Grundrente, Einheitsrente oder Altersarmut – welche Bedenken haben Sie?

22. September 2019

Die Zahl der von Altersarmut bedrohten Rentner wächst!

Mehr als jeder fünfte Rentner könnte in 20 Jahren von Altersarmut bedroht sein. Selbst bei weiterhin positiver Konjunktur könnte das Armutsrisiko im Alter in den kommenden Jahren spürbar steigen, wie aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Der Anteil der von Armut bedrohten Rentner könnte bis 2039 von 16,8 auf 21,6 Prozent wachsen. Besonders betroffen seien gering Qualifizierte, Alleinstehende sowie Menschen mit längerer Arbeitslosigkeit.
Besonders Betroffene müssten noch besser in Arbeit gebracht werden, zudem seien Rentenreformen nötig. Bei ihrer Berechnung gehen die Forscher unter anderem davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt weiter positiv entwickelt. Als von Armut bedroht gelten Menschen mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens. Laut der Studie sind das Personen, deren monatliches Nettoeinkommen unter 905 Euro liegt.

Die Studienautoren prognostizierten auch den Anteil von Beziehern von Grundsicherung. Sie gehen dabei davon aus, dass alle die Leistung in Anspruch nehmen, die dazu berechtigt sind – auch wenn laut Schätzungen rund zwei Drittel der Berechtigten ihren Anspruch nicht wahrnähmen. Laut der Erhebung könnte der Anteil der Rentner, die zusätzlich auf staatliche Hilfe zur Existenzsicherung angewiesen sind, bis 2039 von neun Prozent auf knapp zwölf Prozent steigen. Als Gründe wurden unter anderem prekäre Beschäftigung, verbreitete Teilzeitarbeit, befristete Verträge und Unterbrechungen des Berufslebens etwa bei Müttern ausgemacht.
Auch die Rente ist unter Druck. Die aktuelle Erhebung zitiert Angaben, nach denen 2018 auf 100 Personen im Erwerbsalter 31 Menschen ab 67 Jahre kamen – und dies nach dem Übertritt der Babyboomer in die Rente 2038 bereits 47 sein könnten.

Unsere Kinder bekommen bestimmt keine Rente mehr. Die könnten von der Altersarmut betroffen sein. Es gibt immer weniger, die einzahlen und immer mehr, die zu Hause sitzen. Gerade die jüngere Generation, die nun in unsere Rentenkasse einzahlen sollte, betrifft es. Mein Mann und ich haben vorgesorgt. Mein Mann ist schon in Rente und wir können den Lebensstand halten. Ich bin nicht für eine Einheitsrente. Wer viel gearbeitet hat, sollte auch belohnt werden und entsprechend Rente beziehen. Grundrente zum Leben sollte es auf alle Fälle geben. Ab einem gewissen Alter, wo man selbst verdient, sollte man vorsorgen – Jutta Wagner aus Rethem

Ich sammle noch keine Dosen, sondern bin gut versorgt. Den meisten Rentnern geht es seit 1945 noch nie so gut wie heute! Auf den Traumschiffen sitzen meist nur „Grauköpfe“! Außerdem murren sie nur und sind unzufrieden, weil sie Langeweile haben und nichts mit sich anzufangen wissen. Bei vielen, die von Altersarmut betroffen sind, sind es selbst gemachte Leiden. Ich bin gegen eine Einheitsrente. Warum sollte einer, der nur fünf Jahre gearbeitet hat, das gleiche erhalten, wie jemand, der sein Leben lang gearbeitet hat? Jeder der eingezahlt hat, bekommt seine Rente – Jürgen Lenz aus Honerdingen

Es ist für viele out zu sparen. Man hat das Geld auf dem Konto, gibt es aus und hat es einen Monat später wieder drauf. Da denkt man nicht ans Alter. Ich gehe im Oktober ins Ausland und habe seitdem entsprechend gespart. Statt Geschenke zum Auspacken wünschte ich mir immer Geld für die Reise. Ich spare gerne für ein bestimmtes Ziel. Der Gedanke an die Altersrente kommt wohl erst, wenn ich einen Job habe. Es wäre gut, wenn Menschen die immer gearbeitet haben, eine Grundrente bekommen. Aber wer mehr geleistet hat und Verantwortung trug, sollte auch eine höhere Rente erhalten – Alina Klug aus Bad Fallingbostel

Eine Einheitsrente finde ich nicht gut. Lieber eine Grundrente, von der jeder leben kann und die, die gut verdienten, sollten auch einen Aufschlag für entsprechende Leistungen bekommen. Leistungen müssen belohnt werden. Es gibt immer welche, die das System ausnutzen würden. Ich habe mein Leben lang gearbeitet, war nie arbeitslos und ging mit 61 Jahren in Rente. Das Problem sind die vielen Minijobs und die befristeten Arbeitsplätze. Die Firmen drücken sich vor allem Möglichen. Bei Frauen kommt hinzu, dass sie für gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden als Männer. Das ist ungerecht – Gerd Heidrich aus Walsrode

Ich jobbe seit der 10. Klasse neben der Schule und habe schon viel angespart. Aber das Geld ging für Führerschein und einem Auto drauf. Ich spare immer auf ein besonderes Ziel hin. Ich finde es gerechtfertigt, wenn Leute, wie mein Vater, die Verantwortung trugen und immer viel in die Rentenkasse einzahlten, nun auch entsprechende Rente erhalten, um den Lebensstandard zu halten. Eine Grundrente sollten die erhalten, die Minijobs hatten, oder durch Krankheit nur bedingt arbeiten konnten – Tessay Schmalfeldt aus Honerdingen

Ich bin gut versorgt! Meine Oma sagte immer: „Sorge gut vor!“. Ich lebe sparsam, gönne mir aber auch etwas. Ich war, bis auf die Kinderzeit, immer berufstätig. An meine Kinder habe ich das Prinzip weitergegeben. In der damaligen DDR gab es die Zusatzrente und in der Pflege die Zusatzversicherung. Die Einzahlungen haben damals nicht wehgetan und kommen mir heute zugute. Viele sind zu sorglos und denken nicht darüber nach, was später ist. Ich bin gegen die Einheitsrente. Es gibt so viele, die in der „Hängematte“ liegen. Warum sollen die die gleiche Rente beziehen, wie andere, die immer gearbeitet haben? – Dagmar Clausing aus Bad Fallingbostel

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