Fotos: Sohnemann

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Gutes Verhältnis beruht auf demokratischer Abstimmung

11. November 2018

Bevölkerung Südjütlands entschied sich friedlich für eine Zugehörigkeit an Dänemark

Wenn die Pforten der Museen geöffnet werden, die über die Entwicklung und Zusammensetzung von Landstrichen Auskunft geben, dann geht das in aller Regel nicht ohne blutrünstige Vorkommnisse und entsprechende Requisiten ab. Nicht, dass es zwischen Deutschland und Dänemark immer friedlich zugegangen wäre, aber hier sorgten schon Vernunft und nordische Gelassenheit für mehr Völkerverständigung, als in manchen Familien. Zeugnisse der Grenzgeschichte zwischen Dänemark und Deutschland können Interessierte an kaum einem besseren Ort nachvollziehen, als im Schloss Sonderborg, im Süden Dänemarks.

Wäre Rene Rasmussen nicht Kurator im Schloss geworden und somit erster Hüter der sehenswerten Hinterlassenschaften beider Völker aus unterschiedlichen Epochen, er wäre sicherlich auch nicht Komiker geworden. Wer eine nüchterne Abhandlung der immer wieder wechselnden Grenzverläufe und Besetzungen der einzelnen Regionen hören will, ist bei ihm in besten Händen. Als Paradebeispiel der Demokratie galt im Zuge der Zuordnung die Abstimmung der Bevölkerung Südjütlands, ob sie zu Deutschland oder Dänemark gehören wolle. Ohne jeden Schuss wurde die Regelung getroffen, die bis heute Südjütland prägt: Es gibt deutsche Schulen, Kindergärten, Kirchen und natürlich auch Bibliotheken.

Was sich noch hundert Jahre vor den aktuellen Zuordnungen abspielte, demonstriert die ständige Ausstellung im Schloss Sonderborg den jährlich etwa 50.000 Besuchern. Von den Wahlplakaten bis zu den Utensilien kämpferisch ausgerichteter Herzöge können sich die Gäste einen umfassenden Eindruck von Südjütland und seiner politischen Vergangenheit machen.

Noch heute ist bei einem Gang durch Sonderborg oder anderen Städten Südjütlands an Zeichen zu beobachten, wo Einwohner mit dänischer oder deutscher Neigung wohnen. Dänisch orientierte Einwohner pflanzten in aller Regel eine Buche in ihren Garten oder Vorgarten, was dazu führt, dass Sonderborg keine kahle Stadt ist.

Wer lieber seine deutschen Wurzeln präsentierte, sorgte für eine grüne Haustür. So kam die Stadt zu mehr Grün als vergleichbare Orte, ohne dass die obligatorische Flagge der Dänen auf dem Haus oder am eigenen Fahnenmast vermisst werden muss.
Sonderborg ist in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen. Industrie und Mittelstand haben die Stadt auf 30.000 Einwohner wachsen lassen. Das hat dazu geführt, dass auch die Infrastruktur gewachsen ist und den Urlaubern eine vielseitige Abwechslung bietet. Neben der Gastronomie, die bis zur Spitzenklasse vertreten ist und den ehemals überall präsenten Pölser nahezu verdrängt hat, sind auch andere Freizeitangebote gewachsen.

Vom Bed- und Breakfast-Angebot über die große Auswahl an Ferienhäusern kann Sonderborg auch eine Vielzahl an Hotels anbieten. Wer gern am Wasser seinen Urlaub verbringt, wird Sonderborg mit seinen Ostseestränden ebenso mögen, wie die Wanderer. Angeln, alle Sportarten mit Booten und anderen Fortbewegungsmitteln auf dem immer präsenten Nass der Ostsee gehören zu den beliebtesten Urlaubsaktivitäten. Untrennbar immer mit der entspannenden Weite dänischer Landschaften.

Kurt Sohnemann

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