Haben Sie Verständnis für die Hamsterkäufe?

25. Oktober 2020

Fast zwei Drittel (64 Prozent) schlossen derartige Hamsterkäufe dagegen ausdrücklich aus.

Einer Umfrage zufolge will sich rund jeder zehnte Verbraucher in Deutschland in den kommenden Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken. Das ergab eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter knapp 6000 Menschen Mitte Oktober. Demnach antworteten neun Prozent der Teilnehmer auf die entsprechende Frage mit „ja“ oder „eher ja“.

Vor allem jüngere Menschen wollen sich der Umfrage zufolge mit mehr Toilettenpapier und Nudeln eindecken: Am häufigsten beantworteten Menschen zwischen 25 und 34 Jahren die Frage mit „ja“ oder „eher ja“ (15 Prozent). Erste Berichte in den sozialen Medien über leere Regale in einzelnen Geschäften hatten in den vergangenen Tagen für Aufsehen gesorgt. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels gab jedoch Entwarnung: „Wir beobachten derzeit keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens der Kunden“, betonte ein Sprecher des Verbandes.
Doch eine gewisse Verunsicherung ist wohl doch wieder da. Aldi Süd räumte ein: „Aktuell verzeichnen wir in unseren Filialen erstmals wieder einen leichten Anstieg der Nachfrage nach vereinzelten Produkten.“ Auch Aldi Nord bemerkt „vereinzelt“ eine erhöhte Nachfrage im Bereich Papierwaren. Und eine Sprecherin des Großflächen-Discounters Kaufland erklärte: „Wir beobachten derzeit nur in einzelnen Filialen ein verändertes Einkaufsverhalten der Kunden.“ Alle drei Discounter betonten aber auch, es gebe keinen Grund für Hamsterkäufe. Die Warenversorgung sei sichergestellt. „Wenn jeder nur das kauft, was er braucht, ist auch genug für alle da“, hieß es bei Kaufland. Auch dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer beruhigt: „Wir bei dm sind gut auf die erhöhte Nachfrage nach Toilettenpapier, Desinfektionsmitteln sowie Seife, die wir derzeit beobachten, vorbereitet.“

Ich finde es albern. Warum sollte man jetzt Hamsterkäufe tätigen? Es gibt doch immer alles. Ich habe immer einen kleinen Vorrat im Haus. Wenn etwas im Laden fehlt, nehme ich eine Alternative. Wir Hausfrauen sind flexibel und können improvisieren. Ich habe immer ein paar Konserven, wie zum Beispiel Gurken oder Bohnen im Haus. Marmelade kaufe ich nur in kleinen Gläsern, weil ich die alleine esse. Ich habe eine Tiefkühltruhe, in der stets Eis und Tiefkühlgemüse vorrätig ist und wenn Fleisch im Angebot ist, friere ich es ein. Für zwei Personen braucht man nicht mehr so viel und kann immer das raus nehmen, was gebraucht wird. Ebenso friere ich immer Brot portionsweise ein. Wir sind mitten in der zweiten Corona-Welle. Angst habe ich nicht davor, doch man muss sich vorsehen – Rita Böhling aus Jeddingen

Ich habe kein Verständnis dafür. Hamsterkäufe kann ich nicht nachvollziehen. Im Sommer waren die Regale voll mit Klopapier. Doch die Leute hatten genug und mussten erst alles aufbrauchen, was sie gehamstert hatten. Ich dachte, die Leute hätten etwas daraus gelernt, aber scheinbar nicht. Ich kaufe immer dann Klopapier, wenn nur noch zwei Rollen übrig sind. Es ist ein psychologisches Problem. Der Mensch ist ein Herdentier und wenn einer anfängt, machen alle mit, ob es sinnvoll ist oder nicht. Ich habe immer Grundnahrungsmittel wie Mehl, Zucker und Nudeln sowie eine Konserve vorrätig. Ansonsten kaufe ich lieber frisch auf dem Wochenmarkt ein. Angst vor Corona habe ich nicht. Man muss respektvoll damit umgehen und jeder muss selbst gucken, dass er die Abstände einhält. Ich bin der Meinung, wenn die Leute nach der ersten Welle mehr zu Hause geblieben wären, hätten wir heute nicht die zweite. Es wäre jedenfalls nicht so schlimm – Ulrike Meier aus Visselhövede

