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Einfach über den Zaun geworfen…

2. Dezember 2018

Unter den 250 Bewohnern des Gnadenhofs sind auch einige „Findelkinder“

Seit Anfang dieses Jahres gibt es den Gnadenhof in Wittorf auch ganz offiziell: Unter dem Namen „Gnadenhof Zwergenland“ ist er auch im Internet mit einer eigenen Homepage vertreten, auf der man einen Überblick über die tierischen Bewohner und ihre teilweise traurigen Schicksale erhält. Allerdings besteht der Gnadenhof intern schon sehr viel länger und ist aufgrund der Tierliebe der Betreiber in den letzten Jahren auf inzwischen 250 Tiere angewachsen.

Als Jessica Huntemann und Carsten Wilkens vor einigen Jahren den ehemaligen Bauernhof gepachtet haben, war für sie schnell klar, dass sie sich hier auch den Traum von eigenen Hühnern erfüllen möchten. Nachdem sie zunächst einige eigene Tiere hatten, retteten sie im Mai 2017 rund 60 Hühner aus einer Zuchtbatterie, die in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand waren. Einige trauten sich erst nach einem halben Jahr hinaus ins Freie, da sie bisher nur Stallhaltung gewohnt waren. Inzwischen ist die Hühnerpopulation auf dem Hof auf 160 angewachsen. „Einige Hühner haben wir ganz offiziell übernommen, aber es kommt auch immer wieder vor, dass uns Hühner einfach ,über den Zaun geworfen werden‘ und wir sie plötzlich bei uns im Gehege wiederfinden“, berichtet Jessica Huntemann. Ein ähnliches Schicksal erlitten auch die zwei Kaninchen, die plötzlich in einer Transportbox vor dem Hoftor standen und in einem gesundheitlich sehr schlechten Zustand waren. Die kleinen Fellknäuel befinden sich aufgrund des starken Milbenbefalls noch in Quarantäne und werden noch eine Weile brauchen, bis sie mit ihren zwölf Artgenossen in dem gemütlichen Kaninchenstall hoppeln können.

Drei Katzen, zwei Hunde, vier Schafe, sieben Ziegen, drei Minischweine, fünf Frettchen, vier Meerschweinchen und zehn Warzenenten gehören ebenfalls zu den Bewohnern des Hofes. Ihre Geschichte ist so unterschiedlich wie die Tiere: Die Ziegen und Schafe wurden schweren Herzens von ihrer Besitzerin abgegeben, da diese schwer erkrankte und sich nicht mehr um ihre Tiere kümmern konnte. Noch immer hält sie den Kontakt zu ihren ehemaligen Schützlingen und freut sich, dass diese ein so liebevolles neues Zuhause gefunden haben.
„Auch wenn wir offiziell als Gnadenhof ins Spendenregister eingetragen sind, heißt das nicht, dass wir staatliche Zuschüsse erhalten. Dies ist leider erst nach einigen Jahren möglich“, bedauert Jessica Huntemann und erzählt: „Wir haben Futterkosten von bis zu 700 Euro im Monat. Diese tragen wir mit unserem privaten Verdienst, erhalten aber zum Glück auch ab und zu Spenden. Einige ehemalige Besitzer haben auch Patenschaften übernommen und tragen so die Futter- und Tierarztkosten für ihre Schützlinge weiter.“ Der Gnadenhof freut sich deshalb auch sehr über Sachspenden wie Heu, Stroh, Äpfel oder Möhren, die teilweise auch von Landwirten aus der Umgebung kommen.

Wer den Verein finanziell unterstützen möchte, kann dies direkt über die Homepage https://gnadenhof-zwergenland.jimdo.com. Auch tatkräftige Helfer sind immer willkommen. Ein kleiner Teich als Trink- und Bademöglichkeit für die Tiere wurde so schon in diesem Jahr geschaffen. Im Frühjahr ist geplant, einen neuen Zaun zu setzen, um das Außengehege zu vergrößern. Doch dafür fehlen momentan noch die finanziellen Mittel.

(chi)

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