Feiern Sie wie die Rheinländer Karneval?

31. Januar 2016

Tagelang Party machen, in bunten Kostümen respektlos über die Obrigkeit herziehen – so kennen wir den Karneval.
Nichts geht mehr – tausende Menschen in bunten Kostümen und Fantasieuniformen, geschmückte Pferde, Traktoren, Anhänger mit ausgeflippten Aufbauten verstopfen die Innenstadt Kölns. Um elf Minuten vor elf fällt der Startschuss, und ein riesiger Umzug kommt unter dem Geschmetter von 117 Blaskapellen in Gang, sechs Kilometer lang. „Kölle alaaaaf!“, rufen die Narren.
Kinder ziehen mit prall gefüllten Taschen durch die Menge: Von den Festwagen hagelt es nämlich Süßigkeiten – insgesamt rund 140 Tonnen, davon allein 700.000 Tafeln Schokolade! Rosenmontag – Höhepunkt des Karnevals.
Nicht nur in Köln regieren die Narren. Auch andere deutsche Städte sind jetzt, Anfang Februar, total „jeck“. Die Arbeit ruht, dafür wird geschunkelt und getanzt. Die Ursprünge des Karnevals reichen weit bis ins Mittelalter und haben mit Ostern zu tun, dem Fest, an dem die Christen der Kreuzigung und Auferstehung Jesu gedenken.
Vor Ostern aber, so wollte es die Kirche, sollten die Gläubigen fasten, zum Beispiel kein Fleisch essen! So taten Christen Buße und stellten ihren Glauben unter Beweis. Während die Fastenzeit anfangs nur wenige Tage dauerte, war sie bis zum 11. Jahrhundert auf fast sieben Wochen ausgedehnt worden, vom Aschermittwoch bis zum Ostersonntag. Kein Wunder, dass irgendwann irgendwer auf die Idee kam, es noch einmal richtig krachen zu lassen, bevor das Fasten begann. Von Italien aus verbreitete sich dieser neue Brauch aus.

Ich bin nun über 80 Jahre alt und komme gebürtig aus Ostpreußen. Früher sind wir mit den Kindern mitgegangen, um ihnen eine Freude zu machen. Wir wohnten damals in Dormagen, zwischen Neuss und Köln, und haben uns in den kleinen Orten die Umzüge angesehen. Die Kinder hatten ihren Spaß. Nun fährt meine Tochter mit den Kindern zum Karneval ins Rheinland. Ich selbst brauche das nicht. Aber wenn es im Fernsehen nichts anderes gibt, guckte ich mir auch die Umzüge und die Prunksitzungen an – Lothar Schaedereit aus Buchholz

Lothar-Schaedereit

Meine Tochter ist fast fünf Jahre alt und feiert im Waldkindergarten in der Eckernworth. Da fehlt es zwar an Nachwuchs, aber gefeiert wird trotzdem. Das Motto heißt zwar nicht „Waldtiere“, aber sie möchte gerne als Regenbogen-Einhorn gehen – typisch Mädchen. Das Kostüm nähe, bastle und gestalte ich selbst. Es macht einfach Spaß. Früher ging ich mal als Erdbeere. Unsere Nachbarin war Schneiderin und wir hatten immer ganz viele tolle Kostüme. In der Heidmark-Halle waren wir noch nicht, vielleicht im nächsten Jahr – Andrea Gebers mit Tochter Arwen aus Walsrode 

Andrea-Gebers

Wir feiern im Kindergarten Vorbrück mit allen Gruppen Fasching. Die Kinder und wir Erzieher sind verkleidet und feiern ein rauschendes Fest mit Disco, Tanz, vielen Aktionen, Kreativangebote und einem großen Büfett, das die Eltern organisieren. Ich werde als Eiskönigin gehen. Aber das reicht mir auch schon an Fasching. Es ist eines von vielen Highlights für die Kinder. Wir Betreuer werden die Gruppenräume dafür schön schmücken. Für uns ist es wichtig, mit den Kindern einen schönen Tag zu haben – Felix Lund mit Lasse Henning und Jarik Schließke aus Walsrode 

 

Felix-Lund

Wir gehen gerne mit den Kindern in die Heidmark-Halle. Da bin ich schon früher immer mit meiner Nichte, sie ist jetzt 12 Jahre alt, hingegangen. Viele Leute feiern dort Fasching, die Kinder freuen sich und können dort auch alleine rumlaufen. Meine Tochter möchte sich gerne als „Monsterhai“, „Rapunzel“ oder als „Eiskönigin“ verkleiden. Die Kostüme schenken meistens die Großeltern aus Schottland. Wir Erwachsenen setzen uns höchstens mal eine Brille auf oder schminken uns ein bisschen. Es macht einfach Spaß, dabei zu sein – Nadja Koch aus Bad Fallingbostel

Nadja-Koch


Die Kinder feiern noch in der Grundschule Fasching. Die Kostüme kaufe ich. Da meine Tochter bereits 13 Jahre alt ist, wird sie eh´ ein Fantasiekostüm anziehen. Mein Sohn ist sechs Jahre alt und verkleidet sich als Polizist von der Spezialeinheit S.W.A.T.. Eigentlich wollte er etwas von Star Wars haben, aber das gab es hier nicht. Am 5. Februar feiern wir alle, wie seit Jahren, in der Aller-Meiße-Halle Fasching. Ich selbst verkleide mich nur ein bisschen mit Hut und Jacke. Die Kinder können toben und ich selbst kann Kaffee trinken und klönen – Mandy Reuter aus Hodenhagen  

Mandy-Reuter


Ich selbst habe mich noch nie verkleidet. Ich komme gebürtig aus Polen, da gibt es kein Fasching. Daher habe ich es auch noch nie gefeiert. Es zieht mich auch nicht zur Rosenmontagsparty ins Studio. Ich finde es aber interessant und gucke es mir auch gerne im Fernsehen an, wie kreativ manche Leute sind. Aber ich muss es nicht haben. In ein paar Jahren werde ich damit aber konfrontiert, wenn meine Tochter soweit ist und im Kindergarten Fasching feiert. Wir lassen uns überraschen – Bozena Weißenborn mit Delia aus Cordingen 

Bozena-Weissenborn

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