Foto: Kurt Sohnemann

Es muss nicht immer teuer sein, wenn es gut sein soll

18. August 2019

Es muss nicht immer teuer sein, wenn es gut sein soll Thomas Riese
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.3


Eine Fülle von Annehmlichkeiten und dezenter Verbrauch sorgen für Fahrspaß im SUV CR-V von Honda

Die Vorliebe deutscher Autofahrer nach einem SUV (Sport Utility Vehicle) ist ungebrochen. Die Statistik beweist jährlich eine Zunahme der Akzeptanz, auch wenn der cW-Wert für flachere Modellen sprechen würde. Eine höhere Sitzposition, verbunden mit Übersicht und Bequemlichkeit ist als Argument offensichtlich unschlagbar. Honda weiß das und hat sich entsprechend mit unterschiedlichen SUVs für den Markt gewappnet. Die Japaner haben sich so eingedeckt, dass sie in die Nische stoßen, wo gute Fahrzeuge günstig zu finden sind. Während ein SUV aus der Produktion deutscher Hersteller nicht selten weit über 50.000 Euro kostet, ist Honda mit dem CR-V bereits mit 28.990 Euro dabei. Da sieht jeder Interessierte gern einmal beim Honda-Händler vorbei.
Bei den Boten aus dem Lande der aufgehenden Sonne ist es in der Regel so, dass der Autofahrer bereits ein Paket Annehmlichkeiten mitgekauft hat, wenn er sich für eine der zur Wahl stehenden Ausstattungslinien entscheidet. Dann bedarf es schon ausgefallener Wünsche, wenn noch eine Aufpreisliste eingesehen werden muss. Beim Testfahrzeug handelte es sich um einen CR-V Lifestyle mit obligatorischen 1,5-Liter-Benzinmotor. Der wird mit einem Turbolader auf unterschiedliche Powerklassen geblasen und hat in diesem speziellen Fall 173 Pferdchen unter der Haube. Wer es kräftiger will, kann sich auch vom gleichen Aggregat 193 PS liefern lassen.
Mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe ist der CR-V bestens ausgerüstet und vermeidet das obligatorische Motorengebrüll, wenn ein CVT-Getriebe verbaut ist, das Honda ebenfalls im Sortiment anbietet. Die anstehenden 36.990 Euro für den Kauf des Hondas in der erhabenen SUV-Position sind gerechtfertigt, zumal eine Fülle von Annehmlichkeiten die Fahrt erleichtert. Das beginnt bei der Sitzheizung und endet nach einer seitenfüllenden Aufzählung über Sensoren für die automatischen Scheibenwischer bis zur Lederausstattung. Diese fällt mit ihrer sorgsamen Verarbeitung und den schmückenden Holzapplikationen im Interieur sogar recht edel auf. Das ist nicht immer die Stärke von Fahrzeugen aus Fernost gewesen.
Über Geschmack sollte man sich bekanntlich nicht streiten. Somit hat der Honda SUV mit dem Kürzel CR-V sicherlich ebenso seine befürwortende Gemeinde, wie Fahrzeuge anderer Hersteller. Honda hat dem CR-V schließlich auch sein ureigenes Design mit auf den Weg gegeben, das sich in manchen Vergleichen deutlich von europäischen Mitbewerbern unterscheidet. Damit ist der sportaffine Hersteller aus Japan aber nicht neben der Spur, er ist nur auf einem anderen Weg: unzweifelhaft schon aus der Weite als Honda erkennbar.
Das Familiengesicht lässt erkennen, dass es hier um den Kandidaten geht, der auch schon einmal ins Gelände darf, weil er sich dort durchsetzen würde. Der Allradantrieb und die 208 Millimeter Bodenfreiheit erlauben dem CR-V diese Ausflüge. Der vierrädrige Antrieb ist elektronisch zuschaltbar. Ein CR-V begnügt sich automatisch mit dem Frontantrieb, wenn er auf unkritischem Gelände unterwegs ist. Das kommt dem Verbrauch zugute, denn im Test ließ er nur 7,9 Liter durch seine Adern gleiten.
Mit einem CR-V ist der Autofahrer dann auch gleich in der Liga unterwegs, in der man schon einmal um Mithilfe gebeten wird, wenn Umzüge zu bewerkstelligen sind oder wenn mehrere Personen den gleichen Zielort ansteuern wollen. Fünf Personen finden bequem in den Sitzen Platz und das Gepäck darf ein Volumen von 561 bis 1.756 Liter ausmachen. Auch sind die Sitzpositionen so ausgearbeitet, dass es bequem über längere Strecken gehen darf. Das war nicht immer bei allen japanischen Herstellern selbstverständlich.
Auch wenn die Türen nicht mit einem dumpfen, satten Geräusch ins Schloss fallen, ist der Honda CR-V ordentlich verarbeitet, wobei er sich bei nötigen Wartungen und Reparaturen relativ unkompliziert unter den Pelz aus Metall kommen lässt. Hier haben bereits einige andere Hersteller einen komplizierten und damit kostenintensiven Vorgang vorgesehen. Auch diese wartungsfreundliche Bauweise sollte ein Pluspunkt für den Honda CR-V sein.
Wenngleich Honda sich bereits in sportlicher Hinsicht erfolgreich auf allen Rennstrecken dieser Welt bewiesen hat, ist diese DNA nicht unbedingt für den CR-V vorgesehen. Die Beschleunigung von 9,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sind nicht unbedingt die starke Seite der 173 Ponys, sollten aber ausreichen, um im Verkehr mitschwimmen zu können.
Kurt Sohnemann

Technische Daten: Honda CR-V Lifestyle 1.5 VTEC Turbo AWD MT
Hubraum: 1.498 ccm – Zylinder: 4 Reihe Turbo – Leistung kW/PS: 127/173
6-Gang-Schaltgetriebe – Max. Drehmoment: 220 Nm/1.900 U/min.
Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 9,8 Sek.
Leergewicht: 1.573 kg – Zul. Gesamtgewicht: 2.150 kg
Anhängelast gebr.: 2.000 kg – Gepäckraumvolumen: 561-1.756 Liter
Tankinhalt: 57 Liter – Kraftstoffart: Super – Verbrauch (Test): 7,9 l/100 km
Effizienzklasse: C – CO2-Ausstoß (WA): 151 g/km – Euro 6
Grundpreis: 36.990 Euro

Schlagworte:

, ,



Comments are closed.

Back to Top ↑