Foto: Sohnemann

Ford Ranger Wildtrak

5. April 2015

Ford Ranger Wildtrak Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Lademöglichkeit
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.8


Doppelkabine 3.2 TDCi Automatik 4×4 – Er krempelt die Ärmel hoch, wenn er gebraucht wird

Zu viele Theoretiker erhöhen zwar die Kosten, schaffen aber keine praktischen Ergebnisse. Das ist auf dem Bau oder im sonstigen Gewerbe nicht anders, als im Fuhrpark. Wer auf dem Bauernhof nur für die Einkäufe der Hausfrau zuständig ist, nicht aber mal ein paar Bunde Heu in den Stall bringen kann, ist nur eingeschränkt tauglich. Wer vor dem Forsthaus steht und nicht einmal den geschossenen Keiler aus dem Busch ziehen kann und ihn bis an den Haken liefert, hat seinen Ruf als hilfreicher Waidgenosse nicht verdient. Der Ford Ranger Wildtrak ist da ganz anders drauf. Er packt an, wo er gebraucht wird. Scheut weder den tiefen Acker noch die Fahrt vor das Opernhaus. Vielseitig und brauchbar für praktisch anspruchsvolle Dienste zieht der Ranger seine Bahnen über Asphalt und durch die Landschaft ohne Wege. Schon beim bloßen Anblick lässt sich selbst von Laien erkennen, dass es sich hier um eines der rustikalsten Fahrzeuge handelt, die der Markt so bietet.

Die massive Plattform mit Blattfedern, die auch einem kleinen Lkw zur Ehre gereichen, verdeutlichen, dass der Ranger nicht nur für den Transport des Wochenend-Einkaufs konzipiert wurde. Der Ranger Wildtrak mit Lkw-Zulassung ist ein Fahrzeug, dem man beim bloßen Anschein einen Arbeitseinsatz mit dem Pflug am Heck zutrauen würde. Kräftig und ohne Einschränkung wühlt er sich durch aufgeweichte Feldwege, über nasse Wiesen und zieht dabei nötigenfalls auch noch einen Pferdhänger über das Gelände.

Wer einmal ein paar Boxen Holz mit auf den Weg nehmen muss, ist mit dem Ranger bestens aufgestellt. Er darf über eine Tonne Nutzlast mitnehmen (1.146 – 1.361 kg) und zieht bis zu 3.350 Kilogramm hinter sich her, wenn diese gebremst sind. Alles bei einer Steigung von bis zu 12 Prozent. Das klingt nach Traktor, ist aber ein echter Alleskönner mit Pkw-Qualität. Das zeigt sich, wenn er im Dienste der Familie steht. Mit bis zu 5 Personen in der Kabine nimmt er Kurs auf das anvisierte Ziel und kann auf der Heckfläche noch mehrere Haustiere, den Rasentraktor oder sämtliche Spielgeräte der Kinder mitnehmen.

Zwar fühlt sich die Fahrt für den Fahrer an, als würde er einen Lkw durch die Lande steuern, weil die Federungsabstimmung nun einmal den Blattfedern überlassen sind und der Wendekreis stattliche 12,4 Meter beim Allradmodell sind, dafür bleibt es im Innenraum aber verhältnismäßig komfortabel und wird auch nicht übermäßig laut. Ob als Pick up mit Rollo über der Ladefläche zum Abschließen oder mit einem Aufsatz, damit die Ferkel nicht von der Fläche springen, wenn sie zum Markt gefahren werden – der Ranger hat viele Gesichter. Er ist aber in jeder Konfiguration vorzeigbar und von Handwerkern ebenso begehrt wie unter Forst- und Landwirten.

Das multifunktionale Fahrzeug hat mit der Doppelkabine als Aufbau eine Bodenfreiheit von 232 Millimeter in unbeladenem Zustand und 80 cm Wattiefe – das sind achtbare und überzeugende Werte. Da er auch abseits der Straßen eingesetzt werden will, spielen 35 Grad Kippwinkel, 28 Grad Böschungswinkel vorn und 26 Grad Böschungswinkel hinten eine ebenso interessante Rolle wie die 24 Grad Rampenwinkel. Zwar ist der Ranger bereits für 28.435,05 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) zu haben, viel mehr dürfte aber die Version Wildtrak reizen, die nicht nur optisch einen beeindruckenden Auftritt hat.

Mit dem 5-Zylinder-Diesel-Motor und seinen 200 PS unter der Haube steht er ab 41.174 Euro in der Preisliste. Keine Frage, dass er auf der linken Spur der Autobahn ebenso zu Hause ist, wie in der tiefen Spur der Moorwiese. Wenn er nicht seine ganze Kraft ausspielen soll, belässt es der Fahrer beim Heckantrieb, muss er auf allen Vieren zupacken, lässt sich der Antrieb der Vorderräder bis 120 km/h zuschalten. Wenn er es soll, zieht der Ranger auch mit 175 km/h über die Autobahn. Dann sollte man aber nicht auf jeden Liter Diesel achten, den er durch die Adern fließen lässt. Im Test kam er mit 11,1 Liter aus, wobei er seine Fähigkeiten auch im Gelände und mit Allradantrieb zeigen durfte. Alle Pragmatiker, denen das Auto ein helfender Geselle auf dem Hof, im Gewerbe oder im Wald sein soll, sollten sich den Ford Ranger genauer ansehen, denn er ist eine echte Hilfe und erfüllt eigentlich den Dienst, den man sonst nur zwei unterschiedlichen Fahrzeugen zumuten kann.

(so)

 

Ford Ranger Wildtrak Doppelkabine 3.2 TDCi Automatik 4×4 – Hubraum: 3.198 ccm – Zylinder: 5 Reihe – Leistung kW/PS: 147/200 bei U/min.: 3.000 – Max. Drehmoment: 470 Nm/2.750 – Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 15,4 Sek. – Leergewicht: 2.191 kg – Zul. Gesamtgewicht: 3.200 kg – Laderaum: 1560 x 1560 mm 511 mm Höhe – Verbrauch (Test): 11,1 l/100 km – Zul. Anhängelast gebr.: 3.350 kg – Tankvolumen: 80 Liter – Kraftstoffart: Diesel – CO2-Ausstoß: 274 g/km – Euro 5 Grundpreis: 41.174 Euro

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