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Deutschkurse fördern die Kompetenz der Mitarbeiter

29. Januar 2017

Mitarbeiter mit Migrationshintergrund haben durch Deutschkurse bessere Chancen

Jeden Mittwoch drücken vierzehn Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. im Ankunftszentrum Bad Fallingbostel für drei Unterrichtsstunden die Schulbank, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Sie alle haben im Rahmen der Flüchtlingshilfe eine Chance bei den Johannitern bekommen. Sie arbeiten als Sprachmittler und Betreuer für die ankommenden Flüchtlinge. Hier gilt deren Muttersprache, sei es arabisch, kurdisch oder auch weit seltenere Sprachen, als wichtiger Schlüssel für eine erfolgreiche Tätigkeit mit den Flüchtlingen.

Einige der „Schüler“ leben schon seit mehreren Jahren in Deutschland, manche sind erst drei bis vier Jahre hier, doch alle haben bei den Johannitern eine berufliche Perspektive gefunden und wollen nun die Qualifizierungsmaßnahme „QuiSaM“ nutzen. Denn für alle ist Deutsch eine Fremdsprache und deren Beherrschung ein wichtiger Meilenstein zur weiteren Integration im deutschen Arbeitsmarkt.

Gemeinsam mit dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH als Bildungsträger und der Agentur für Erwachsenen und Weiterbildung (AEWB) Niedersachsen, die diese Maßnahme aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen fördert, haben die Johanniter schon seit November letzten Jahres die Maßnahme im Camp gestartet. Hinter der Abkürzung „QuiSaM“ verbirgt sich die Qualifizierung von in Sozialberatung tätigen Migranten, ein Modellkonzept in zwei Modulen zur Alphabetisierung und Grundbildung und zur weiteren erfolgreichen Teilhabe in der Gesellschaft. Gerhard Neugebauer, der als Deutschlehrer des Bildungsträgers BNW die Johanniter-Mitarbeiter unterrichtet, ist begeistert von seinen Schülern und deren Fortschritten in kürzester Zeit. Egal, ob deutsche Grammatik, Lesen und freies Sprechen oder mathematische Aufgaben auf dem Stundenplan stehen, „sie sind alle so fleißig dabei und stellen viele Fragen“, lobt Neugebauer seine Schüler. Er will nicht nur Grundkompetenzen vermitteln, sondern auch das Wissen darüber, wie „Deutschland tickt und wie sie dies auch den Flüchtlingen vermitteln können“. Karin Stöckigt, Projektkoordinatorin des BNW aus der Geschäftsstelle Heidekreis in Soltau, bereitet gerade das zweite Modul des Kurses vor.

„Anfang Februar starten wir mit dem zweiten Teil der Qualifizierung, die sich mit dem Ausbau und der Festigung der professionellen Beratungskompetenz im Hinblick auf die ankommenden Flüchtlinge beschäftigt“. Gut für die betreuenden Sprachmittler der Johanniter, denn schon seit Bestehen des Camps sind sie wichtiger Ansprechpartner für die Flüchtlinge und haben selbst schon Deutschkurse für die Flüchtlinge gegeben. „Wir haben Ihnen die wichtigsten Wörter auf Deutsch beigebracht, damit sie sich ein bisschen verständigen können“, erzählt Mayada, eine junge Frau, die schon seit September 2015 als Betreuerin bei den Johannitern arbeitet und die selbst erst seit vier Jahren in Deutschland lebt.

(dl/so)

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