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„Das Lächeln der Menschen, denen wir helfen, ist unser Lohn“

6. September 2015

Mustergültige Initiative im Landkreis Verden – etwa 40 Ehrenamtliche helfen als Formularlotsen

„Die Initiative ist aus reinem Zufall entstanden“, schildert Dagmar Schüler. Sie ist beim Landkreis Verden im Senioren- und Pflegestützpunkt tätig und wurde auf eine Fördermaßnahme der Klosterkammer für die Senioren aufmerksam. Die Idee, Senioren beim Ausfüllen von Formularen zu helfen, stieß sofort auf Gegenliebe und fand großen Zuspruch.

Aber nicht nur die Senioren meldeten sich, auch zukünftige Rentner baten um Hilfe. „Wir waren überrascht und richteten eine Freiwilligenagentur ein. Dem Aufruf an Menschen, die im Formularwesen einigermaßen sattelfest sind, folgten über 20 Menschen in Verden, in Achim kam später noch einmal die gleiche Anzahl hinzu“, beschreibt Dagmar Schüler die Situation von knapp zwei Jahren.

Die Grundlage für die Formularlotsen war geschaffen. Schulungen innerhalb der Freiwilligenagentur durch eine motivierte und motivierende Trainerin folgten und die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer fühlten sich pudelwohl in ihrer Aufgabe. So konnte der Landkreis Verden regelmäßige Beratungsstunden einrichten, zu denen Menschen kommen können, die mit dem Ausfüllen ihrer geforderten Formulare überlastet sind. „Wir finden für die Betroffenen immer einen Ansprechpartner in den Ämtern, mit denen wir die Situationen klären können.

Zudem helfen wir direkt beim Ausfüllen der Papiere, so dass sich niemand mit der Bürokratie allein fühlen muss“, sagt Petra Habrecht. Sie ist mit Leib und Seele ehrenamtliche Helferin und erklärt: „Das Lächeln in den Augen der Menschen, denen wir helfen können, ist unser Lohn.“ Kleine Anerkennungen wie manchmal ein Blumenstrauß oder ein paar Kartoffeln aus dem eigenen Garten rühren die ehemalige selbstständige Einzelhandelskauffrau. Sie hatte zeitlebens mit Bürokratie zu tun und will ihr Wissen weitergeben.

Nicht viel anders sieht das Christiane Jentzsch. Die Buchhalterin kenn sich aus im Formularwesen und steht mit ihrem Wissen unterstützend bereit, wie viele andere Helfer auch.

Wer Hilfe braucht, sollte sich jeden ersten Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr in der Freiwilligenagentur einfinden, die in einem städtischen Gebäude am Holzmarkt untergebracht ist. Auch werden wöchentlich freitags von 10 bis 12 Uhr Hilfeleistungen angeboten.

„Für uns beim Landkreis sind die Menschen eine große Hilfe, die als Formularscout einspringen. Besonders bei Menschen mit Migrationshintergrund ist diese Hilfe vermehrt nötig geworden“, erzählt Dagmar Schüler. Ihr ist anzumerken, dass sie auch ein wenig stolz auf die Leistungen der Gruppe von Menschen ist, die hier so beispielhaft agieren.
Nur schade, dass es die Initiativen nicht in jedem Landkreis und jeder Stadt gibt.

(so)

 

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