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„Fesche Lola, brave Liesel“

1. Oktober 2017

Heinrich Thies stellt neues Buch im Burghof Rethem vor – gemeinsam mit Johnny Groffmann

Rund ein dreiviertel Jahr arbeitete Heinrich Thies an seinem neuen Buch „Fesche Lola, brave Liesel“, in dem er das Leben der ungleichen Schwestern Hollywood-Star Marlene Dietrich und Elisabeth Will, die mit ihrem Mann in Bergen-Belsen während des Zweiten Weltkrieges ein Truppenkino betrieb, nachzeichnete. „Das ging relativ fix“, so der Autor, war aber auch „sehr mühsam“.

Siebenmal war Thies in der Deutschen Kinemathek in Berlin, sichtete dort den Nachlass des Weltstars. Rund 300.000 Blatt Papier umfasst die dortige Sammlung, der Hademstorfer konzentrierte sich dabei auf den Briefwechsel der Schwestern und nahm Einblicke in die Tagebücher. „Dort musste ich alles abschreiben, denn es darf nichts kopiert werden“, so Thies. Er sprach zudem bei der Recherche in Bergen mit Zeitzeugen, Nachbarn von Elisabeth Will. Herausgekommen ist eine fesselnde Doppelbiografie, die am 5. Oktober im Verlag Hoffmann und Campe erscheint.

Gemeinsam mit dem renommierten Musiker Johnny Groffmann wird Thies sein neues Buch einen Tag später, am kommenden Freitag, 6. Oktober, ab 19:30 Uhr im Burghof in Rethem erstmals in einer Art Revue vorstellen. Dabei werden Marlene-Dietrich-Songs wie „Lili Marleen“ ebenso erklingen wie Klassiker von Zarah Leander, deren Filme seinerzeit im Truppenkino auf dem Kasernengelände von Bergen-Belsen zu sehen waren: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“ oder „Davon geht die Welt nicht unter“. „Es ist wunderbar möglich, bei der Revue die gegensätzlichen Welten der beiden Schwestern zum Ausdruck zu bringen“, freut sich der Autor auf die erneute Zusammenarbeit mit Groffmann. Beide hatten bereits bei Thies vorherigem Werk über Hermann Löns und seine Frau Lisa musikalische Lesungen veranstaltet.

Auf die Idee zu seinem neuen Buch ist Heinrich Thies durch die Beschäftigung mit der Geschichte des Liedes „Lili Marleen“ gekommen. „Dabei habe ich von der Schwester von Marlene Dietrich aus Bergen-Belsen gelesen und gedacht, da könnte ich tiefer einsteigen.“ Dem Autor erschien die Verbindung zwischen Hollywood und der Lüneburger Heide reizvoll. Und schon vor dem Erscheinen seines Werkes, ist es bereits auf großes Medieninteresse gestoßen: Drei Fernsehsender wollen darüber berichten, die Wochenzeitung „Die Zeit“ veröffentlichte einen ganzseitigen Bericht – und ein Verlag in Finnland sicherte sich bereits die Übersetzungsrechte.

Die Doppelbiografie hat es auch tatsächlich in sich: Sie zeigt den Weltstar Marlene Dietrich in einem neuen Licht und erzählt eine Familiengeschichte zwischen Hollywood und Bergen-Belsen. Glamour-Königin und graue Maus. Zwischen diesen Schwestern lagen Welten: Während Marlene Dietrich vor amerikanischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg ihre Lieder sang, hielt Elisabeth Will gemeinsam mit ihrem Mann in Bergen-Belsen Wehrmachtssoldaten und SS-Leute mit Ufa-Filmen bei Laune. Als Marlene davon erfuhr, verleugnete sie ihre Schwester. Bis an ihr Lebensende. Trotzdem unterstützte sie Liesel und hielt weiter heimlich Kontakt. Die eigenartige Beziehung der ungleichen Schwestern spiegelt sich in bisher unveröffentlichten Briefen, die neben vielen anderen Originaldokumenten die Grundlage dieser Doppelbiografie bilden – eine Beziehungsgeschichte am Rande der Weltgeschichte.

Die Besucher der Lesungs-Premiere im Burghof Rethem dürfen sich auf einen spannenden wie unterhaltsamen Abend freuen. Wer dabei sein möchte, sollte sich möglichst im Vorfeld einen Platz sichern. Verbindliche Reservierungen unter Telefon (05165) 2900000 oder per E-Mail an burghof.rethem@t-online.de.

Ein weiteres Mal sind Heinrich Thies und Johnny Groffmann am Sonntag, 12. November, ab 18:30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Buchholz/Aller zu hören und zu sehen.

(het/rie)

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