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Die praktische Art SUV zu fahren

1. November 2020

Die praktische Art SUV zu fahren Thomas Riese
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.7


Beim Kia Sportage spielen die Fahrzeuginsassen hinsichtlich des Platzangebots und der Gestaltung des Cockpits die wesentliche Rolle

Es gibt wohl kaum ein Autohaus, in dem nicht derzeit von der Elektrofizierung der Fahrzeuge die Rede ist. Das ist bei Kia nicht anders, zumal die Südkoreaner einer der ersten Hersteller waren, die mit dem Strom alternative Antriebe auf die Straße brachten. Konsequent führt das Unternehmen Kia diese Marschroute weiter und ist bereits einer der ersten Produzenten mit einem Mild-Hybrid-System für den deutschen Markt gewesen. Der Kia Sportage hat sich dafür als ideales Objekt angeboten, zumal er in der Beliebtheitsskala der Autofahrer ganz oben steht.
Warum er so beliebt ist, erklärt sich aus der Praxis. In kaum ein anderes SUV lässt es sich so bequem ein- und aussteigen, wie dem Sportage. Auch ist die Sitzposition im Fahrzeug geradezu maßgeschneidert, selbst dann, wenn man über die Normgröße hinausgewachsen ist. Während viele Mitbewerber ihre Fahrzeuge auf SUV-Höhe gebracht haben, dabei aber die Höhe des Innenraums vernachlässigten, ist Kia konsequent geblieben. Die Insassen spielen für Kia die wesentliche Rolle. Man kann schnell den Eindruck gewinnen, das Fahrzeug wurde den Passagieren auf den Leib geschneidert. Das gilt übrigens auch für die Mitfahrer auf den Fondplätzen.
Auch müssen die Instrumente nicht lange gesucht werden, die bedient werden sollen, wenn das Fahrzeug die gewünschten Dinge ausführen soll. Das Cockpit ist vorbildlich gestaltet und die Elemente groß genug wie auch erreichbar. Während einige Hersteller mit dem Wischen und Tasten über Bildschirme die Ideallösung gefunden haben, ist der Kia Sportage bei der probaten Methode geblieben. Das schließt nicht aus, dass ein Höchstmaß an Konnektivität und modernster Assistenten gegeben ist. Der Sportage verfügt über einen 8-Zoll-Bildschirm, der ausreicht, die Abbildungen der Kamera, der Fahrzeugdaten oder des Navigationsgeräts abzulesen. Mit der neuesten Ausbaustufe des Navigators ist es sogar möglich, die Differenzen auszuschalten, die durch fehlende Berechnungen der Parkplatzfindung beim Marktführer noch auftreten. Kia ist da schon einen Schritt weiter.
Eine Verbindung von Dieselantrieb und Mild-Hybrid ist relativ selten, aber in der Form sicherlich sparsamer hinsichtlich des Verbrauchs, als bei Benzin-Mild-Hybrid-Kombinationen. Schließlich ist der Selbstzünder immer noch die verbrauchsextensivste Art, vorwärtszukommen. Die 48-Volt-Batterie des Riemen-Starter-Generators unterstützt ihn, beim Ziel möglichst sparsam zu sein. Der Verbrauch pendelte sich im Test bei 6,6 Liter für hundert Kilometer ein, was keinen Weltrekord abbildet, aber erwartungsgemäß günstig ist. Während ein Plug-In bei zugeführter Elektroenergie noch weniger Verbrauch nach sich ziehen könnte, ist die Mild-Hybrid-Technik eher eine Mischung aus Alibi-Absicht und Tendenz der kleinen Schritte. Die Gegenleistung für den schmaleren Verbrauch ist höheres Gewicht und ein kleinerer Gepäckraum.
Im Fahrbetrieb hat der Kia Sportage mit dem siebengängigen Doppelschaltgetriebe und den 136 Pferdestärken einen sehr komfortablen Eindruck hinterlassen. Das liegt zum einen an den Sitzpositionen in gut verarbeitetem Ambiente wie auch an den ausreichenden Fahrleistungen mit Allradantrieb und genügend Bodenfreiheit, um auch im Gelände eine Rolle zu spielen. Für sportlich ambitionierte Fahrer ist der Sportage in all seiner Gemächlichkeit wahrscheinlich nicht die richtige Wahl. Wohl aber treffen die Autobauer aus Fernost mit der deutschen Zentrale für Zukunftstechnologie den Nerv der Pragmatiker. Die siebenjährige Garantie spricht für den Glauben der Hersteller an ihre Technik und gibt dem Fahrzeughalter Sicherheit für mehr als eine Modellperiode.
Auch wenn der Dieselmotor nicht zu den leisesten im Verkehrsgefüge zählt, ist er mit seiner Kraft und dem Turbolader spritzig genug, bei einem Drehmoment von 320 Newtonmeter und niedrigen Drehzahlen ruhige und entspannende Fahrten aller Distanzen zu garantieren.

Kurt Sohnemann

Technische Daten: Kia Sportage 1.6 CRDI 48V 7DCT AWD
Hubraum: 1.598 ccm – Zylinder: 4 Reihe Turbo – Leistung kW/PS: 100/136
Allradantrieb – 7-Gang-Doppelschaltautomatik
Max. Drehmoment: 320 Nm/2.000 U/min.
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 12,0 Sek.
Leergewicht: 1.698 kg – Zul. Gesamtgewicht: 2.210 kg
Anhängelast gebr.: 1.600 kg – Gepäckraumvolumen: 439-1.428 Liter
Tankinhalt: 58 Liter – Kraftstoffart: Diesel – Verbrauch (Test): 6,6 l/100 km
Effizienzklasse: A – CO2-Ausstoß (WA): 130 g/km – Euro 6d Temp
Grundpreis: 32.402,02 Euro

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