Ich habe kein Verständnis dafür, weil ich keinen Sinn im Hamstern sehe. Warum sollte man zig Toilettenpapierrollen horten? Es gibt immer alles. Wenn jeder soviel nimmt, wie er braucht, ist immer genug da. Das gilt auch für Mehl. Der Bäcker hat doch alle Brotsorten da. Ich horte nichts. Wenn das Toilettenpapier zur Neige geht, holt man sich ein neues Paket. Wir haben einen eigenen Gemüsegarten und daher auch einiges eingefroren und auch Kartoffeln eingelagert. Auch wenn der Lockdown kommen sollte, werden wir nicht hysterisch. Anders sieht es bei der Arbeit aus. Wenn der Betrieb wieder ruht, wird es für manche schon unangenehm. Daher ist zurzeit Vorsicht geboten – Thomas Wachtmann aus Nindorf

Ich halte es für völlig überzogen, Angst zu haben, dass wir nicht mehr genügend Ware bekommen. Letztendlich trifft es dann die, die zuletzt kommen und dann auf dem Trockenen sitzen. Ich glaube nicht, dass Horten nötig ist. Das hat sich auch bei der ersten Welle gezeigt. Die Firmen haben schnell reagiert und für Nachschub gesorgt. Es hat nie einen wirklichen Engpass gegeben. Wir haben immer ein bisschen vorrätig, sodass wir eine Woche damit hinkommen. Aber wir horten auf lange Sicht keine Konserven, da ich eher frische Ware zum Kochen verwerte. Daher gehe ich häufiger einkaufen, achte auf das Tragen der Maske und halte entsprechend Abstand. Reisen, die nicht nötig sind, werden auf später verschoben. Das ist natürlich für die Kinder und Enkelkinder in Heidelberg schade. Aber über Facetime kann man den Kontakt aufrecht halten – Lothar Cordts aus Nindorf

Ich finde Horten unmöglich. Bisher hat es immer alles gegeben, außer Klopapier, als die erste Welle kam. Es wird wahrscheinlich wieder so passieren, aber ich werde dabei nicht mithelfen. Das hat auch beim letzten Mal geklappt. Außer Klopapier hat nichts gefehlt und Nudeln, sprich Spätzle, kann ich zur Not auch selbst machen. Kartoffeln haben wir bei uns auch immer vorrätig. Ich habe erst letzte Woche ein Paket mit 20 Rollen Toilettenpapier gekauft. Das wird jetzt erst mal reichen. Was ich immer vorrätig habe, sind Pizza-Tomaten. Die kann man immer gebrauchen. Sonst bevorrate ich nicht viel, da ich zweimal die Woche einkaufen gehe. Für zwei Personen braucht man wenig. Ich habe eher Bedenken, dass die anderen nicht die Notwendigkeit der Regeln einsehen. Es kann jeder selbst etwas dazu beitragen, um andere nicht anzustecken – Uschi Duwe aus Visselhövede

Ich habe kein Verständnis dafür, weil es nicht erforderlich ist. Wir haben die erste Welle gut überstanden, dann schaffen wir auch die zweite. Ich bin über 80 Jahre alt und gehöre zum gefährdeten Personenkreis. Ich setze beim Einkaufen die Maske auf. Ansonsten lasse ich lieber einkaufen. Wir hatten auch schon vor Corona immer Vorräte im Haus. Das sind Spirituosen für Gäste, Trinkwasser ist immer da und ein paar Lebensmittel. Wir haben zwei Gefriertruhen. Ich hoffe nur, dass die zweite Welle nicht so schlimm wird. Auch für die Wirtschaft wäre es arg. Es sollten sich alle an die Regeln halten, und wer sich nicht daran hält, der sollte die Erfahrung machen und erkranken. Ein Freund von mir lag zweieinhalb Monate wegen Corona im Krankenhaus und ist mit 69 Jahren daran gestorben. Daher kann ich auch die Corona-Leugner und Demonstranten nicht verstehen – Hans-Hermann Nieber aus Visselhövede

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