Halten Sie den Blitzmarathon an den Straßen für sinnvoll?

19. April 2015

An fast 500 Messstellen hat die Polizei am vergangen Donnerstag, 16. April, für 24 Stunden Blitzer aufgestellt.

Der Blitzmarathon 2015 fand erstmals europaweit statt. Niedersachsen beteiligte sich mit 492 Kontrollpunkten am Blitzer-Marathon. Die Kontrollen an den Messstellen begannen um 6 Uhr und endeten 24 Stunden später am 17. April. Neben den bekannten Blitzer-Standorten wies die Polizei darauf hin, dass auch über die angegebenen Kontrollpunkte hinaus weitere Geschwindigkeitskontrollen in ganz Niedersachsen stattfanden. Das niedersächsische Innenministerium hatte einige Tage vor dem Blitzmarathon die Kontrollpunkte bekannt gegeben.

Der Grund für den Blitzmarathon 2015 ist ernst: Zu hohes Tempo ist immer noch Unfallursache Nummer eins. Insgesamt nahmen 21 europäische Länder teil.  Ziel war es, ein Unrechtsbewusstsein bei den Verkehrsteilnehmern zu erzeugen. Da laut dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius allein die Verkehrssicherheit und nicht etwa zusätzliche finanzielle Einnahmen im Fokus gestanden hätten, wurden die Messstellen in Niedersachsen vorab veröffentlicht. Beim Blitzmarathon im September 2014 erwischte die Polizei bundesweit rund 93 000 Temposünder.  Damals zeigten sich die Polizisten in Osnabrück zufrieden mit dem Ergebnis, insgesamt habe es verhältnismäßig wenig Temposünder gegeben.

Einen ähnlichen Effekt erhofften sich die Verkehrspolizeien in Deutschland und den anderen EU-Mitgliedsländern vom Blitzmarathon 2015. „Der Blitzmarathon in der gesamten EU ist eine Aktion des Verbunds TISPOL“, erklärt Nadine Kluge von der Polizeidirektion Osnabrück. Der 1997 gegründete Verbund TISPOL steht für „Traffic Information System Police“ und ist ein Zusammenschluss von Verkehrspolizeien der Mitgliedsländer der Europäischen Union und hat die Aufgabe, europaweit nationale Aktionen zur Durchsetzung von Verkehrsvorschriften zu koordinieren. Ein erneuter bundesweiter Blitzmarathon sei laut Kluge nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz ohnehin geplant gewesen. ­

Ich bin dafür, dass zu schnelles Fahren Geld kostet und die Leute daran erinnert werden, dass sie sich an die Verkehrsregeln halten sollen. Das kann man nicht oft genug sagen. Denn viele sind mit ihren Gedanken oft woanders oder durchs Handy abgelenkt. Ich stellte mich auf den Blitzmarathon ein. Aber oft sind es die Strecken, die man nicht so kennt, auf denen man eher geblitzt wird. Wir sind auch schon zweimal im Urlaub geblitzt worden. Ich weiß nicht, ob sich der Blitzmarathon finanziell rechnet oder mehr kostet als nützt. Auf alle Fälle sollte weiter kontrolliert werden – Volker Hartwig aus Bad Fallingbostel

Volker-Hartwig

 

Ich denke, der Blitzmarathon erinnert viele Leute daran, dass man generell vorsichtig fahren sollte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es etwas bringt, aber man wird hin und wieder in der Routine fahrlässig. Da nehme ich mich nicht aus. Aber ich wurde seit längerem nicht mehr geblitzt. Wenn, dann kann man keinen anderen dafür verantwortlich machen. Man achtet an den Tagen besonders darauf. Die Ergebnisse werden zeigen, ob solche Maßnahmen sinnvoll sind und ob öfter oder an bestimmten Stellen mehr geblitzt werden sollte – Thomas Eichler aus Walsrode

Thomas-Eichler

Es ist der größte Quatsch den es gibt, weil die Autofahrer an den Tagen bewusst langsam und vorsichtig fahren und auf den Verkehr achten. Danach geben sie wieder Gas. Mir passiert es auch ab und an, wenn auch sehr selten, zum Beispiel im Harz. Da kommt man gar nicht so schnell vom Gas runter und schon ist es passiert. Ärgerlich, aber man muss zahlen. Ich wohne in einer 30er-Zone, da wird oft 50 bis 60 Km/h schnell gefahren. Aber da wird nicht kontrolliert. Sinnvoll wären nicht angekündigte Blitzer – Brigitte Sitterlee und Werner Schmidt aus Walsrode

Brigitte-Sitterlee-u.-Werner-Schmidt

Es kommt darauf an, wo geblitzt wird. An Unfallschwerpunkten oder an Kindergärten und Schulen, da sollte ruhig öfter geblitzt werden. Meistens bekommt man es gar nicht mit, so schnell geht es. Letztes Jahr ist es mir das erste und einzige Mal in 38 Jahren passiert, als ich einen Arzttermin hatte. Da wurde ich vor einem Ortsausgangsschild geblitzt, als ich schon beschleunigte. Das ist Geldschneiderei. Da sollten sie lieber eine Verwarnung aussprechen und notorische Raser zur Kasse bitten – Rita und Holger Kloth aus Ahlden

Rita-u.-Holger-Kloth

Ich fahre immer vorsichtig und vorschriftsmäßig. Aber dennoch bin ich schon mal geblitzt worden. Es ist ärgerlich, aber man zahlt. Blitzmarathons halte ich nicht für sinnvoll, weil dann an den Tagen entsprechend vernünftig gefahren wird. Sie stehen oft an Ecken, wo Geld zu machen ist. Die notorischen Schnellfahrer kann man nicht mit Geld bestrafen, eher durch Führerscheinentzug. An Schulen und Kindergärten stehen oft die Hinweistafeln, die die Geschwindigkeit anzeigen, aber die werden auch oft schon ignoriert. Da sollte besser mal kontrolliert werden – Petra Norden und Nico Fietkau aus Bad Fallingbostel    

Nico-Fietkau-u.-Petra-Norden

Blitzmarathons sind Geldschneiderei, weil meistens die Blitzer dort stehen, wo das meiste Geld zu machen ist und nicht an wirklich sinnvollen Stellen, wie zum Beispiel an Schulen, Kindergärten, Wohngebieten oder gefährlichen Strecken, wo viele Unfälle passieren. Man achtet an den bekannten Tagen auf die Geschwindigkeit, da es um Geld geht und dann ist man wieder abgelenkt. Ärgerlich war besonders, als es mich an der Baustelle auf der Autobahn erwischte, wo ich den Wagen schon ausrollen ließ. Allgemein fährt man 10 Km/h zu schnell. Wenn man Pech hat, wird man erwischt – Ulrich Meyer aus Honerdingen

 

Ulrich-Meyer

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