Foto: (jr/rie)

„Das Landleben ist lebenswert“

24. Januar 2016

Altenboitzen und Nordkampen mit dem Thema „Dorfgemeinschaft“ bei der Grünen Woche in Berlin 

Stephan Rengstorf ist Ortsvorsteher von Altenboitzen, einem von 23 Ortsteile der Heidestadt Walsrode. Mit seiner Frau Karin, Sabine Axt, Elke Hogrefe und Giesela Gerke sowie der Jordantaler Blasmusik hatte er sich auf die 325 Kilometer lange Reise mit dem Ziel Berlin gemacht. Dort, auf der Internationalen Grünen Woche, stellte er gemeinsam mit Nordkampen die Dorfgemeinschaften der Ortsteile vor.

Dicht an dicht schoben sich tausende Besucher an den Ständen in der Niedersachsenhalle vorbei. „Mit unserem Thema Dorfgemeinschaft haben wir den Berlinern gezeigt, was in einer Großstadt häufig fehlt. Das Miteinander, das gemeinsame Lösen von Herausforderungen.“ „Wohnen Bleiben“ – das Altenboitzener Projekt zeigte, wie Hilfe zur Selbsthilfe funktionieren kann. Viele Berliner kennen diese Sorgen des ländlichen Raums nicht. Der Bus fährt im Minutentakt. Ärzte sind fußläufig erreichbar. Selbstverständlich ist, dass ein Laden um die Ecke liegt. Es stellt sich höchstens die Frage, hat er um 24 Uhr noch geöffnet.

Für Elke Hogrefe, die das Projekt leitet, war es eine wichtige Botschaft, die auf der Grünen Woche vermittelt wurde. „Wir zeigten den Messebesuchern, dass das Landleben lebenswert ist. Und wir zeigten ihnen, wie wir die Herausforderungen des Alltags annehmen und lösen und dass es wichtig sei, sich rechtzeitig auf die Zukunft einzustellen. „Wir denken an morgen, an die Zeit, wo wir selber älter sind und bereiten uns darauf gezielt vor.“

Neben den vielen schauenden Messegästen gab es interessante Gespräche. Besucher aus anderen Dorfregionen erkundigten sich gezielt nach den Ideen und Projekten. „Wir haben neue Verbindungen aufgebaut, Menschen getroffen, mit denen wir uns weiter austauschen werden“, so Hogrefe.

Dass der Alltag im Alter noch ganz andere Anforderungen stellt, das demonstrierten die Altenboitzener mit einem „Altersanzug“. Eingezwängt in schwere unbewegliche Manschetten, mit dunkler Brille und Gehörschutz fühlt man sich wie im späten Leben mit den Beeinträchtigungen, die das Alter so mit sich bringen kann. Barrierefrei auf dem Lande ist daher ein besonders wichtiges Thema für die dort lebenden Menschen.

Auch der Walsroder Ortsteil Nordkampen war vor Ort. Das Team um Ortsvorsteher Rolf Hestermann hatte ein Modell der Dorfgemeinschaftsanlage aus Lebkuchen mitgebracht. Für Walrodes 1. Stadtrat André Reutzel, der mit angereist war, ist die Dorfgemeinschaftsanlage ein Projekt, auf das die Nordkampener sehr stolz sein können. „Dieses Beispiel macht deutlich, wie Bürgerinnen und Bürger ihr Dorf positiv mit verändern und weiterentwickeln können.“

Zum Schunkeln und zum Lachen brachten die Jordantaler Blasmusik und die Theatergruppe Nordkampen die Messebesucher auf der Bühne in der Niedersachsenhalle. Während bei der Blasmusik viele Besucher im Takt mitwippten, hatten sie beim plattdeutschen Theaterstück gut lachen. Heidi Grubert und Volker Langrehr auf der Bühne gaben unterstützt von Heidemarie Langrehr und Dörte Kamermann zum Besten, was einem Feuermann bei einem nächtlichen Alarm widerfährt.

(jr/rie)

 

Schlagworte:

, ,



Back to Top ↑