Foto: Barmer GEK

Drei Tage länger krank als Bundesschnitt

2. August 2015

Im Heidekreis dauerte eine Krankmeldung im Durchschnitt 20 Tage – im Bund 16,9 Tage

Nach den Auswertungen des Barmer GEK Gesundheitsreports meldeten sich im Jahr 2014 in Niedersachsen Erwerbstätige durchschnittlich 16,9 Tage arbeitsunfähig. Eine Arbeitsunfähigkeitsmeldung dauerte im Bund im Durchschnitt 17,1 Tage. Für den Heidekreis lässt sich sagen, dass im vergangenen Jahr jeder Erwerbstätige statistisch betrachtet 20,0 Tage krank geschrieben war, was einem Krankenstand von 5,5 Prozent entspricht.

„Das heißt, die Berufstätigen im Kreis waren länger krankgeschrieben als der Durchschnittsdeutsche und der Durchschnittsniedersachse“, so Bezirksgeschäftsführerin Monika Schlickum. Vor allem Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und psychische Probleme sorgten im Kreis für lange Abwesenheiten vom Arbeitsplatz. Die Spannbreite der ermittelten Fehlzeiten im Land reicht von 13,7 Tagen im Kreis Vechta bis 20,5 Tagen im Kreis Uelzen.
Beim Blick auf die vier ärztlichen Hauptdiagnosen für Arbeitsunfähigkeiten (AU) entsteht folgendes Bild:
• Psychische und Verhaltensstörungen gab es im Heidekreis 20,5 Prozent mehr (2013: 24,8 Prozent) als im Bund, was insgesamt 3,8 AU-Tagen je erwerbstätigem Versicherten entspricht.
• Krankheiten des Atmungssystems wurden 11,6 Prozent (2013: 11,8 Prozent) weniger diagnostiziert, insgesamt 1,8 AU-Tage.
• Bei Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems lag der Heidekreis 29,5 Prozent (2013: 23,0 Prozent) über dem Bundesdurchschnitt, insgesamt 5,2 AU-Tage.
• Bei Verletzungen, Vergiftungen und bestimmten anderen Folgen äußerer Umstände um 21,8 Prozent (2013: -5,4 Prozent) höher als im Bund, insgesamt 2,5 AU-Tage.
Bei Statistiken zu Arbeitsunfähigkeiten ist die Interpretation der Ergebnisse keinesfalls einfach. Bei der Interpretation sind viele Einflüsse zu bedenken. Wichtig erscheint der Hinweis, dass gesundheitliche Einschränkungen erst ab einer bestimmten Schwelle zu einer Arbeitsunfähigkeit mit Fernbleiben vom Arbeitsplatz führen. „Ein Arbeitnehmer kann beispielsweise durchaus schon lange unter leichteren Kopfschmerzen gelitten haben, ehe er sich wegen zunehmender Beschwerden krankschreiben lässt“, betont Schlickum. Aber auch das Klima am Arbeitsplatz dürfte unterschiedliche Auswirkungen haben. Höhere Krankenstände können Folge eines schlechten Betriebsklimas oder allgemein hoher Belastungen am Arbeitsplatz sein.

Zählt man Angst um den Erhalt des Arbeitsplatzes als einen Aspekt des Betriebsklimas, kann ein negatives Betriebsklima jedoch auch zur Vermeidung von berechtigten Fehlzeiten führen.
Durch ein umfangreiches Präventionsangebot unterstützt die Barmer GEK ihre Versicherten, für die eigene Gesundheit aktiv zu werden. Sie fördert Gesundheitskurse zu den Themen Stressbewältigung/Entspannung, Bewegung, Ernährung und Suchtmittelkonsum. Volkshochschulen, Bildungsstätten oder Vereine bieten vielfach Gesundheitskurse an.

(msc/so)

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