Habe Sie Angst vor der Grippewelle nach der Corona-Pandemie, lassen Sie sich impfen?

20. September 2020

Kurz vor Herbstbeginn wächst auch in Niedersachsen die Sorge, dass zur aktuellen Corona-Pandemie eine Grippewelle hinzu kommen könnte.

Das Land hat deshalb deutlich mehr Impfstoff bestellt, als in den vergangenen Jahren. Die Landesregierung will in Kürze mit einer groß angelegten Kampagne für eine Grippeschutzimpfung werben.
Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) fordert vor allem Risikopatienten auf, sich impfen zu lassen.

Nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsens werden für die Influenzasaison 2020/2021 mehr als 1,41 Millionen Impfstoffdosen zur Verfügung stehen. Dazu kommt noch eine Reserve in Höhe von zehn Prozent dieser Menge. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute dies eine Steigerung um etwa 20 Prozent hieß es. Es handelt sich in diesem Jahr um einen Vierfachimpfstoff. „In Zeiten der Corona-Pandemie wird es von entscheidender Bedeutung sein, dass sich ab Ende Oktober möglichst alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für eine Grippe- oder Covid-Erkrankung haben, gegen Grippe impfen lassen“, sagte Reimann. Auch für die Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich sei eine Impfung dringend angeraten. „Unser Ziel ist es, in der kommenden Saison für einen möglichst umfassenden Grippeschutz, vor allem für die Älteren und Kranken, zu sorgen und die Kapazitäten unseres Gesundheitssystems mit Blick auf möglicherweise steigende Corona-Infektionszahlen vor einer Überlastung zu bewahren“, so Reimann.
Deutsche Kinderärzte empfehlen zudem allen Eltern in diesem Herbst eine Grippeimpfung für ihre Kinder – auch zum Schutz anderer. Kinder gelten als maßgebliche Überträger des Influenzavirus. Die Impfkommission lehnt aber alle Forderungen ab, die Grippeimpfung wegen der Corona-Pandemie auf größere Teile oder die gesamte Bevölkerung auszuweiten. Hintergrund dafür ist die Sorge, dass der Impfstoff dann nicht ausreichen könnte. Die Impfkommission hatte bereits Anfang September vor drohenden Engpässen beim Grippeimpfstoff bei einer großen Nachfrage wegen Corona gewarnt.

Ich lasse mich allgemein jedes Jahr gegen Grippe impfen. Ich bin Rentner, und aufgrund meiner Rheuma-Vorerkrankung halte ich es für mich für wichtig. Es ist mir auch immer gut bekommen. Seit ich mich gegen Influenza impfen lasse, habe ich nie eine Grippe bekommen. Ich lebe recht gesund, nur treibe ich aufgrund meiner Erkrankung außer ein bisschen Fahrradfahren keinen Sport. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich dieses Jahr mehr Menschen aufgrund von Corona impfen lassen. Ab einem gewissen Alter sollten die Leute sich generell gegen Grippe impfen lassen. Das Impfserum sollte für alle bereitgehalten werden. Auch halte ich eine Impfpflicht für Kinder für sinnvoll, da manche Eltern einfach nicht darauf achten – Klaus Friedrichsen aus Hollige

Ich lasse mich schon seit Jahren gegen Grippe impfen. Ich habe im Jahr 1956 die Asiatische Grippe durchgemacht und lag vier Wochen mit Fieber und allen Drum und Dran flach. Sie trat ganz plötzlich auf. Es sind viele ältere Menschen daran gestorben. Das war ganz schlimm. Danach hatte ich keine Grippe mehr. Aber als der Impfstoff aufkam, riet mir ein Arzt zur Impfung. Wenn man wie ich über 80 Jahre alt ist, solle man sich impfen lassen. Auch für Kinder sollten einige Impfungen, wie die Dreifach-Impfung, zur Pflicht werden. Ich habe meine Kinder auch immer impfen lassen. Es ist gut, dass es die Mittel gibt. Trotzdem kann man eine Infektion bekommen, aber die ist dann nicht mehr so schlimm und intensiv. Nun hofft man auf einen Wirkstoff gegen Corona. Aber man weiß nicht wann er kommt und wann er eingesetzt werden kann – Eva Machentun mit Urenkel Matteo aus Westenholz

