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Den Boxer für die nächsten Runden fit gemacht

18. Februar 2018

Den Boxer für die nächsten Runden fit gemacht Thomas Riese
Verarbeitung
Sitze
Kofferraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung

Bewertung:

3.3


Subaru hat den XV mit zwei Motoren komplett überarbeitet und noch sicherer gemacht

Subaru zählt nicht zu den ganz Großen auf dem Automobilmarkt, wenn es um die Zulassungszahlen geht. Vielleicht konzentriert sich der Konzern aus Fernost deshalb auf die Nische, die es mit Qualität zu füllen gilt. Die Tochter des Wirtschaftsgiganten Heavy Industries hat sich auf Allradfahrzeug konzentriert. Wenn dann einmal ein Front- oder Hecktriebler dazwischengerät, dann nur, weil er aus einer Kooperation mit einem anderen Hersteller stammt. Aber mit der gegebenen Modellpalette ist Subaru so erfolgreich, dass in Deutschland im vergangenen Jahr immerhin 7.440 Zulassungen möglich waren. Das war ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr um 6,8 Prozent.

Keineswegs ein Ruhepolster, denn Subaru will auf Höhe innovativer Technik bleiben und dabei die eigenen Trümpfe ausspielen. Die sind merklich von Sicherheit bestimmt und lassen sich in der Euro NCAP-Statistik ablesen. Fünf Sterne und Bestwerte in vielen Kategorien sprechen für die Japaner. Unterstrichen wird die aktive Sicherheit, die ein Fahrzeug automatisch durch den Vierradantrieb erlangt. Unabhängig, ob Winter oder Sommer ist – aber besonders prägnant wird der Unterschied natürlich im Winter, wenn herkömmliche Mitbewerber aufgeben müssen, wo Subaru noch ohne Probleme durchmarschiert.

Um kontinuierlich am Puls der Zeit zu bleiben, haben Nippons Söhne jetzt den XV auf den Prüfstand gestellt und neu aufgelegt. „Bis auf ein paar Schalter im Innenraum haben wir alles erneuert“, so der technisch versierte Aftersales-Leiter des Unternehmens Jörg Kracke für den deutschen Markt. Besonders stolz ist man dabei auf das Eyesight-System, dass sich von den radargestützten oder mit Mikrowellen funktionierenden Systemen der Mitbewerber abhebt. Für das Eyesight haben Su-barus Techniker links und rechts vom Innenspiegel ein Kamerapaar angeordnet, dass den Verkehr beobachtet und notfalls Bremssituationen einleitet, um die Insassen vor Unfällen zu schützen. Neben der hohen Genauigkeit kommt hier zum Tragen, dass eine dauerhafte Funktion gewährleistet ist, weil das System nicht von außen verschmutzt und damit eingeschränkt wird.

In Kombination mit dem Eyesight-System helfen aber auch Spurassistenten und Müdigkeitserkennung vor unliebsamen Überraschungen, den XV unbeschädigt zu lassen. Um den wirtschaftlichen Erfolg zu untermauern, hat der Allradhersteller seine Fahrzeuge auf einer einzigen Plattform geplant. Der XV ist der Pionier dieser Maßnahme. Das Resultat der Planung ist ein vergrößerter Innenraum für die Passagiere, wobei das Gepäckabteil leichte Einbußen hinnehmen muss.

Dass die Dieseldiskussion an Subaru nicht ganz spurlos vorbeigegangen ist, macht sich im Anteil der Selbstzünder bemerkbar, die für den Hersteller einen Anteil von 55 Prozent hatten. Für Subaru eine Situation, die einem Skatspiel mit vier Buben gleicht, wobei das Leben Schach mit dem Protagonisten spielt. Der Dieselanteil ist derweil auf 25 Prozent gesunken. Er wird sich sicherlich wieder erholen, wenn die Diskussion um den Treibstoff sachliche Formen angenommen hat.

Der XV ist derweil nur noch mit dem obligatorischen Boxermotor zu haben, der durch seinen tiefen Schwerpunkt seine Vorteile bei der Straßenlage ausspielt. Dabei ist der XV ebenso gut im Gelände anzutreffen, denn durch seine hohe Bodenfreiheit von 220 Millimetern ist er nicht von der Wunschliste der Förster und Landwirte verschwunden. Zu den Eigenarten des Boxermotors gehört es, hohe Drehzahlen zu benötigen, um die Kraft auszuspielen, die zur Verfügung steht. Zwar ist die Phonstärke angenehmer geworden, weil die CVT-Lineartronic mit sieben neu gesetzten Schaltstufen besser reagiert, ist aber im Komfort noch ein Stück von den mittlerweile gängigen Doppelkupplungsgetrieben entfernt. Das Getriebe wird von Subaru in Kooperation mit LUK produziert.

Da auch die Motorenpalette überarbeitet wurde, kann der 2-Liter-XV mit 156 PS aufwarten, statt mit den ursprünglichen 150 PS. Das reicht, um lebendig am Verkehr teilzunehmen. Eine Nummer kleiner geht es auch, dann hat der XV einen 1,6 Liter großen Boxermotor, der mit 114 PS auskommen muss. Das reicht sicherlich auch für den Alltagsverkehr und ist zudem günstiger im Anschaffungspreis.

Kurt Sohnemann

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