Foto: (uka)

Ende gut, alles gut in „Palm Beach“

19. Juni 2016

An die 100 Gäste feierten mit dem Wassersportverein Dörverden

Man muss nicht immer erst aus dem Paradies vertrieben werden, um zu begreifen, was es einem wert ist. Den Mitgliedern des Wassersportvereins Dörverden war nach dem allerersten Schock, als eines Nachmittags im September 2013 unangekündigt ein Vermessungsteam auf dem gepachteten Vereinsgrundstück stand, sofort klar, was sie verlieren würden: Ein kleines, perfekt gestaltetes und in dreißig Jahren gewachsenes Kleinod, die Bleibe für ihre penibel gepflegten Boote, beliebte Anlaufstelle vieler befreundeter Vereine und zahlloser weitreisender Wassersportler (der WoSpie berichtete). Aber: Ende gut, alles gut in „Palm Beach“ – Anfang Juni wurde in einer ordentlichen Sause die neu gebaute Anlage offiziell eingeweiht.

Doch am Anfang stand die pure Verzweiflung, wie der WSV-Vorsitzende Peter Schneider in seiner Begrüßung von knapp 100 Gästen auf der Schleuseninsel ehrlich zugab. Die etablierte und gut eingewachsene Anlage sollte um 50 Meter in Richtung Wehr verlegt werden, um Platz für die vorgezogene Kanal-Erweiterung zu machen. Nach der Schockstarre begann eine Phase des Überlegens und der Gespräche, dann eine heiße Zeit Planung, viel Verhandlung und am Ende noch mehr Arbeit.

Die knapp 40 Mitglieder stellten sich mutig allen Herausforderungen und Problemen, die sich in zweieinhalb Jahren aneinanderreihten. Doch es ging stetig voran und der Verein erhielt viel Hilfe und Zuspruch in jeder Form: „Die Spendenbereitschaft war grandios!“, so Peter Schneider. Mit reinen Vereinsmitteln wäre das Vorhaben auch nicht zu finanzieren gewesen. Begeistert zeigte sich der Dörverdener Bürgermeister Alexander von Seggern (parteilos). Dass ein Verein ein solches Projekt allein aus Eigenmitteln und Spenden finanziere sei eine neue Erfahrung für ihn. Er wertet „Palm Beach“ als Highlight der Region, als einen begehrten touristischen Anlaufpunkt von der Wasserseite, der für viele Gäste die erste Adresse sei. Schon Anfang Juni seien über 40 Saisongäste auf dem Wasserweg beim WSV Dörverden angelandet. Die Gemeinde Dörverden engagiere sich in der „Gelben Welle“ – einem deutschlandweiten Informationssystem für wassertouristische Angebote – und wolle das Engagement weiter ausbauen, wie er am Rande der Veranstaltung bekundete.

Der WSV Dörverden wird das begrüßen, denn in seiner auferstandenen Idylle sind Gäste jederzeit sehr willkommen. Auch neue Mitglieder werden mit offenen Armen aufgenommen, wenn sie den Vereinsgedanken mittragen, denn in „Palm Beach“ sitzen nicht nur sprichwörtlich alle in einem Boot.

(uka)

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