Haben Sie Ihre Urlaubsplanung für dieses Jahr schon über den Haufen geworfen?

24. Mai 2020

Die Deutschen müssen ihren Traum vom Sommerurlaub noch nicht begraben

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sprach sich für einen „kontrollierten Wiedereinstieg in den europäischen Tourismus“ im Sommer aus. Voraussetzung sei ein koordiniertes Vorgehen, sagte er nach einer Videokonferenz mit seinen Kollegen aus den zehn wichtigsten Reise-Zielländern der EU. Die deutsche Reisewirtschaft begrüßte die in Aussicht gestellte Aufhebung der weltweiten Reisewarnung. Ab Mitte Juni soll es voraussichtlich Reisehinweise für die einzelnen Länder geben. Bei der Wiederaufnahme des Tourismus müssten stets gesundheitliche Fragen statt geschäftlicher Interessen im Vordergrund stehen, betonte der Außenminister. Er warnte vor der Illusion, dass es nach den wochenlangen Grenzschließungen wegen des Coronavirus eine schnelle Rückkehr zum „Business as usual“, geben könnte.

In allen europäischen Urlaubsländern werde es im Sommer Einschränkungen geben, auf die Reisende sich einstellen müssten – beispielsweise an Stränden, in Restaurants und Innenstädten. Er hoffe, dass die noch bis zum 14. Juni geltende weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes anschließend durch Reisehinweise zu den einzelnen Ländern ersetzt werden könne. Auf deren Grundlage könne dann jeder selbst entscheiden, wo man hinfahren kann, was einen da erwartet und wo man besser noch nicht hinreisen sollte. Mit Blick auf Reisen an Ziele außerhalb Europas, sagte Maas, dass das Auswärtige Amt da mit Sicherheit größte Vorsicht an den Tag legen werde. Vorerst konzentriere man sich auf Europa. Gesprochen wurde laut dem Außenminister bei der Konferenz auch über die Aufhebung von Quarantänebestimmungen in den verschiedenen Ländern. Ergebnisse nannte er noch nicht.

Wir bleiben dieses Jahr definitiv zu Hause und machen Ausflüge an die See oder erkunden hier die Gegend mit dem Rad. Unsere Reise ist hinfällig. Es sollte wahrscheinlich so sein. Aber man kann es sich auch hier schön machen. Ich wollte ursprünglich mit meiner Mutter und meiner Tochter in den Osterferien nach Australien reisen und hatte den Flug schon gebucht. Meine Schwester lebt dort. Doch nun ist alles hinfällig. Man weiß nicht, wann wieder große Reisen möglich sind und wann alles wieder uneingeschränkt ist. Aber so geht es eben allen. Man kann nichts planen und nichts buchen. Das Auswärtige Amt hat die Reise gestoppt. Wir wissen noch nicht, was wir an Geld zurückbekommen. Ich arbeite in einem kleinen Betrieb und habe zurzeit Kurzarbeit. Der Urlaub wurde aufgehoben. Wir sind zu Hause und uns geht es gut. Besser als in einem Plattenbau in Berlin – Ilka Rogge aus Walsrode

Dieses Jahr werden wir den Urlaub zu Hause verbringen. Wir haben alles abgeblasen. Ursprünglich wollten wir zu zweit für zehn Tage in ein Hotel nach Lübeck und hatten schon alles gebucht. Doch was nutzt es mir, wenn ich dort mit Mundschutz herumlaufen muss, und ich nicht in ein Restaurant kann, oder wenn, nur eingeschränkt. Ebenso sind die Freizeitanlagen begrenzt nutzbar. Aufgrund der Coronakrise konnten wir problemlos stornieren. Wir sind schon mal im Winter in Lübeck gewesen und wollten uns das nun im Sommer angucken. Dafür geht in diesem Jahr der Alltagstrott weiter, und wir planen für nächstes Jahr einen größeren Urlaub, eventuell geht es sogar ins Ausland. Wir machen das Beste aus der Situation und freuen uns aufs nächste Jahr – Heico Walpert aus Bomlitz

