Foto: Annalena Horl

Das wenig bekannte England

7. August 2016

Der Osten der britischen Insel hat seinen eigenen Charme – das Meer ist nie weit weg

Großbritannien ist fürwahr ein Land, das schon so manchen in seinen zauberhaften Bann geschlagen hat: Naturliebhaber, Städtereisende und Historiker gleichermaßen. Denn auch wenn das Königreich ganz in unserer Nähe ist und ein ähnliches Klima aufweist, so birgt die Insel doch ihren ganz eigenen Charme. Oft denkt man dabei im ersten Moment an drei wichtige Hauptattraktionen des Landes: die pulsierende Metropole London, immer einen Schritt im Trend voraus, dabei heimelig, international und absolut angesagt. Andere bringen mit Großbritannien die wunderschöne Landschaft Südenglands in Verbindung, beschauliche Küstenorte und strahlendweiße Steilküsten. Nicht zuletzt ist aber auch der schottische Norden ein Highlight, wo eine Reise durch eine nahezu magische Welt beginnt und Loch Ness nur eine der bedeutsamen Stationen ist.

Doch genau genommen hat auch Englands Osten eine Menge zu bieten. Kaum touristisch ausgelegt und demnach eher bei Einheimischen bekannt, bietet das weite Land East Anglias nördlich der bedeutsamen Universitätsstadt Cambridge hervorragende Ausflugsmöglichkeiten. So finden sich im Landesinneren malerische Landstriche, abgelöst von hübschen kleinen Ortschaften im typischen Cottage-Baustil. Auf einer Karte des „English Heritage“ ist schnell ersichtlich, wieviel Geschichte sich allein in der Grafschaft Norfolk verbirgt und so warten eine Vielzahl an Festungen und Castle-Ruinen darauf, von ihren Besuchern erforscht zu werden. Eine besonders gut erhaltene Klosterruine ist das „Castle Acre Priory“. Auf den Spuren der Mönche und beim Wandeln durch diese Jahrhunderte alte und dennoch höchstbeeindruckende Architektur, stellt dieser Ort seine Besucher vor die geheimnisvolle Frage: wer mag hier gelebt haben und wie muss es damals gewesen sein?

Wer sich lieber mit der derzeitigen Monarchie auseinandersetzen möchte, hat Gelegenheit den Landsitz der Queen zu besuchen. „Sandringham House and Gardens“ befindet sich ganz in der Nähe der britischen Hansestadt King’s Lynn und öffnet Besuchern seine hochherrschaftlichen Tore um einen Blick in das Leben der Königfamilie zu gewähren.

Ganz gleich wo man sich befindet, das Meer ist niemals weit entfernt. Unter diesem Aspekt sollte man sich auf keinen Fall die kleinen Küstenstädte und ihre idyllischen Häfen entgehen lassen. Wells-next-the-Sea im Norden Norfolks und ganz in der Nähe des Naturschutzgebietes „The Wash“, bietet gerade in den Sommermonaten eine herrliche Urlaubsatmosphäre. Während hier die Kinder Krebse fischen, man eine originale Portion Fish&Chips genießt oder einfach unter dem Gekreisch der Möwen den Fischern bei der Arbeit zusieht – hier scheint das Leben in einem anderen Tempo abzulaufen.

Eine weitere Küstenstation könnte der Badeort Cromer sein, welcher mit seinem Pier und der netten Promenade ein bisschen wie die kleine Schwester der südenglischen Vorbilder Brighton oder Eastbourne wirkt.

Alles in allem bietet dieser Teil des Landes ein unglaublich facettenreiches Bild, welches man nur genau betrachten muss. Stadt, Küste und tiefer Wald wechseln sich stetig ab und liefern für jeden Reisetyp das passende Angebot. Auch für Familien oder Hundebesitzer gestaltet sich ein Aufenthalt in dieser Region als äußerst unkompliziert. Empfehlenswert ist die Anreise im Pkw durch den Eurotunnel oder per Fähre, eine Alternative wäre ein Flug nach London-Stansted und die anschließende Weiterreise per Bahn oder Mietwagen.

Annalena Horl

 

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