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„Es war stressig, hat aber viel Spaß gemacht“

18. Februar 2018

Pia Marie Ahlden und Theresa Oelfke mit ihrer Hauswirtschafts-Klasse bei der „Grünen Woche“ in Berlin im Einsatz

„Puddingschule“ ist nur eine abfällige Bezeichnung, die die Walsroderin Theresa Oelfke und die Südkämperin Pia Marie Ahlden schon einmal gehört haben, wenn sie erzählen, dass sie die Fachschule Hauswirtschaft der BBS III in Celle (Albrecht-Thaer-Schule) besuchen. Dem Klischee nach sind Hauswirtschafterinnen „nur“ Putzen oder Köchinnen, was zur Folge hat, dass der Beruf wenig attraktiv erscheint und die Ausbildungszahlen seit Jahren sinken. Wenn die beiden aber die Unterrichtsinhalte und Anforderungen erklärt haben, weichen die Vorurteile dem Respekt. Denn Hauswirtschafterinnen gelten als Organisationsprofis, die sämtliche hauswirtschaftlichen Arbeiten unter anderem in sozialen Einrichtungen wie Altenheimen und Krankenhäusern, in Privathaushalten oder landwirtschaftlichen Betrieben erledigen, dabei Wirtschaftlichkeit, Hygiene und Umweltschutz im Auge haben müssen.

„Die Ausbildung ist ziemlich umfangreich und sehr vielseitig.“ Den beiden Südkreislerinnen ist anzumerken, mit welcher großen Begeisterung sie den Weg zur Hauswirtschafterin bestreiten. Ernährung, Textilpflege, Reinigung, Budgetplanung, Qualitätsmanagement, Unternehmensführung, Ausbilden, Gartenarbeit, Direktvermarktung, aber auch Mathe, Deutsch und Englisch stehen auf dem Lehrplan von Theresa Oelfke und Pia Marie Ahlden, um nach zwei Jahren im Sommer den Abschluss „Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin“, die Ausbildereignung und auch die Fachhochschulreife zu erlangen.

Bei der praxisnahen Ausbildung werden die Schülerinnen – männliche Auszubildende gibt es zurzeit in Celle nicht – unter anderem beim Apfelfest, zu dem jährlich um die 3000 Besucher kommen, auf die Aufgaben der Betriebsleiterin vorbereitet. Das umfangreichste Projekt im Jahresplan ist aber die Beteiligung an der „Grünen Woche“ in Berlin. Dort waren die Schülerinnen erstmals im „ErlebnisBauernhof“ für die Planung des Messekindergartens, das Planen und Einrichten des Hofcafés des Deutschen Bauernverbandes einschließlich der Produktion der Speisen und die Bewirtung der Gäste zuständig. Neu war auch der KräuThaer-Laden auf der Messe, wo verschiedene selbst hergestellte Produkte angeboten und verkauft wurden.

Rund ein Jahr lang waren die beiden Südkreislerinnen mit ihrer Klasse mit der Vorbereitung für die Aktionen beschäftigt. „Wir hatten mehr Verantwortung als letztes Jahr“, meinte Theresa Oelfke. 2017 war ihre Klasse noch mit den „Älteren mitgelaufen“. Jetzt galt es, nicht nur die Schülerinnen der Klasse I anzuleiten.

Die 20-jährige Pia Marie Ahlden war zusammen mit Marleen Krüger für den Messekindergarten verantwortlich. Neben der Planung und Gestaltung galt es, ein Spiel- und Bewegungsangebot auf die Beine zu stellen, Material zu beschaffen und die Aufsichtsführung zu organisieren. An den „Spitzentagen“ wurden rund 30 bis 40 Kinder während der Öffnungszeit betreut.

Theresa Oelfke war zusammen mit Deike Neide für Logistik und Finanzen zuständig. Unter anderem organisierten die beiden nach Besuch in der Hauptstadt im Vorfeld die Unterkunft, die Reise sowie den Materialtransport. Mit Beginn der Messe war die Arbeit für die Walsroderin aber nicht beendet. Alle Schülerinnen – insgesamt waren es in beiden Klassen 23 – waren an den zwölf Messetagen voll eingespannt, kamen in der Küche, als Servicekraft und im Kindergarten zum Einsatz. „Es war stressig, hat aber viel Spaß gemacht. Man sammelt total viel Erfahrung“, so das Fazit von Theresa Oelfke nach den durchgängig mindestens zehn Stunden langen Arbeitstagen.

„In so einem großen Projekt ist die Kommunikation alles, und mit einem guten Team macht die Arbeit Spaß und das ist für so eine große Messe wie die IGW nur förderlich“, fasste Pia Marie Ahlden die Berlin-Tage zusammen. „Mich freut es und ich bin stolz, dass sich die Arbeit im Vorfeld so gelohnt hat.“ sagte Theresa Oelfke zum Projekt. „Ich werde für mich mitnehmen, dass eine gute Planung, Flexibilität und ein gutes Arbeitsklima sowie ein funktionierendes Team sehr wichtig sind“, so die Walsroderin. Die 21-Jährige orientiert sich – nach ihrem Abschluss – zurzeit in Richtung Betriebsleitung bei einer Bildungseinrichtung, Pia Marie Ahlden dagegen mehr in den Bereich Direktvermarktung.

(rie)

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