Haben Sie Angst vor den Wölfen bekommen?

22. März 2015

Wenn Wölfe nicht bejagt werden, reagieren sie auf den Anblick von Menschen zwar vorsichtig, aber nicht extrem scheu. 

Bei einer Begegnung erfolgt oft keine panische Flucht, sondern der Wolf zieht sich meist gelassen und bedacht zurück. Die ausgeprägte Vorsicht und das Misstrauen gegenüber potenziellen Feinden und Gefahren ist eine bewährte Überlebensstrategie des Wolfes. Zu direkten Begegnungen zwischen Mensch und Wolf kommt es daher selten. Meist bemerken Wölfe den Menschen frühzeitig und gehen ihm aus dem Weg.

In ihrer Raumnutzung passen sie sich normalerweise an die Aktivität des Menschen an, indem sie die Bereiche ihres Streifgebietes, in denen tagsüber viele Menschen anzutreffen sind, nur in der Nacht frequentieren. Im Schutze der Dunkelheit laufen sie auch unmittelbar an bewohnten Häusern vorbei, so wie man es auch von Rehen und Füchsen kennt. Der Mensch zählt bekanntermaßen nicht zur natürlichen Beute von Wölfen, doch viele Menschen befürchten, dass sich das ändern könnte, wenn Wölfe sehr ausgehungert sind und keine natürlichen Beutetiere mehr finden.

Diese Befürchtung ist unbegründet. Zumeist sind es Einflüsse von Märchen, die die Menschen verängstigen. So verursachen Wölfe, wie sie jetzt wieder in unseren Gefilden angesiedelt sind, eine große Diskussion innerhalb der Jägerschaft, den Tierhaltern und Naturschützern. Oft sind es auch die Haftungsfragen, die zu Diskussionen führen, wenn ein Wolf dem vermeindlichen Verdacht ausgesetzt ist, ein ungeschütztes Nutztier gerissen zu haben.

Ich glaube eher, dass der Wolf mehr Angst vor uns hat, als wir vor ihm. Wölfe im Stadtgebiet sind eher die Ausnahme und berechtigen nicht zur Hysterie. Das wäre zu weit hergeholt. Jetzt haben wir den Wolf gerade ausgewildert und nun will man ihn wieder verjagen. Man sollte froh sein, dass man so etwas in freier Wildbahn hat. Die Landwirte und Schäfer werden entsprechend entschädigt. Verrisse von freilaufenden Hunden im Blutrausch sind schlimmer. Ich gehe davon aus, dass der Wolf nur tötet, um Nahrung zu bekommen – Hartwig Fuhrmann mit Salim aus Walsrode

Hartwig-Fuhrmann

 

Wir haben keine Bedenken, es sei denn, der Wolf steht direkt vor einem. Dann würde ich Respekt haben, aber ihn nicht locken oder reizen. Wölfe sind eben keine Kuscheltiere. In die Stadt kommt der Wolf nicht. Es wird in den Medien eher hoch gepuscht. Es gibt ja auch Tiere, die sich anpassen, wenn sie zum Beispiel durch die Mülleimer leichter an Futter kommen. Die Landwirte werden bei Verlust entschädigt und es sind ja auch nicht die Massen, die gerissen werden. Der Wolf tötet nur, wenn er Hunger hat und nicht aus blinder Wut – Jutta Warmbier und Dieter Hammer aus Schleswig

Jutta-Warmbier

Angst hatte ich nur als Kind, wenn ich im Märchen vom Wolf hörte. Heutzutage gehe ich gerne im Wald ohne Bedenken spazieren. Da habe ich eher Angst vor den Wildschweinen und denke, dass der Wolf mehr Angst vor uns Menschen hat und sich nicht blicken lässt. Der Wolf im Wohngebiet ist eine Ausnahme, eher ein ausgebüchstes Tier aus einem Gehege. Es gibt hier genug Beutetiere im Wald für den Wolf zu fressen. Die Hysterie ist übertrieben. Es wäre schade, wenn man wieder Jagd auf den sogenannten „Problemwolf“ machen würde – Olaf Welke aus Bomlitz

Olaf-Welke

Wir waren mit unserem Dackel im Wald bei den Rehen am Forellenhof und haben weit entfernt ein größeres Tier gesehen. Doch das war wohl eher ein Fuchs. Ich habe keine Angst und gehe oft mit dem Hund durch die Wälder. Ich denke, der Wolf ist ein Tier, das eher Angst hat und scheu ist, genau wie der Fuchs. Die Schäfer sagen, er könnte gefährlich werden, aber früher hat sich die Natur auch selbst geholfen, bevor der Jäger kam. Der Wolf reißt schwache und kranke Tiere, und wir haben hier viele Rehe. Die Hysterie ist unbegründet – Ros-witha Tober aus Walsrode

Roswitha-Tober

Bedenken, durch den Wald zu gehen, habe ich nicht. Ich gehe ja nicht mitten in der Nacht mit dem Hund durch den Wald. Man muss Respekt haben, aber sollte keine Hysterie verbreiten. Ich denke, die Natur wird alles von allein regeln. So viel Raum haben wir hier nicht und der Wolf braucht viel Platz. Wenn die Bauern entschädigt werden, weiß ich nicht, wo das Problem liegt. Der Wolf ist eigentlich ein scheues Tier und meidet die Menschen. Aufklärung tut trotzdem Not, um den Menschen die Angst zu nehmen – Sylvia Paul aus Walsrode   

Sylvia-Paul

Der Wolf ist kein Stubenhund. Man weiß nie, wie er in bestimmten Situationen reagiert. Zum Beispiel, wenn er Angst oder Hunger hat oder ein Hund dabei ist. Da ist Vorsicht geboten, aber keine Panik. Daher ist es nicht begründet, Jagd auf ihn zu machen. Wir sollten froh sein, so ein Tier hier zu haben. Die Natur wird alles regeln. Ich würde gerne mal einen Wolf in freier Wildbahn erleben, aber lieber von weitem. Es ist bestimmt ein tolles Erlebnis. Viele Tierschützer regen sich gegen die Käfighaltung auf. Nun haben wir in freier Wildbahn Wölfe und das Geschrei ist wieder groß – Jana Hartford aus Walsrode

 

Jana-Hartford

Schlagworte:




Back to Top ↑