Fühlen Sie sich nach den Terroranschlägen in Paris noch sicher?

22. November 2015

129 Menschen starben vor einer Woche bei Anschlägen in Paris, 99 wurden schwerverletzt und schweben in Lebensgefahr. 
Die ISIS bekannte sich zum Massaker, nach dem Frankreich den Ausnahmezustand ausrief. Wenn über Deutschlands Rolle in der Welt geredet wird, dann hört man oft: Die Deutschen wollen sich immer aus allen Konflikten raushalten. Doch die Bloß-nicht-einmischen-Haltung scheint überholt. Das belegt eine Studie der Bundeswehr. Demnach wünscht sich mit 66 Prozent eine deutliche Mehrheit der Deutschen eine Außen- und Sicherheitspolitik, die sich an internationalen Einsätzen beteiligt. Gerade einmal 27 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass man sich eher auf die eigenen Probleme im Land konzentrieren sollte. Damit hat sich seit 2013 das Meinungsbild gedreht.
Ebenfalls gewandelt hat sich die Meinung zur Bundeswehr. Jeder zweite Bürger fordert, dass die Ausgaben für Verteidigung erhöht werden müssen. Nur 13 Prozent fordern, dass sie gesenkt werden. Auch die Forderung nach mehr Soldaten ist auf einem neuen Höchststand. 45 Prozent der Deutschen sagen, dass die Bundeswehr mehr Kämpfer braucht. Gegenüber der deutschen Willkommenskultur sehen einige die Flüchtlinge als potenzielle Terroristen.
Demgegenüber steht: Die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, seien genau vor diesen ISIS-Terroristen geflohen. Bundesinnenminister Thomas De Maiziere (CDU) stellte klar: „Ich habe die dringende Bitte, dass jetzt nicht vorschnell ein Bogen zur Debatte um die Situation der Flüchtlinge geschlagen wird.“

Verkriechen werde ich mich nicht. Für mich ist es nicht real, sondern noch zu weit weg, als dass ich mich betroffen fühle. Ich habe nicht vor, auf etwas zu verzichten. Es sind aber auch keine großen Reisen oder der Besuch von Großveranstaltungen geplant. Ich finde es auch in Ordnung, dass weiter Fußball gespielt wird. Zwischen Flüchtlinge und Terroristen sollte unterschieden werden. Nur wegen ihrer Herkunft darf man die Flüchtlinge nicht verbannen. Verschärfte Kontrollen bringen nichts. Wer mit bösen Absichten kommt, findet einen Weg – Wolfgang Bröck aus Bomlitz

Wolfgang-Broeck

Ich habe keine Angst. Ich denke, die Anschläge sind in Paris passiert, weil es ein Ballungszentrum ist und Frankreich durch die Kolonien in den arabischen Staaten involviert ist. Mir tut es um alle Moslems leid, die mit den Terroristen in einen Topf geworfen werden. Mein Schwiegersohn zum Beispiel ist ein herzensguter Moslem. Mich stört auch der Hass gegen die Flüchtlinge. Die Menschen flüchteten, um zu leben. Wenn es passieren soll, passiert es. Ich kann auch heute auf der Straße einfach umkippen. Das ist eben Schicksal – Birgit Slopianka aus Walsrode

Birgit-Slopianka

Bei der momentanen Flüchtlingssituation fühlt man sich gar nicht sicher. Wir wohnen in der Nähe von Oerbke und bekommen mit, was jeden Abend da los ist. Mit dem Zustrom der Flüchtlinge wächst die Angst vor Anschlägen. Die Grenzen müssten mehr kontrolliert und die Flüchtlinge registriert werden, um dem Terror Herr zu werden. Großveranstaltungen, wie bestimmte Fußballspiele, würde ich nicht unbedingt besuchen, sondern lieber vor dem Fernseher anschauen. Man kann sich aber nicht schützen – Andreas Borkowski mit Larissa aus Bad Fallingbostel

 

Andreas-Borkowski

Wir sind zwiegespalten. Es beschäftigen einen viele Dinge. Der Terror ist im Moment sehr aktuell und präsent. Vermeiden kann man aber solche Unglücke nicht. Wenn es passiert, passiert es. Das Leben muss weitergehen. Wir sollten keinen anderen Kurs einschlagen und unser Leben leben. Anderseits berührt einen das Schicksal der Betroffenen. Das hätte uns auch passieren können. Nur weil wir in Walsrode wohnen, heißt es nicht, dass es uns nicht trifft – Michaela Groß und Hans-Jürgen Koch aus Walsrode 

Michaela-Gross-u.-H.-J.-Koch


Persönlich habe ich keine Angst vor den Anschlägen. Es kann immer mal etwas passieren. Ich würde nicht unbedingt in Krisengebiete reisen, da muss man sein Schicksal nicht herausfordern. Aber Großstädte meide ich nicht und auch nicht die anstehenden Weihnachtsmärkte. Mir tun all die Menschen leid, die ihr Leben lassen mussten. Sie haben sich in dem Moment einfach nur vergnügt. Mir macht viel mehr der Flüchtlingsansturm Kopfzerbrechen, dass da IS-Schläfer drunter sind. Unsere Politiker sollten sich besser einigen – Iris Schmidt aus Bomlitz

Iris-Schmidt


Die Weihnachtsmärkte in Großstädten werde ich meiden, aber hier im ländlichen Raum fühle ich mich sicher. Vor einer Woche sind wir mit dem Auto aus Spanien durch Frankreich gefahren. Es war ein merkwürdiges Gefühl, als wir an der Grenze von Beamten mit Maschinengewehren angehalten wurden. Wir wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht den Grund. Ursprünglich wollten wir durch Paris zurück. Man darf sich nicht unterkriegen lassen, sonst hätten die Terroristen ihr Ziel erreicht – Melanie Donald aus Bad Fallingbostel

Melanie-Donald

Schlagworte:




Comments are closed.

Back to Top ↑