Ich hatte kein Problem mit Stornierungen, da wir nichts gebucht haben. Da brauche ich mir keine Sorgen machen. Hier auf dem Land ist es auch sehr schön und vor allem ruhig. Jetzt planen wir mit Fragezeichen. Eventuell wollen wir Tierparks, wie den Hanstedter und den Zoo Hannover, besuchen. Es ist fraglich, wann alles gelockert wird. Solange müssten die Preise in den Tierparks auch halbiert oder angepasst werden. Dafür sind die Benzinpreise billiger. Travemünde ist auch sehr schön, doch da wird dieses Jahr alles überlaufen sein. Da muss man Sorge haben, die Abstände einzuhalten, und wie soll das an einem überfüllten Strand gehen? Wir haben einen großen Garten und einen schönen Unterstand zum Sitzen und Grillen. Daher wollen wir auch nicht aufs Wetter schimpfen. Man muss die Krise nehmen, wie sie ist. Man kann es nicht ändern – Harry Brammer aus Idsingen

Wir haben keinen Urlaub geplant. Unser „Urlaub“ ist das Projekt „Dorfraum“ in Nindorf. Darin stecken wir unsere ganze Energie. Wir sind der Interessengemeinschaft Bauernhaus angeschlossen, die bereits seit 50 Jahren alte Häuser restauriert. Dadurch konnten wir einiges verwirklichen. Ansonsten gehen wir gerne mit unserem Hund Ivy über den Nord-Pfad von Federlohmühlen bis zum Bullensee. Da sind wir gut einen halben Tag unterwegs. Regionale Freizeitgestaltung sozusagen. Als selbstständiger Landwirt hat man sonst nicht viele Möglichkeiten. Aber wir sehen es nicht als Manko, sondern als eine Wertschätzung der Heimat. Sicherlich, als die Kinder noch klein waren, sind wir auch weggefahren. Jetzt zu Corona-Zeiten haben wir hier doch nichts auszustehen, sondern freuen uns, Arbeit zu haben und der nachgehen zu können. Einziger Wermutstropfen – der Regen fehlt – Joachim Klopp aus Nindorf

Die Urlaubsplanung ist hinfällig. Ich hatte eine Italien-Rundreise geplant. Doch die fällt wohl dieses Jahr flach. Ich wollte mit dem Interrail-Ticket durch Europa – Italien, Spanien und eventuell noch die skandinavischen Länder bereisen. Dadurch, dass ich eineinhalb Monate Semesterferien habe, ließe sich das ganz gut verwirklichen. Doch nun ist alles anders. Ich glaube nicht, dass ich bis Ende des Jahres woanders hinfahren werde. Es ist einfach zu riskant. Daher werde ich wohl ein paar Wochen hier in der Heimat verbringen und Tagesausflüge an den Strand oder in den Harz unternehmen. So kommt man wenigstens etwas raus. Schön wäre auch ein Auslandssemester oder ein Jahr im Ausland nach dem Studium. Doch das ist nun alles ungewiss – Laura Windels aus Buchholz

Wir haben Urlaub in der Türkei für die Herbstferien gebucht. Eigentlich hätten wir im Mai Konfirmation gefeiert. Daher planten wir für Herbst unseren Urlaub. Nun ist alles anders, und die Konfirmation wurde abgesagt. Wenn wir nicht fliegen können, bleiben wir dieses Jahr zu Hause. Das ist auch nicht schlimm. Ein Viertel der Reisekosten müssen angezahlt werden, der Rest kurz vorher. Daher lassen wir uns überraschen, wie es wird. Meine Frau wollte im April nach Ägypten. Nach der Stornierung hatten wir innerhalb von drei Tagen das Geld von „Check24“ zurück. Wir haben einen 700 Quadratmeter großen Garten und gerade die Fassade am Haus neu gemacht. Mit einem Haus hat man immer zu tun, da wird es nie langweilig – Lena und Oliver Schulz aus Walsrode

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