Für welche Werte setzen Sie sich ein und gehen dafür auf die Straße oder leisten Unterschrift?

4. August 2019

Es gibt viele Gründe und Anlässe sich aufzuregen, doch im stillen Kämmerlein hilft es wenig.

Besser man sammelt Verbündete um sich und tut seinen Unwillen gemeinsam kund. Je mehr, desto besser! Siehe „Fridays for Future“. Zurzeit verbinden sich viele und fordern im Hinblick auf Gasbohrungen nach einer vollständigen Umweltverträglichkeitsprüfung. Dafür werden Unterschriften gesammelt und „Bohrtürme“ aus Holz an strategisch wichtigen Punkten aufgestellt, um auf die geplanten Bohrungen der kanadischen Öl- und Gasbohrfirma Vermillion Engergy Germany aufmerksam zu machen. Die Städte und Kommunen im Heidekreis und Osterheide wären betroffen. In Bad Fallingbostel hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen den Abriss des Kurhauses wehrt, das einem Vollsortimenter weichen soll. Im gesamten Jahr 2003 gingen 600.000 Menschen in Berlin auf die Straße, um gegen den Irak-Krieg zu demonstrieren. 2000 demonstrierten 200.000 Menschen gegen Ausländerhass.

Im Ruhrgebiet bildeten 1997 220.000 eine Menschenkette, um sich solidarisch mit den Bergbauern zu zeigen. 1996 demonstrierten 350.000 Menschen gegen Einschränkungen bei der Lohnfortzahlung. Und 1993 gab es eine Bauarbeiterdemo für das „Schlechtwettergeld“, das abgeschafft werden sollte. 120.000 Demonstranten kamen nach Düsseldorf zum „Lichtfest“, um sich für Frieden und gegen Rechts einzusetzen. Im selben Jahr gab es in Berlin eine „Leuchtspur“ gegen Nationalsozialismus und Nazismus. Am 4. November 1989 organisierten Theatermacher eine Kundgebung auf dem Berliner Alexanderplatz. Es war die erste genehmigte, nichtstaatliche Demonstration in der DDR und die größte der deutschen Geschichte. Fast eine Million Menschen hatten sich auf dem Alexanderplatz versammelt.

Ich habe früher schon öfters in Hannover an den Friedensbewegungen teilgenommen und demonstriert. Man hatte damals das Gefühl, dass die Welt aus den Fugen gerät. Es hat sich aber an den dramatischen Situationen wenig geändert. Ich würde mir wünschen, es gäbe wieder mehr Aktivitäten in der Richtung. Daher bin ich auch der Jugend dankbar, dass sie den Mut hat und sich nun der Aktion „Fridays for Future“ anschließt. Ich würde sofort mitgehen, wenn meine Kinder oder Enkel dabei wären und wünsche mir, dass auch in Walsrode öfters Demonstrationen stattfinden – Karl Gerhard Tamke aus Hodenhagen

Ich habe mir noch nie Gedanken gemacht, zu demonstrieren. Ich kann nicht für etwas demonstrieren und auf die Straße gehen, wenn schon alles gelaufen und geplant ist. Ich würde lieber vorher etwas bewegen. Es wird etwas beschlossen und vorher bekannt gegeben und keiner sagt etwas. Erst wenn sie anfangen zu bauen oder die Abrissbirne kommt, gehen sie auf die Barrikaden. Das verstehe ich nicht. Da sage ich mir, nun brauche ich auch nicht laut werden. Die Maßnahmen sind beschlossen und die werden durchgesetzt – Birgit Stepanski aus Walsrode

Wir haben schon für den Erhalt des Bürgerhofs in Bad Fallingbostel unterschrieben. Da kam eine ältere Dame zu uns an die Tür und sammelte Unterschriften. Beim Abriss wäre auch die „Kulisse“ betroffen, und wir haben schon viele Veranstaltungen dort besucht. Es wäre traurig, wenn es das Kurhaus nicht mehr gäbe. Ich würde mich auch für den Erhalt des Lieth-Bades einsetzen. Bei der Demonstration „Fridays for Future“ macht meine Schwester mit. Ich selbst habe noch nie an einer Demo teilgenommen. Es ist gut, dass sich Menschen für etwas einsetzen – Janina Kleckow mit Penelope aus Bad Fallingbostel

Ich bin in der Gewerkschaft Verdi. Wir waren vor Jahren als Delegation des Heidekreises in Frankfurt bei der Demonstration dabei. Es ging um Tarifverhandlungen. Und es kamen ein paar tausend Leute aus ganz Deutschland zusammen. Viele hatten etwas zu sagen, aber es interessierte kaum. Es ging um mehr Gehalt, auch im Sozialbereich, dass die unteren Schichten mehr Prozente erhalten und Auszubildende mehr berücksichtigt werden sollten. Zurzeit finde ich das deutsche Bildungssystem fragwürdig. Ich wäre für individuellere Betreuung und kleinere Klassen – Gesche Lund mit Fiete aus Walsrode

Mir ist der Tierschutz wichtig, inklusive der Insekten und allem, was dazugehört. Es ist ein globales Thema. Wir richten den ganzen Garten insektenfreundlich her und haben auch ein Insektenhotel geschenkt bekommen. Wir essen wenig Fleisch, wenn, dann hausgemachte Wurst und Bio-Fleischprodukte. An Demonstrationen nehme ich grundsätzlich nicht teil. Ich finde, es muss jeder im Kleinen bei sich selbst anfangen. Ich würde bei Bürgerinitiativen eine Unterschrift leisten, aber es käme darauf an, wofür – Waltraud Rath aus Hodenhagen

Für Kinder würde ich mich allgemein einsetzen und stark machen. Ebenso für den Tierschutz. Es gibt Leute, die behandeln ihr Tier wie Dreck. Wenn ich sehe, wie ein Hund misshandelt wird, schreite ich ein und spreche den Halter an. Ich habe auch schon mal jemanden einen Hund weggenommen. Die Leute sind aber nicht einsichtig. Ich selbst war mal Hundehalter und möchte auch gerne wieder einen Hund haben. Im Tierschutzverein sind wir nicht, aber wenn Tierschützer Unterschriften sammeln, machen wir mit. Ansonsten versucht man, sein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen – Benjamin Reinke mit Nele aus Visselhövede

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