Halten Sie das Konjunkturhilfe-Paket für sinnvoll?

14. Juni 2020

Vergangene Woche wurde entschieden – nach zähem Ringen einigten sich CDU, CSU und die SPD auf ein umfassendes Konjunkturprogramm, das 130 Milliarden Euro kosten wird.

Durch die gefassten Beschlüsse soll es mehr Geld für Familien und Kommunen geben. Es verspricht aber auch eine Entlastung beim Strompreis und eine Senkung der Mehrwertsteuer. So soll die Wirtschaft nach der Corona-Krise angekurbelt werden.
Infolge der Corona-Krise wird die bisher schwerste Rezession der deutschen Nachkriegsgeschichte erwartet. Union und SPD möchten des Weiteren mehr Geld in Zukunftstechnologien stecken, um den Klimaschutz zu fördern. Mit dem Milliardenpaket sollen Wirtschaft und Konsum der Bürger wieder angekurbelt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem guten Ergebnis. Es gehe darum, die schwerste wirtschaftliche Krise in den Griff zu bekommen. Diese zeige sich unter anderem an den mehr als sieben Millionen Kurzarbeitern.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer lobte das Konjunkturpaket der Koalition als Investition in die Zukunftsfähigkeit, Aufschwung und Optimismus. Möglichst viele Menschen sollten gut durch die Corona-Krise kommen. Zur Deckung der Ausgaben muss der Bund neue Schulden aufnehmen. Finanzminister Scholz sprach von einem Nachtragshaushalt, ohne den Umfang zu nennen. Dies führt laut CSU-Chef Markus Söder keineswegs zu einer Überschuldung des Landes und auch nicht dazu, dass das Land handlungsunfähig oder die nächste Generation überlastet würde. Das Paket habe auch etwas mit Psychologie zu tun, mit Optimismus.

Ich glaube noch nicht daran, dass die Senkung der Mehrwertsteuer bei den Verbrauchern ankommt. Ich denke, wenn die Mehrwertsteuer gesenkt wird, gehen die Preise in den Geschäften erst einmal hoch. Da die Steuereinnahmen an den Staat abgeführt werden, haben die Läden nichts davon. Ich plane jedenfalls keine Anschaffungen. Ebenso bringt die Unterstützung, die Förderung von E-Autos nichts. Eine allgemeine Abwrack-Prämie wäre sinnvoller gewesen. Davon hätten alle profitiert. Ein neues Auto ist für uns eh nicht drin. Wir kommen mit unseren Fahrrädern überall hin, wo wir hin wollen. Investitionen sind nicht geplant. Man weiß einfach nicht, wo die Krise noch hinführt, bis ein geeignetes Gegenmittel gefunden ist. Die Krise schwächt die Wirtschaft enorm – Frank Thormann aus Walsrode

Ich weiß nicht, ob die Senkung des Mehrwertsteuersatzes den Kohl fett macht und der Konjunktur etwas bringt. Die Geschäfte müssen die Senkung der Mehrwertsteuer umsetzen, um den Kaufwillen der Kunden anzuregen. Die Mehrwertsteuersenkung greift nicht sofort und gilt erst ab Juli. Aber ich denke, es wird mit der Wirtschaft aufwärtsgehen, wenn nicht eine zweite Corona-Welle kommt und alles wieder dichtgemacht wird. Die 300 Euro pro Kind hilft den Familien. Ich habe vier Kinder im Alter zwischen 9 und 17 Jahren. Da wird für die Kinder auf jeden Fall etwas gekauft. Sie sind aus den Sachen rausgewachsen und nun stehen Sommersachen an. Außerdem fahren wir in den Urlaub. Da wird auch gelebt. Mit der Lockerung der Auflagen steigt auch wieder die Kauflust – Sabrina Scheffler aus Walsrode

Für Familien mit Kindern ist das Konjunkturpaket auf jeden Fall von Vorteil. Gerade die profitieren davon. Ich betreute jahrelang Kinder, daher weiß ich um deren Not. Sie benötigen immer etwas, egal ob es zum Anziehen oder für die Schule ist. Auch das Material zur Einschulung ist enorm, wird aber zum Teil gar nicht benötigt. Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes kommt gerade kleinen Betrieben zugute. Einige haben erst angefangen, wie sollen die sonst bestehen? Es wäre gut, wenn die Betriebe die Senkung an die Verbraucher weitergeben würden. Aber ich habe es selbst in der Hand. Ich gehe dort einkaufen, wo es am günstigsten ist. Große Anschaffungen plane ich nicht. Viele halten das Geld zusammen, weil man nicht weiß, was noch kommt. Ich würde mir noch nicht einmal eine Hose kaufen, die alte tut es auch noch – Jutta Wendland aus Walsrode

Eigentlich macht keiner der Konjunkturhilfepunkte Sinn. Es ist alles eine einmalige Sache, aber die Krise geht weiter und Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit bleiben. Es wird uns noch richtig umhauen, das ist jetzt erst der Anfang. Es müsste mehr für die kleinen Leute getan werden. Die Unternehmer profitieren vom Konjunkturpaket durch die Senkung der Mehrwertsteuer. Doch das bringt uns nichts, weil die Unternehmer die Steuersenkung nicht weitergeben. Den bisherigen Verlust können sie gar nicht auffangen. Da müssten ganz andere Hilfsmittel her, um die kleineren Betriebe zu unterstützen. Die müssen zusehen, wie sie ihre Leute behalten. Viele sind entmutigt. Es wurde viel versprochen, doch was wird umgesetzt? Mir macht das alles Angst, weil man nicht weiß, wo die Krise noch hinführt. Es hat keiner Geld zum Ausgeben. Große Anschaffungen sind nicht machbar – Brigitte Forshaw aus Bad Fallingbostel

Wir haben drei Kinder und freuen uns über das zusätzliche Kindergeld. Wir werden damit den Kindern etwas Gutes tun. Dadurch, dass der Kindergarten geschlossen war, ist einiges auf der Strecke geblieben. Ich mache zurzeit eine Umschulung und dann eine Ausbildung zum Maler. Gerade Handwerker werden gebraucht. Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes wird bei den Kunden definitiv ankommen. Die Preise sinken, und es wird mehr gekauft. Bei uns stehen zurzeit keine großen Anschaffungen an. Ich warte erst einmal meinen Job ab. Bis dahin halten wir das Geld zusammen. Ich habe keine Bedenken, dass die Wirtschaft weiter leidet. Mit der Lockerung werden wieder viel mehr Leute einkaufen gehen – Nils Vorbeck mit Juna Luo aus Walsrode

Ich habe zum Beispiel ein E-Auto von Tesla. Ein kompletter Umstieg auf E-Autos ist sehr schwer, weil sie einfach noch nicht weit genug fahren. Es werden sich daher nicht mehr Leute entschließen, ein E-Auto zu kaufen. Hochwertige E-Autos sind nicht günstiger und trotz des Konjunkturpakets kommt das Geld nicht an. Die Regelung mit dem Kindergeld finde ich gut. Durch die Coronakrise haben viele Schüler ihren Nebenjob verloren. Warum sollte denen das Geld jetzt nicht zugute kommen. Gerade Kinder und Jugendliche brauchen das Geld, und die würden die Wirtschaft ankurbeln. Firmen konnten Soforthilfen beantragen, das können andere nicht. Bei der Senkung der Mehrwertsteuer muss es eine Win-Win-Situation für Unternehmer und Kunden sein, sonst bringt es nichts – Abbas Fakih aus Visselhövede

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