Fürchten Sie sich vor dem Klimawandel?

11. August 2019

Immer mehr Deutsche fürchten sich vor den Folgen des Klimawandels.

Für gut jeden Vierten (26 Prozent) gehört der Klimawandel inzwischen zu den besorgniserregendsten Themen – 2017 sahen das nur 13 Prozent so. Das Meinungsforschungsinstitut Ipsos befragte Bürger in 28 Ländern. Nur in Kanada machten sich demnach noch mehr Menschen (29 Prozent) Sorgen wegen der Erderwärmung. Auf die Frage, wie man die Umwelt am besten schützen sollte, setzten beim ARD- „Deutschlandtrend“ 72 Prozent eher auf Anreize statt auf Verbote. Vor allem Anhänger der SPD (80 Prozent) und der Union (77 Prozent) und der Linken (72 Prozent) halten Förderungen für besonders wirkungsvoll. Auch bei den anderen Parteien finden Strafmaßnahmen nicht viel Zustimmung. Mit Verboten anfreunden können sich am ehesten die Anhänger der Grünen (23 Prozent) und der AfD (15 Prozent).

Wer das Klima schützen will, muss zukünftig sein Leben verändern oder für eine bessere Umwelt mehr Geld zahlen. Dazu ist eine Mehrheit auch bereit. Die meisten Befragten wären mit einer monatlichen Spende von einem bis 25 Euro (21 Prozent) oder 26 bis 50 Euro (20 Prozent) einverstanden. 14 Prozent würden 51 bis 100 Euro spenden. Sieben Prozent wären bereit, mit 101 Euro und mehr den Umwelt- und Klimaschutz zu unterstützen. Nur 21 Prozent wollten keinen monatlichen Beitrag dafür ausgeben.
Staatliche Hilfen sind fast völlig unumstritten. Eine überwältigende Mehrheit (97 Prozent) befürwortet die Förderung von Innovationen und Forschung. 92 Prozent sprachen sich für den Ausbau erneuerbarer Energien aus.

Keine Frage, der Klimawandel macht Angst. Die Landwirtschaft und mein Garten leiden. Ich habe einen großen Garten und halte mich den ganzen Tag darin auf, wenn es geht. Ich habe Obst und Gemüse sowie Bienen, und auch Schleiereule, Blindschleichen und Ringelnatter sind zu finden. Die vielen Regentonnen sind im Moment leer. Das Gemüse gieße ich, der Rest sieht trostlos aus. Die Politik ist gefordert. Es ist zu vieles in Plastik verpackt, das später tonnenweise ins Ausland zum Entsorgen befördert wird. Man könnte aus altem Plastikmüll Tonnen herstellen. Aber besser wäre es, Plastik zu vermeiden – Veronika Strobel aus Hünzingen

Der Klimawandel kommt, das wissen alle. Die Natur erholt sich nicht allein. Die Zeiten sind vorbei. Aber wir können noch etwas ändern, zum Beispiel entsprechend Bäume pflanzen – bevorzugt Mischwald. Das wird hier in der Eibia schon praktiziert. Das weiß ich von meiner Zeit im Gemeinderat. Seit dem Sturm 1972 weiß man Bescheid. Man sollte öfters den Wagen stehen lassen. Ich fahre viel mit dem Fahrrad und auch in der Freizeit alle 14 Tage mit der Fahrradrunde eine Tour durch die Gegend. Ich selbst würde mich auch am Projekt „Baum pflanzen“ beteiligen und bin schon in vielen Organisationen – Horst Nagel aus Benefeld

Wir haben in der Heide keine Erdbeben und keine Überschwemmungen, sondern leben hier ziemlich ruhig und unbeschadet. Außer dem Sturm 1972 gab es keine Katastrophen. Eine Hitzeperiode hat es auch schon 1959 gegeben. Ich hatte damals noch Landwirtschaft betrieben. Damals stand man auf drei Beinen. Heute hat jeder Landwirt meist nur einen Betriebszweig. Die Leute kaufen billig. Der Umwelt zu Liebe sollte man aber nicht die großen Mastbetriebe unterstützen. Dr. Habeck von den Grünen ist auf dem richtigen Weg. Bäume pflanzen ist ja ganz schön und gut, aber die müssen auch bewässert werden. Bei der Trockenheit wächst kein Baum an – Herbert Krone aus Benefeld

Wir denken, die Welt pulsiert, und die Klimaveränderungen sind schon immer dagewesen. Daher sind wir nicht beunruhigt. Es wird sich relativieren. China und Indien, aber auch die USA sind die größten Umweltsünder. Sie sollten sich am Klimavertrag beteiligen und entsprechend handeln. Wir leben schließlich alle in einer Welt. Doch China hat noch 70 Kohlekraftwerke und lebt in seiner eigenen Welt. Wir fahren Rad und gehen viel im Wald spazieren. Den Wald vor der Tür soll man ausnutzen. Unser Garten ist bis „unters Dach“ begrünt. Wir haben einen Naturgarten mit vielen Bäumen. Man sollte im Kleinen anfangen und umweltbewusst handeln – Lilia und Peter Krause aus Bomlitz

Man sollte bei sich selbst anfangen – Müll und Plastik vermeiden. Elektroautos sollten staatlich mehr gefördert werden. Auch beim Heizungssystem könnte man eine Gas- statt Ölheizung wählen. Gut wäre es auch, Bäume zu pflanzen. Wir sind Paketzusteller und müssen in unserem Job jeden Tag an die 200 Kilometer weit fahren. In Berlin gibt es schon Zusteller, die mit E-Autos fahren. Die Menschen bestellen immer mehr über das Internet. Das bedeutet mehr Fahrten, mehr Müll – jede Menge Papier, Pappe und Plastik. Viele schicken die Ware zurück und einiges wird weggeworfen – Arttila und Jozsef Bogdans aus Bad Fallingbostel

Ich finde den Klimawandel bedrohlich! Wir Menschen hinterlassen einen zu großen Fußabdruck auf dieser Erde. Das Wissen haben wir schon lange und sehen jetzt den Wandel. Vertrocknende Bäume und zurückgehende Wasserstände sind ein Beispiel. Wie am Bullensee mit dem schönen Sandstrand, aber das sollte uns mahnen. Die Freibäder sind leer, weil viele lieber zum Baden weiter wegfahren. Da können wir selbst schauen, was uns wichtig ist und wir in unserem Leben verändern müssen. Die Politik ist gefragt. Trotz der sichtbaren Dramatik sollten mit Ruhe und Bedacht die richtigen Entscheidungen getroffen werden – Kai-Uwe Steindorff aus Schwitschen

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