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„Das Wunder von Visselhövede – die Leute standen Schlange“

10. März 2019

Aus einer Zusatzausbildung zur Märchenerzählerin entstand das Visselhöveder Märchenfest

Märchen üben seit jeher eine besondere Faszination in aller Welt aus. Jährlich stellt der Kultur- und Heimatverein das Märchenfest, unter der Leitung von Hanne Meier-Zindler und Ehemann Wolfram Zindler, auf die Beine. In diesem Jahr feiert die Veranstaltung ihr 20-jähriges Bestehen und blickt auf eine erfolgreiche Zeit zurück. „Angefangen hat alles damit, dass meine Frau eine Zusatzausbildung zur Märchenerzählerin in Vlotho in Nordrhein-Westfalen absolvierte“, erinnert sich Wolfram Zindler. „Zum Abschluss der Ausbildung gab es als Prüfung „Die Nacht der Märchen“, die in Ritterhude stattfand. Da waren meine Kolleginnen und ich uns einig, dass wir auch in Visselhövede auftreten wollen, denn für einen einmaligen Auftritt wäre es zu schade“, berichtet Hanne Meier-Zindler, die bis vorletztes Jahr Leiterin des St.- Johannes-Kindergartens in Visselhövede war. Somit war im März 1999 das erst Märchenfest geboren.

Seitdem haben rund 3.000 Kinder die jährliche Veranstaltung in der Kastanien-Grundschule besucht. „Anfangs wollten wir selbstständig bleiben, doch wir stellten schnell fest, dass wir an unsere Grenzen kamen“, berichtet Zindler. „Deshalb waren wir froh, dass uns der Kultur- und Heimatverein als Träger übernahm. Vor dem ersten Märchenfest warnte der ehemalige Vorsitzende Friedmann Götz uns davor, dass wohl nicht viele Kinder das Angebot annehmen würden. Doch dann geschah ,das Wunder von Visselhövede’ – die Leute standen Schlange“, freut sich noch heute die 64-jährige Erzieherin, die heute überwiegend auf ihre Kindergarten-Kolleginnen als Mitspieler zurückgreift. Das hat sich bewährt und ist zu einem festen Ensemble von mittlerweile zwölf Darstellern gewachsen. Die Theatergruppe „TeatrOn“ trifft sich lediglich fünf, sechs Mal, um im März das Stück aufzuführen: „Mehr Zeit bleibt nicht. Alle bekannten Märchen kamen so in den Jahren auf die Bühne.“

Nach und nach übernahm Ehemann Wolfram die Regie und schrieb auch einige Märchen speziell für das Märchenfest. Ein halbstündiges Anspiel, das mit einfachen Mitteln aufgeführt wird, ist nicht alles, was den Besuchern beim Märchenfest geboten wird. „Wir haben ein Märchenquiz, eine Märchen-Erzählrunde, ein Bastelangebot für Kinder und eine Naschecke, die „Schlossküche“, in der die Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins den kleinen Besuchern Kekse und Saft kredenzen“, zählt Zindler auf. „Anfangs hatten wir am Vortag immer einen Märchenabend für Erwachsene im Heimathaus angeboten, doch das wurde mit den Jahren immer weniger angenommen“, bedauert die Märchenerzählerin.

Dieses Jahr stehen am 16. März ab 15 Uhr „Die Bremer Stadtmusikanten“ auf der Bühne, und weil es das Jubiläumsjahr ist, wird am Freitag, 22. März, für die Erwachsenen ab 20 Uhr „Die drei Weiber in Venedig“ geboten. „Der Aufführungsort wird noch bekannt gegeben“, so die beiden engagierten Märchen-Experten.

(aki/chi)

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