Hätte es eine Begrenzung der Zuschauerzahl beim EM-Endspiel geben sollen?

11. Juli 2021

Die britische Regierung kündigte trotz steigender Corona-Zahlen an, dass nahezu alle Pandemie-Maßnahmen zum 19. Juli eingestellt werden sollen.

Die Premier League kann wohl wieder mit Fußball-Fans planen. Am vergangenen Dienstag stieg das erste Halbfinale bei der Europameisterschaft. 60.000 Zuschauer durften bei der Partie zwischen Italien und Spanien im Londoner Wembley-Stadion wie auch beim anderen Halbfinale zwischen Dänemark und England vor Ort sein. Auch beim heutigen Endspiel sind die Tore weit geöffnet. Weitere 30.000 Plätze müssen wegen der Corona-Pandemie allerdings noch leer bleiben. Schon bald dürfte diese Begrenzung jedoch kippen.

Wie der britische Premierminister Boris Johnson ankündigte, soll es auf der Insel ab dem 19. Juli keine Zuschauer-Beschränkungen bei Großveranstaltungen mehr geben. Nicht nur die Einschränkungen bei den Zuschauerkapazitäten sollen fallen. Johnson kündigte am Montag das Ende der meisten Pandemie-Maßnahmen an.
So soll etwa auch die Pflicht zum Tragen von Mund-Nasenschutz fallen. Stattdessen wolle die Regierung künftig Empfehlungen herausgeben, in welchen Situationen eine Gesichtsmaske vernünftig sei. Vorstellbar ist also sogar, dass die Fans in den britischen Stadien bald wieder ohne Maske auf der Tribüne sitzen – obwohl die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus derzeit in Großbritannien für steigende Zahlen sorgt.
Während die Lockerungen für das EM-Endspiel für die meisten Experten noch zu früh kommen, ist nach Johnsons Ankündigung bereits klar vorstellbar, dass die neue Premier-League-Saison wieder in ausverkauften Stadien startet. Am 13. August geht es in der englischen Elite-Liga mit dem Spiel zwischen Aufsteiger FC Brentford und dem Londoner Stadtrivalen FC Arsenal wieder los.

Es kommt mir doch sehr leichtsinnig vor. Wir sind auf Abstand getrimmt sowie auf Vorsicht- und Rücksichtnahme, und dort wird alles über Bord geworfen. Uns werden die Hygienemaßnahmen eingetrichtert, dort vernachlässigt. Die Europameisterschaft habe ich nur ein bisschen verfolgt. Ich finde, dass der Fußball bevorzugt behandelt wird. Alles andere wurde eingeschränkt. Die Fußballer wurden in Watte gepackt, speisten in vornehmen Lokalen und wohnten in feudalen Trainingsunterkünften. Die deutschen Fußballer haben nichts geleistet und sich nicht mit Ruhm bekleckert. Sie sind so privilegiert und bekommen zu viel Geld, während Schulen und Kindergärten zurückstecken müssen – Claudia Neuhausen aus Benefeld

Wir sind verhaltene Fußballfreunde und gucken nicht jedes Spiel. Wenn Deutschland im Endspiel gewesen wäre, hätten wir es uns natürlich auch angeschaut. Wir finden es unverantwortlich, so eine Menge Leute ins Stadion zu lassen. Unsere Verwandten durften vor einem halben Jahr nicht nach England einreisen und jetzt werden alle Türen und Tore für den Sport geöffnet. Das ist unverantwortlich. Es geht nur ums Geld. Ohne dem würde sie gar nicht antreten. Schade ist es nicht, dass die Deutschen ausgeschieden sind. Sie brauchten einen Dämpfer. Sie denken, sie sind die Besten. Sie haben es nicht verdient weiterzukommen – Elke und Joachim Jentzsch aus Walsrode

Ich finde es nicht gut, die Stadien zu füllen. Man muss doch noch aufpassen. Es ist alles lockerer geworden, aber wenn es so weitergeht, bekommen wir den nächsten Lockdown mit der Delta-Variante. Das eine Land hat Zuschauer-Beschränkungen, das andere nicht. Es müssen aber alle gleichermaßen aufpassen. Ich selbst kann nicht ins Freibad, nur mit Online-Anmeldung. Vieles ist verboten, und beim Fußball können sie sich alles erlauben. Das ärgert mich. Ich gucke wenig Fußball, aber Welt- und Europameisterschaft schon. Aber jetzt, wo Deutschland raus ist, interessiert es mich nicht mehr. Auch das Endspiel nicht. Es ist schade, dass Deutschland ausgeschieden ist. Aber Löw hätte schon längst gehen müssen – Christa Brendeke aus Walsrode

Boris Johnson spinnt. Das Risiko ist meines Erachtens viel zu hoch. Die Delta-Variante ist noch viel zu unerforscht. Ich werde trotz Impfung weiterhin in öffentlichen Räumen eine Maske tragen, um mich zu schützen. Ich kann mir eine Infektion nicht erlauben, sondern muss aufpassen. Ich kann es verstehen, dass es die Fans in die Stadien zieht und sie in Gesellschaft sein möchten. Ich mache es nicht. Mit Maske jubeln, ist doof. Ich könnte es mir vorstellen, wenn immer ein, zwei Sitzplätze frei blieben. Hier im Restaurant werden auch alle Maßnahmen befolgt. Ich habe zwischendurch mal bei den EM-Spielen reingeguckt, um zu sehen, wie es steht. Dieses Jahr haben wir ganz andere Probleme – Ulli Fritz aus Walsrode

Es ist ein reines Profitdenken der UEFA. Sie wollen Geschäfte machen, da geht es nur ums Geld. Ob Menschen dabei krank werden, interessiert sie nicht. Das Problem ist, die Funktionäre sind bestechlich, denen ist die Gesundheit egal. 10.000 Zuschauer wären auch okay gewesen. Aber das hätte weniger Geld eingebracht. Geld regiert die Welt, besonders im Fußball. Unmöglich, wenn ein Spieler 80 Millionen kostet. Da macht Fußball keinen Spaß mehr. Wir haben die Spiele der Deutschen und der Slowakei geguckt, da ich gebürtige Slowene bin. Der deutschen Mannschaft fehlt es an Spieler, die mitziehen. Sie haben keine Persönlichkeiten mehr. Das Endspiel werden wir uns aber auch angucken – Sabine und William Chmela aus Walsrode

Ich finde es eine große Sauerei, dass sie nicht abwarten können, bis Corona vorbei ist. Wir möchten auch gerne wieder in den Urlaub fahren, aber bleiben der Gesundheit wegen lieber zu Hause. Ich habe im Krankenhaus gesehen, wie schlimm Corona ist. Damit ist nicht zu spaßen! Junge Menschen sollten weiterdenken und nicht ins Stadion gehen. Die Engländer reisen nach Spanien und kommen mit Corona wieder. Das treibt uns in den nächsten Lockdown. Wenn erst die Ferien und die EM vorbei sind, fangen wir wieder von vorne an. Wir verfolgen alle Europameisterschaftsspiele vor dem Fernseher. Die Bundesliga braucht auch mehr Geld, aber die lassen ihre Zuschauer noch nicht wieder rein – Mira Sandler aus Visselhövede

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