Ich habe mich noch nie impfen lassen. Ich bin gesund und munter und habe eine robuste Natur. Ich hatte noch nie eine Grippe gehabt. Ich war lange Jahre als Kraftfahrer in Braunschweig tätig. Vom Arbeitgeber aus gab es damals die Grippeschutzimpfung noch nicht. Aber ich habe auch nicht das Bedürfnis, mich impfen zu lassen. Genauso geht es meinen Familienangehörigen. Außer, dass ich Diabetes habe und spritzen muss, bin ich kerngesund. Doch für Kindergartenkinder sollte es eine Pflichtimpfung geben. Sie habe einfach noch nicht die Abwehrkräfte und sind nicht so widerstandsfähig und robust wie Erwachsene. Außerdem stecken sie andere an. Um auch andere zu schützen, sollten sie geimpft sein. Ich glaube nicht, dass die Leute aufgrund von Corona sich mehr impfen lassen, um anderen Viren zu entgehen. Der Impfstoff sollte für alle vorhanden sein, nicht nur für die Risikogruppen – Hans-Rudolf Müller aus Walsrode

Durch meine Autoimmunerkrankung darf ich nicht zur Grippeschutzimpfung. Sonst würde der Schuss nach hinten losgehen. Ich habe mich mal vor rund zehn Jahren impfen lassen und wurde richtig krank und bekam Fieber. Da war die Krankheit vermutlich schon im Körper. Mein Motto lautet: „Die, die immer lacht!“ Ich meide aber Menschenansammlungen und muss mich anders ernähren. Ich esse selten Fleisch und viel frische Lebensmittel. Vor sieben Jahren wurde die Krankheit diagnostiziert. Nun lebe ich als Rentnerin mein Leben so, wie es mir gefällt. Die nötigsten Impfungen wie Tetanus habe ich natürlich erhalten. Nun fehlt noch die Impfung gegen Pneumokokken. Ich gehen davon aus, dass einige in der heutigen Zeit Panik schieben und sich daher auch gegen Grippe impfen lassen. Ich hoffe, dass die Grippewelle aufgrund der Hygienemaßnahmen – Mundschutz, Desinfektionsmittel, Abstandsregeln – nicht wie im letzten Jahr ausbricht – Silke Biermann aus Bad Fallingbostel

Für Risikogruppen ist eine Impfung natürlich sinnvoll. Ich selbst werde mich nicht impfen lassen, da ich nicht zur Risikogruppe zähle und unter 30 Jahre alt bin. Außerdem bin ich wenig unter Menschen. Generell ist ein Impfschutz wichtig. Ob es bedingt durch Corona mehr Impfwillige geben wird, ist fraglich. Durch die verstärkten Hygienemaßnahmen wie Hände waschen, Maske tragen, Abstand halten, besteht die Chance, dass sich die Grippe nicht so verbreitet. Ich ernähre mich ausgewogen und brauche nicht jeden Tag Fleisch. Sport treibe ich weniger. Für Kinder müssen gewisse Impfungen definitiv sein. Später werde ich es auch in Erwägung ziehen, mich impfen zu lassen – Thomas Klamet aus Bomlitz

Seit fünf Jahren lasse ich mich gegen Grippe impfen. Es wurde immer vom Betrieb aus angeboten. Jetzt, wo ich in Rente bin, werde ich mich auch wieder impfen lassen. Es ist selten, dass ich eine Grippe bekomme. Wenn, dann nur, wenn ich nicht geimpft war. Ich war im Büro ohne Publikumsverkehr tätig, fand die Impfung aber trotzdem immer wichtig. Ich halte es auch für sinnvoll, dass die Kinder gegen Grippe geimpft werden. Schaden kann es jedenfalls nicht. Auch meine Kinder habe ich immer impfen lassen. Sie litten nie darunter. Aufgrund von Corona glaube ich, dass mehr zur Grippeschutzimpfung gehen. Die Grippewelle wird nicht so schlimm werden. Zum einen, weil sich eben mehr impfen lassen, zum anderen, durch die verstärkten Hygienemaßnahmen. Ich selbst trage dazu bei, gesund zu bleiben, in dem ich viel an der frischen Luft im Garten tätig bin und viel Fahrrad fahre – Rita Mühlich aus Nordkampen

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