Foto: Michael Miklas

Dienst am „Leuchtfeuer“

3. November 2019

Ralf Richter als Leiter des GRZ Krelingen eingeführt / Martin Westerheide verabschiedet

Vor rund 500 Gästen führte Landesbischof Ralf Meister jetzt Pastor Ralf Richter (56) in sein Amt als Leiter und Theologischer Vorstand des GRZ (Geistliches Rüstzentrum) Krelingen ein. Richter tritt damit die Nachfolge von Pastor Martin Westerheide (66) an, der das Krelinger Werk elf Jahre leitete und nun in den Ruhestand geht.
In seiner Ansprache im Rahmen des feierlichen Festgottesdienstes in der Heinrich-Kemner-Halle betonte Meister die Vielfalt an Arbeitsbereichen und Angeboten in Krelingen. Das GRZ sei ein „Werk Gottes“ und ein geistliches „Leuchtfeuer“. Der Landesbischof dankte Westerheide für seinen engagierten Dienst. Trotz zum Teil unterschiedlicher theologischer Sichtweisen sei es stets ein brüderliches und offenes Miteinander gewesen. Meisters Dank ging auch an Ulrike Westerheide, die ihren Mann unterstützt habe und sich selbst an vielen Stellen in das Krelinger Werk einbringe.
Bei Westerheides Nachfolger Ralf Richter entdecke er aufgrund seiner Biografie, die ihn an verschiedene Stationen im In- und Ausland geführt habe, eine „Abenteuerlust“. Zuletzt war der 56-jährige Pfarrer der evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Peking. Meister erinnerte daran, dass sowohl der alte als auch der neue Leiter ihre ersten Schritte in den geistlichen Dienst in Krelingen gemacht haben: Westerheide Anfang der 1970er Jahre, Richter rund zehn Jahre später. „Vielleicht gucken Sie sich schon einmal in den 1990er-Jahrgängen nach einem geeigneten Nachfolger um“, scherzte der Bischof.
In seiner Predigt plädierte Richter für eine „Kultur der Nächstenliebe“. Diese sei keine Selbstverständlichkeit. In China habe er eine darwinistisch geprägte Gesellschaft erlebt, in der das Recht des Stärkeren gelte. Tendenzen zu einer „Ellenbogengesellschaft“ erlebe er auch in Deutschland. Als Christen gehe es aber darum, nicht wegzusehen, sondern die „Sichtweise Jesu“ und dessen Blick für Einzelne und ihre Nöte einzunehmen. Richter: „Aus der Verbindung mit Jesus erwächst eine Kultur der Nächstenliebe.“ Auch das GRZ Krelingen wolle weiterhin ein Ort der Nächstenliebe sein, an dem Menschen „Heilung und Hilfe“ erfahren, so der neue GRZ-Leiter.

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