Haben Sie Bedenken vor den Wettercapriolen?

6. August 2017

Nach andauernden Regenfällen und Überflutungen im Harz und Hildesheim steigen auch die Wasserpegel in Schwarmstedt und im Aller-Leine-Tal.

Auf dreitägige Hitzewelle mit Temperaturen um die 40 Grad Celsius folgte in der letzten Woche ein Temperatursturz von mehr als 15 Grad Celsius, Regen und Hagel in Nordgriechenland. In Mittelgriechenland fiel von einem Tag zum anderen so viel Regen, wie normalerweise im ganzen Sommer. 7700 Menschen kamen 2014 durch diverse Naturgewalten ums Leben. Ist das schon Klimawandel, wenn es tagelang wie aus Eimern schüttet, riesige Landstriche überschwemmt werden, ein Wirbelsturm nach dem anderen verheerende Verwüstungen hinterlässt? 

Forscher tun sich da schwer, an bestimmten Wetterereignissen abzulesen, ob sie durch den Klimawandel beeinflusst wurden. Die Münchener Rückversicherung, Munich Re, führt seit den 1970er-Jahren Statistiken über Extremwetterschäden durch Überschwemmungen, Dürren, Hagel, Kälte oder Wirbelstürme. Aber auch über geophysikalische Ereignisse – also Erdbeben, Tsunami und vulkanische Aktivitäten. Schadensereignis heißen solche Naturkatas-trophen im Versicherungsdeutsch. Die positive Entwicklung, dass weniger Menschen durch Naturkatastrophen ums Leben kamen, liegt daran, dass vielerorts die Frühwarnsysteme besser als noch vor einigen Jahren funktionieren. Behörden brachten Menschen bei heraufziehenden Wetterkatastrophen in Sicherheit, so vor dem Auftreffen des Zyklons Hudhud auf die Ostküste Indiens und des Taifuns Hagupit auf die Küste der Philippinen.

Der Klimawandel ist unschön. Es geht alles in diese Richtung. Das Leben wird dadurch schwieriger,  und es macht einem Angst. Es sind vor allem die Stürme. Ich denke nicht, dass der Mensch daran Schuld ist, viel mehr ist es der Planetenzyklus. Ein wiederkehrendes Ereignis, das immer mal wieder vorkommt. Genauso war es mit der Eiszeit. Ich werde mich nicht gegen Elementar-Schäden versichern. Das nutzt überhaupt nicht – Peter Baskal mit Juliana aus Hannover

Bisher hatten wir immer Glück, wenn man dagegen andere Gebiete betrachtet. Tauschen möchte ich nicht. Wenn das Unwetter kommt, kann man nur hilflos zusehen. Wir machen uns langsam Gedanken über eine spezielle Versicherung. Wo wir wohnen, ist es eher der Sturm, der Angst macht, da in unserer Nachbarschaft große Eichen stehen. Da kam schon mal ein dicker Ast runter. Hinsichtlich des Klimawandels muss man erst einmal bei sich selbst anfangen und zum Beispiel mal mit dem Rad statt immer mit dem Auto fahren – Stephanie Bade mit Lilli aus Bad Fallingbostel

Ich wohne an einem Berg. Da bin ich gegen Hochwasser geschützt und gegen Sturmschäden sind wir versichert. Die Naturkatastrophen nehmen zu und werden häufiger. Es hat sich definitiv etwas geändert, das sieht man am diesjährigen Sommer. Aber im Juni 2000 hatte es in der Nacht auch gefroren, da mussten wir morgens am Auto die Scheiben kratzen. Dafür war es im April sehr heiß. Wettercapriolen kommen immer mal wieder vor. Dieses Jahr ist es überwiegend erschreckend feucht. Aber das kann man nicht verhindern – Harald Krienke aus Walsrode 

Wir sind gegen Elementar-Schäden versichert. Überschwemmungen haben wir schon länger. Es hängt alles zusammen – die Landwirtschaft, Tierhaltung, die Begradigung von Flüssen – es sind alles Dinge, die die Umweltverbände seit Jahren anmahnen. Man kann nicht immer alles auf die Politik schieben. Es geht doch schon mit dem Einkaufen los. Viele sind nicht bereit, einen fairen Preis zu zahlen – Obst aus dem eigenen Land, Fleisch vom Bauern der Region – hier ist Eigenverantwortung gefragt. Dabei geben die Leute soviel Geld für unnütze Dinge aus – Susanne Dedendorf aus Bad Fallingbostel

Wir haben die Überflutung in Bothmer auf der Rückfahrt von Hamburg gesehen. Es ist schon erschreckend. Ich weiß nicht, wie die Leute damit klarkommen. Ich selbst habe Bedenken, weil ich in einem tiefergelegenen Haus mit Keller in einer Senke in Fallingbostel lebe. Ich habe es schon mit einer Froschklappe abgesichert und bin auch gegen Elementar-Schäden versichert. Natürlich kann der Mensch etwas gegen die Naturkatastrophen tun, aber da müssten alle mitmachen. Donald Trump zum Beispiel wehrt sich dagegen – Wolfgang Maxion aus Bad Fallingbostel

Wenn der große Eisberg abgeht, sind wir nicht betroffen. Ich weiß nicht, wie hoch die Deiche an der Nordsee sind. Es schmilzt ja nicht nur die Antarktis. Ich habe mehr Bedenken vor den Amerikanern, die von den Pariser Verträgen abrücken. Das schadet der Umwelt. Aber es sind auch die Chinesen und Nordkoreaner, die mit ihren Raketentests die Umwelt verpesten. Ich bin gegen Elementar-Schäden versichert. Wir können und wollen nicht nur der Politik alles überlassen. Es liegt an jeden einzelnen etwas dagegen zu tun – Dieter Spohr aus Bad Fallingbostel

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