Duzen oder Siezen – wie halten Sie es?

20. März 2016

Oft ist es nicht einfach zu entscheiden, ob man beim „Sie“ bleiben soll oder zum „Du“ übergehen kann.
 
Sicherlich gibt es einige Bereiche oder Branchen, in denen das Duzen üblich ist. Grundsätzlich ist im Geschäftsleben oder bei neuen Kontakten aber zunächst das „Sie“ die korrekte Ansprache und gerade im beruflichen Umfeld wird dadurch eine notwendige und durchaus nützliche Dis-tanz gewahrt. Es ist durchaus möglich, dass sich Menschen bedrängt oder nicht respektiert fühlen, wenn sie ungefragt geduzt werden. Kommt man als neuer Kollege in eine Abteilung, in der es üblich ist, sich zu duzen, sollte man dennoch nicht gleich mitduzen, sondern warten, bis das „Du“ angeboten wird.
Im Berufsleben bestimmt sich der Rang nach der betrieblichen Hierarchie, das heißt, das „Du“ wird von oben nach unten angeboten; der Chef bietet es dem Mitarbeiter an, die ältere Kollegin der jüngeren. Doch selbst wenn man in der ranghöheren Position ist, ist es ratsam, grundsätzlich zurückhaltend zu sein, solange man sein Gegenüber nicht richtig einschätzen kann. Längst nicht jeder möchte mit allen möglichen Leuten per „Du“ sein, auch (und vielleicht besonders) nicht mit dem Vorgesetzten. Von wirklich schlechten Manieren zeugt es aber, wenn ein Ranghöherer Rangniedrigere ungefragt duzt oder wenn Angehörige bestimmter Berufsgruppen grundsätzlich geduzt werden.

Ich bestehe nicht darauf, gesiezt zu werden. Ich denke, es ist Respekt gegenüber älteren Menschen, aber an sich bin ich schnell per Du. Ich selbst studiere Grundschul-Lehramt und da finde ich es auch in Ordnung, wenn die Schüler in der ersten Klasse die Lehrer duzen, aber ab der weiterführenden Schule wird gesiezt. Als ich selbst noch zur Grundschule ging, wurden die Lehrer auch geduzt, obwohl meine Mutter auf „Sie“ bestand, da war ich im Zwiespalt – Meike Schleufe aus Lindwedel

U-Meike-Schleufe

Es hat ganz viel mit Respekt und Distanzierung zu tun. Wenn ich mit meinem Bänker, Arzt oder jemanden von der Behörde spreche, möchte ich nicht geduzt werden. Wir kommen aus der Altenpflege, da würde ich alleine aus Respekt die älteren Leuten nicht duzen. Auf Partys, Festivals oder Konzerten ist man eher per Du. Da wird nicht gesiezt. Im Kindergarten und der Schule, selbst in der Grundschule, sollten die Pädagogen mit Respekt behandelt und gesiezt werden – Franziska Frindt und Steven Jaffke aus Benefeld 

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Man möchte in gewissen Bereichen einfach lieber gesiezt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei uns automatisch irgendwann alle gleich per Du sind. Im Kindergarten hingegen finde ich es schön, wenn die Erwachsenen mit Vornamen angesprochen werden dürfen. In der Schule ist es etwas anderes und der Übergang zur Schule wird den Kindern bewusst. Ich bin auch nicht der Typ, der gleich auf die Leute zugeht und sie duzt, höchstens mal auf Partys. Es kommt aber auf den Altersunterschied an – Nanne Sawade mit Ella aus Walsrode 

 

U-Nanne-Sawade

Ich duze immer! Es ist bei mir so drin. Ich bin auf dem Bau groß geworden und da wird immer geduzt. Das Siezen kommt von der französischen Revolution. Ich habe keine Probleme und keine schlechten Erfahrungen gemacht, wenn ich die Leute gleich duze. Es kommt immer darauf an, wie man auf die Leute zugeht. Ich versuche jeden zu duzen, dann ist man auf einer Augenhöhe. Das Problem ist nicht das Duzen oder Siezen, sondern wie man miteinander umgeht. Dadurch baut sich der Respekt auf – Simon Lüders aus Walsrode

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Da, wo es passt, zum Beispiel, wenn man bei einer Feier hinzukommt, duzen wir. Viele finden es als Beleidigung, einfach geduzt zu werden. Mich stört es nicht. Als Kunde im Geschäft hingegen, möchte man schon mit „Sie“ angesprochen werden. Da gibt es eine gewisse Distanz. Ebenso gibt es den Respekt dem Lehrer oder Pädagoge gegenüber. Da finde ich es auch nicht gut, wenn die Kinder die Erzieher duzen. Im Ausland wird man automatisch geduzt. Wir selbst sind auch schnell per du, wenn einem jemand sympathisch ist – Renate und Günter Voigt aus Walsrode   

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Es kommt immer darauf an. Im Großen und Ganzen duze ich die Leute in meinem Alter oder jüngere gerne. Ältere Herrschaften hingegen nicht. Es kommt auch auf die Situation an. Zum Beispiel Respektspersonen, wie Polizisten, würde ich auch nicht duzen. Mich selbst stört es nicht, wenn ich geduzt werde. Rein beruflich ist es schwer zu sagen. Die Kollegen, außer dem Chef, werden geduzt. Im Kindergarten können die Kinder die Erzieher duzen. In der Schule sollten sie die Lehrer generell siezen – Jörg Protzek aus Walsrode 

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