Foto: Weltvogelpark Walsrode

Eingemauert – aus Liebe

25. August 2019

Weltvogelpark Walsrode feiert doppelten Nachwuchs bei den Hornvögeln – Tiere haben spezielles Brutverhalten

Hornvögel haben im gesamten Vogelreich eine einzigartige Brutbiologie: Das Weibchen mauert sich mit den Eiern in einer Baumhöhle ein. Nur ein kleiner Spalt bleibt für das Futter, das vom treu sorgenden Vater herbeigebracht wird. Dieses Schauspiel kann nun live im Weltvogelpark beobachtet werden. Denn dort ist bei den Helmhornvögeln und Rhinozeroshornvögeln jeweils ein Jungtier geschlüpft.
Beide Hornvogelarten sind auf der Roten Liste bedrohter Tierarten als gefährdet eingestuft. Größte Bedrohung sind dabei die Abholzung der natürlichen Wälder, die Bejagung sowie der Handel als Käfigvogel. Nachwuchs unter menschlicher Obhut ist in Europa sehr selten. „Das Weibchen des Helmhornvogels ist bereits seit Mai eingemauert, das Jungtier Ende Juni geschlüpft. Derweil sind Mutter und Jungtier noch in der Höhle, während das Männchen sie mit Futter versorgt, jedoch erwarten wir das Ausfliegen des Jungvogels in den nächsten Wochen. Bei den großen Arten der Hornvögel fliegt ein Jungtier je nach Art nach rund 70 bis 80 Tagen aus“, sagt Diplom-Biologin Anne Densow
Aber auch bei dem Rhinozeroshornvogel gibt es gerade Nachwuchs. „Dieses Jungtier ist am 29. Juli geschlüpft und noch ganz klein. Der Nachwuchs ist etwas ganz Besonderes, da wir das Elternpaar erst letztes Jahr zusammengebracht haben. Niemand hat damit gerechnet, dass sie bereits dieses Jahr mit dem Brüten beginnen. Das war wohl Liebe auf den ersten Blick“, freut sich Janina Ehrhardt, Pressesprecherin des Weltvogelparks. Das Treiben der Helmhornvögel wird über eine kleine Kamera auf einen Monitor in der Nähe des Geheges übertragen – der Besucher ist also live dabei. Der Weltvogelpark öffnet täglich ab 10 Uhr.
Im Weltvogelpark sind aktuell zwölf verschiedene Arten von Hornvögeln zu Hause. Die Familie der Hornvögel zeichnet sich durch einen nach unten gebogenen, langen Schnabel aus. Den Aufsatz auf dem Oberschnabel nennt man das Horn. Dieses ist meistens nur mit poröser Knochensubstanz ausgekleidet und somit überwiegend hohl. Hauptsächlich dient das Horn als Resonanzraum, um die Rufe zu verstärken beziehungsweise zur Partnersuche.

 

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