Foto: Naturschutzbund Heidekreis/Antje Oldenburg

Gesichtsmaske und Co. werden zur Gefahr

18. April 2021

NABU appelliert zum Schutz von Wildtieren für sachgerechte Entsorgung von Schutzkleidung

Seit Beginn der Pandemie sind die Abfallberge auf Rekordhöhe gewachsen und zu den Schnüren, Netzen, Folien, Verschlüssen, Flaschen, Dosen und den allgegenwärtigen Fast-Food-Boxen und To-Go-Bechern ist nun ein weiteres Problem für die Tierwelt hinzugekommen: Covid-19-Müll wird, wie eine jüngst im Fachmagazin „Animal Biology“ veröffentlichte Studie zeigt, weltweit zu einer Todesfalle für Wildtiere. Zwar sei ungewiss, wie viele der allmonatlich verbrauchten 129 Milliarden Gesichtsmasken und 65 Milliarden Plastikhandschuhe unsachgemäß entsorgt werden. Doch weisen erste Untersuchungen in England und den Niederlanden darauf hin, dass immer mehr Schutzbekleidung in der Umwelt statt im Mülleimer landet und nicht nur Straßen, Fußwege, Parkplätze und Bahnhöfe verschmutze, sondern auch an Stränden und Ufersäumen, Feld- und Waldwegen, Aussichtspunkten und Sitzplätzen zu finden sei.
„Wer an den Osterfeiertagen zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs war, dem dürften vor allem die leuchtend blauen Mund-Nasen-Masken ins Auge gefallen sein, die auch in unserem Landkreis die Gefährdung von Wildtieren durch Plastikmüll weiter verschärfen“, sagt die Pressesprecherin des NABU-Kreisverbandes, Dr. Antje Oldenburg. Vögel können Gesichtsmasken in ihren Nestern verbauen, sich mit Füßen, Flügeln und Schnäbeln in den Haltegummis verwickeln oder Reste verdreckter Schutzbekleidung verschlucken.
Die Folgen seien ähnlich wie bei anderen Wegwerfartikeln: Strangulierte oder ertrunkene Küken und abgemagerte oder verhungerte Vögel und Säugetiere wurden in der niederländischen Studie ebenso dokumentiert wie in PP-Vlies erstickte Igel und in Plastikhandschuhen zappelnde Fische. „Wir möchten daher alle Bürgerinnen und Bürger bitten, Müll grundsätzlich in dafür vorgesehene Abfallbehälter zu tun“, appelliert der erste Vorsitzende Klaus Todtenhausen. Da offene Behälter gerne von Füchsen, Waschbären und Rabenvögeln nach Essbarem durchsucht werden, sollten besonders risikoreiche Verpackungen und Einmalartikel zuhause entsorgt werden.
Noch wirksamer sei es, den Abfall erst gar nicht entstehen zu lassen und bereits beim Einkauf möglichst langlebige, schadstofffreie, reparier- und wieder-verwendbare Produkte zu bevorzugen, so der NABU.

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