Eine echte Dröhnung zum erschwinglichen Preis – Ford Mustang GT Foto: Ford

Ford Mustang GT

1. Juli 2015

Mitreißender Bass

Ob Steve Martin, Tom Cruise oder Will Smith, sie alle vereint mit James Bond zwei Dinge. Sie sind Schauspieler und sie sind in ihren Glanzrollen mit einem ebenso glanzvollen Untersatz unterwegs gewesen: dem Ford Mustang.

Das Röhren der Auspuffanlage verrät, dass unter der Fronthaube ein ganz besonderes Aggregat aus dem sanften Schlummern zu einem donnernden Gewitter mutieren kann, wenn der rechte Fuß des Fahrers einen beherzten Druck nach unten riskiert. Die 418 Vollblutpferde unter dem Blechkleid, das im klassischen Design seiner Vorgänger gehalten ist, und damit den Kultgedanken ins Mark trifft, gieren dann nach Freigang auf der asphaltierten Weide.

Wenn sie dort die Pisten und Innenstädte abgrasen, ernten die Insassen neidvolle und begehrliche Blicke, was sich zumeist geschlechterspezifisch unterscheidet. Während Steve McQueen den Mustang bei der legendären Bullitt-Verfolgungsjagd durch San Francisco 16 Mal hochschaltete, kommt der Fahrer mit dem Einlegen einer Gangstufe aus. Alles weitere verrichtet die Automatik allein. Dabei steht der Sound natürlich im Vordergrund und macht eigentlich den wesentlichen Bestandteil des Vergnügens aus. Ganz nebenbei beschleunigt der V8-Motor mit 5 Litern Hubraum das Kultgeschoss aus dem Stand in 4,9 Sekunden auf hundert Stundenkilometer. Das ist aber nur ein Nebenschauplatz des grandiosen Feelings hinter den Kippschaltern und den Instrumenten, die zweifelsfrei in ihrer Ausführung den Geburtsstunden des Automobils näher sind, als dem digitalen Zeitalter.

Das ist Retrodesign in Reinkultur und versprüht einen Charme, der unbezahlbar ist. Dabei ist der Mustang V8 in der Preisliste gar nicht ausverschämt. Ein bezahlbares Abenteuer, das so manchen Automobilenthusiasten auf eine Idee bringt, die ihn zwangsläufig zum Ford-Händler führt. Mit 40.000 Euro in der Tasche lässt sich der Traum vom Mustang GT erfüllen. Dann mit 6-Gang-Schaltgetriebe und einem beeindruckenden Drehmoment von 530 Newtonmetern auf dem Rückweg vom Händler. Dass der Mustang abgeregelte 250 km/h schnell ist, wird ebenso schnell zur Nebensache. Im Mittelpunkt des Geschehens steht da eher die satte Kraftentfaltung aus dem Drehzahlkeller heraus.

Dabei wird ein Leitsatz deutlich unterstrichen: Hubraum lässt sich nicht durch Drehzahl ersetzen. Für Otto Normalverdiener wird das Mustang GT recht deutlich aufzeigen, dass es nicht unklug ist, einen Ölscheich in der Verwandtschaft zu haben. Wenn der Dampfhammer seinen Klang zwischen den Häuserschluchten der Innenstädte grollen lässt, die Beschleunigung hin und wieder aufblitzen lässt, dann zeigt schon die Verbrauchsanzeige, dass fünf Liter Hubraum nicht mit einer Feuerzeugfüllung zufrieden sind.

Die von Ford angegebenen Durstwerte von 12 bis 13,5 Litern Superbenzin dürften nicht für die volle Harmonie zwischen Sound und Leistung sorgen. Hier sind 20 Liter schon mal möglich. Das weiß der Pilot des Traumwagens aber auch und wird sich dessen beim Kauf bewusst sein. Ein Teil des Benzins schießt dabei aber auch dem Fahrer ins Blut – spätestens, wenn er den Startknopf gedrückt hat.

Dann interessieren keine banalen Werte wie Windwiderstand oder Verbrauch, dann wird das Konzert des Oktetts aus dem Motorraum genossen. Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass Ford den Mustang auch mit einem 2,3-Liter-Eco-Boost-Motor mit 318 PS anbietet. Auch gut, auch günstiger – aber das reicht eben nicht, um den Kultstatus des High-End-Boliden zu erschüttern.

(so)

 

Ford Mustang GT Fastback

6-Gang-SG – Hubraum: 4.951 ccm – Zylinder: 8 V – Leistung kW/PS: 310/421 bei U/min.: 6.500 – Max. Drehmoment: 530 Nm/4.250 – Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 4,9 Sek. – Leergewicht: 1.720 kg – Länge: 4.784 mm – Tankinhalt: 61 Liter – Gepäckraumvolumen: 408 Liter – Kraftstoffart: Super – Verbrauch (WA): 13,5 l/100 km – CO2-Ausstoß: 299 g/km – Euro 6 – Effizienzklasse: G – Grundpreis: 40.000 Euro

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