Straße am Gymnasium keinen Fahrradweg mehr. Die Kinder haben keine Lobby. Ich bin zwei Mal an einem Tag in den neuen Bundesländern geblitzt worden. Das war richtig teuer. Doch ansonsten halte ich mich an die Verkehrsregeln. Der Maßnahmenkatalog ist nicht zu krass – Ulrike von Westernhagen aus Walsrode

Die Erhöhungen sind schon berechtigt. Wenn man sich an die Verkehrsregeln hält, passiert auch nichts. Leider hören wir Menschen erst, wenn es zu spät ist oder die Strafe empfindlich wehtut. Wenn der Führerschein erst mal weg ist, braucht man einen Fahrer. Ich bin in der Regel tiefenentspannt, weil ich mich immer an die Regeln halte. Manchmal erwische ich mich, dass ich mit 55 km/h in den Ort rein fahre. Doch sonst bin ich schon pingelig und noch nie doll erwischt worden. Mich ärgern besonders die Drängler und rücksichtslosen Fahrer auf den Autobahnen. Es ist erschreckend, wie rücksichtslos die Gesellschaft geworden ist. Da muss so mancher erst mal wieder wachgerüttelt werden – Frank Meyer aus Bad Fallingbostel

Wenn sich die Leute nicht an Regeln halten können, bedarf es eben gewisser Kontrollen – in dem Fall um staatliche. Jedes Verhalten passiert innerhalb von Spielregeln. Jeder muss die Konsequenzen tragen, wenn man sich nicht daran hält. Sicherlich, ich finde es auch nicht schön, ein Ticket zu bekommen. Doch dann muss man sich selbst auf die Finger hauen und eingestehen, dass man zu schnell unterwegs war. Es passiert mir nicht oft, aber wenn ich Knöllchen kassiere, dann weil ich zu schnell gefahren bin. Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen und die Spielregeln anerkennen. Die Strafen müssen wehtun. Vor allem gibt es immer Wiederholungstäter, die zum Beispiel mit dem Handy am Steuer unterwegs sind. Die Maßnahmen sind wichtig, um sich und andere zu schützen – Katja Nagler aus Walsrode

Ich finde die neue Regelung schon richtig. Es hat einen Grund, warum es Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt – einfach, um die Menschen zu schützen. Es gibt leider viele, die sich nicht daran halten. Besonders wenn die Temperaturen ansteigen, sind es oft die jüngeren Leute, die mit Freunden im Auto viel zu schnell über die Landstraße rasen. Bei Geschwindigkeitsübertretungen von über 21 km/h droht nun ein Monat Fahrverbot. Das finde ich richtig. Wir haben an unserem Stall einen Fahrradweg. Da parken die Leute auch wie sie wollen. Dann hat man eine schlechte Sicht bei der Ausfahrt, ob Verkehr kommt oder nicht. Die Autofahrer denken oft nicht nach. Bis jetzt bin ich nur einmal in der 30er-Zone in Bomlitz geblitzt worden, wo vorher immer 50 km/h erlaubt war. Sonst versuche ich, mich immer an die Regeln zu halten und weiß, dass ich zehn Minuten eher los muss, wenn ich einen Termin habe. Ich habe auch schon Autofahrer Schlangenlinie fahren sehen, weil sie mit dem Handy beschäftigt waren. Das ist schlimm, besonders wenn Kinder im Auto sind. Oft kommen die Unfallverursacher auch noch heil davon – Jasmin Lau aus Winsen

Der Staat und die Gemeinden müssen auch leben. Ich habe mich noch nicht mit den neuen Regelungen vertraut gemacht. Doch ich halte mich an die Gesetze und die Geschwindigkeitsregeln so gut es geht. Etwas schneller fahren tut jeder mal. Eigentlich waren die Erhöhungen nicht nötig. Die alten Maßnahmen reichten aus. Die Leute haben nicht mehr Geld als sonst, also müssen sie nun korrekt fahren. Wenn einer schneller unterwegs ist, muss er eben auch zahlen und darf sich nicht aufregen. Der neue Bußgeldkatalog ist auch zum Schutz der Radfahrer gedacht. Doch auch die Fahrradfahrer sollen sich an die Regeln halten und nicht auf der Straße fahren, wenn ein Fahrradweg vorhanden ist. Die müssten dann auch zur Kasse gebeten werden – Manfred Reinefeld aus Bomlitz

 

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