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Geprüft wird der Halter, nicht das Tier

14. Januar 2018

Der sogenannte „Hundeführerschein“ ist nur eine von vier Auflagen für Neu-Besitzer 

Nicht nur deutschlandweit ist der Hund eines der beliebtesten Haustiere, auch in unserer Region sind nach Auskunft der Stadt Walsrode im vergangenen Jahr insgesamt etwa 1.800 Exemplare im Bereich der Kernstadt und den 22 Ortschaften registriert gewesen, wovon rund 200 Hunde neu angemeldet worden waren. Wer sich mit dem Gedanken trägt, einen Hund anzuschaffen, sollte vier Voraussetzungen beachten, die der Gesetzgeber fordert und die den meisten Neu-Besitzern unbekannt sind. Über die Regelungen informiert die zuständige Gemeinde bei Anmeldung des Hundes.

Seit dem 1. Juli 2011 besteht in Niedersachsen die sogenannte „Chip-Pflicht“: Damit der Hund und auch der zugehörige Halter eindeutig indentifiziert werden können, müssen alle Hunde ab sechs Monaten mit einem registrierten Mikrochip versehen sein. Der Chip wird in der Regel kurz nach der Geburt vom Tierarzt eingesetzt und hilft natürlich auch bei der Zuordnung, wenn der Hund einmal vermisst und wieder aufgefunden wird.

Eine Hundehalter-Haftpflicht ist ebenfalls verpflichtend und für rund 50 Euro Jahresbeitrag zu erhalten. Der Nachweis muss schon bei der Anmeldung des Hundes in der jeweiligen Gemeinde erbracht werden und gilt für alle Hunde ab sechs Monaten.

Ebenfalls mit sechs Monaten muss der Vierbeiner seit dem 1. Juli 2013 im „Niedersächsischen Hunderegister“ (www.hunderegister-nds.de) vom Halter registriert werden. Hier müssen auch die Daten zum Sachkundenachweis hinterlegt werden, sollte dieser erforderlich sein.

Der Sachkundenachweis ist die letzte Pflicht für Neu-Besitzer und wird im Volksmund auch „Hundeführerschein“ genannt. Diesen Nachweis müssen alle Halter erbringen, die in den vergangenen zehn Jahre nicht mindestens 24 Monate lang einen Hund gehalten oder betreut haben. Ausnahmen werden im NHundG (Niedersächsisches Hundegesetz) geregelt. Die zuständige Gemeinde oder auch örtliche Hundeschulen können Auskunft darüber geben, wer die Sachkundeprüfung abnehmen kann.

Eine der Prüferinnen in der Umgebung ist Hundetrainerin Elke Bahr: „Viele der angehenden Prüflinge gehen davon aus, dass ihr Hund für den Sachkundenachweis geprüft werden soll. Es geht hier aber vor allem um den Halter und sein Einwirken und Umgang mit dem Hund!“ Was die wenigsten wissen: Die theoretische Sachkundeprüfung muss bereits vor der Anschaffung des Hundes abgelegt werden, der praktische Teil innerhalb des ersten Jahres der Hundehaltung. Elke Bahr gibt bei Anmeldung zur Prüfung auch gleich Tipps, wie und mit welchem Material man sich optimal auf die Theorie vorbereiten kann. Ist diese Hürde erfolgreich genommen, kann die praktische Prüfung erfolgen:

Der erste Teil findet in einem ablenkungsarmen Bereich statt. Geprüft werden beispielsweise die Kontrolle der Zähne, Ohren und Pfoten des Hundes durch den Halter sowie kontrolliertes Gehen an der Leine, ohne Passanten oder andere Hunde zu belästigen, aber auch das Kommen auf Abruf, was nach maximal drei Wiederholungen erfolgreich klappen sollte.

Im zweiten Teil geht man mit dem Hund in den „verkehrsöffentlichen Raum“, also in die Stadt. Geprüft wird hier unter anderem das Gehen an einer stärker befahrenen Straße sowie die Begegnung mit Radfahrern oder Kinderwagen ohne Belästigung von Passanten oder dem Straßenverkehr.

Zeigt auch hier der Halter ein umsichtiges Einwirken auf seinen Hund, stellt der Prüfer den Sachkundenachweis aus und man hat alle behördlichen Auflagen erfüllt. Für die Überwachung der Vorschriften ist übrigens die Gemeinde zuständig, bei der der Hund angemeldet wird. Klaus Bieker, Pressesprecher der Stadt Walsrode, weist darauf hin, dass diese Kontrollen in der Regel anlassbezogen durchgeführt werden. Sollte ein Hundehalter seiner Pflicht nicht nachkommen, würde dies als Ordnungswidrigkeit gehandhabt und kann mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

(ch)

 

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