Der neue Dacia Sandero. Fotos: Dacia

Dacia Sandero – Frischer Wind um die Nase

18. Dezember 2016

Dacia Sandero – Frischer Wind um die Nase Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

2.7


Dacia hat sein günstigstes Modell Sandero optisch aufgewertet und neue Optionen ermöglicht

Sibenik. Wenn eine Erfolgsgeschichte gefragt ist, dann ist es leicht, mit dem Namen Dacia zu kommen. Mit einem Zuwachs von 11,1 Prozent in Europa und 6 Prozent in Deutschland legt die Renault-Tochter Zahlen auf den Tisch, von denen jeder Hersteller träumt. Dabei kommt Dacia keineswegs aus dem Zulassungskeller. Aber immer mehr Autofahrer haben erkannt, dass die reine Fortbewegung nicht unbedingt mit großem Komfort einhergehen muss. Wer braucht schon eine Einparkautomatik, wenn er das Ritual beherrscht, wie der Pfarrer das Vaterunser in der Kirche?

Auch Entwicklungen wie etwa automatische Abblendautomatik oder Scheibenwischerregulierung müssen nicht unbedingt sein, wenn sie Geld kosten. Insbesondere die Brieftasche reguliert die Absatzzahlen des Fahrzeugherstellers Dacia, der in Rumänien, Marokko und Algerien produziert. Renault konnte sich keinen größeren Gefallen tun, als die Billigmarke ins Boot zu holen, um den Menschen ein Auto zu verkaufen, die mit dem Anspruch „Ein Auto muss einfach nur fahren“ unterwegs sind. So ganz wollte Dacia seine Fahrer aber nicht jenseits aller Entwicklungen lassen. Zumindest soll ein Sandero, Duster oder Sandero Stepway jetzt moderner aussehen. Dafür ist den Fahrzeugen eine neue Lichtsignatur verpasst worden. Die Frontpartie wurde auch leicht verändert, so dass die robuste DNA von Dacia noch einmal hervorgehoben wurde.

Auch das Heck erhielt leicht veränderte Lampen und wer hinter den schicken Felgen Aluminium vermutet, ist falsch gewickelt. Stahlfelgen im Alulook machen es schließlich auch, dass der Sandero nicht mehr stiefmütterlich designed aussieht. Chromdetails im Innenraum sollen noch einen Hauch Schönheit mehr auf die vier Räder bringen, wie auch neue Polster. Etwas handfester ist da die verbesserte Ergonomie, die es auch zulässt, längere Strecken zu fahren, ohne gleich an den nächsten Besuch des Orthopäden zu denken. Nicht ganz unwichtig für die Robustheit der Fahrzeuge von Dacia ist die Reduzierung der Modelle auf die nötigsten Ausstattungen, zumal dann verhindert wird, dass mehr kaputt gehen kann, als eigentlich soll. Diese Philosophie wird auch vom neuen Motor unterstrichen, die der Sandero als Alternative bekommen hat.

Wer will, kann jetzt mit 73 PS aus drei Zylindern unterwegs sein. Das wird nicht zum Geschwindigkeitsrausch führen, hält aber die Verbrauchswerte in Grenzen, wie Dacia mit einer Norm von 5,2 Litern betont. Noch verbrauchergünstiger scheint die Konstruktion des Motors. So ist er mit einer Steuerkette ausgestattet, was den Zahnriemenwechsel überflüssig macht. Bei einem Ausstoß von 117 Gramm CO2 auf dem Kilometer liegt der Sandero zudem in einem Bereich, der ihn nicht in die Ecke drängt, die von Schmutzfinken belegt ist. Dabei erfüllt der Sandero einen breiten Anspruch, den sonst nur SUVs abdecken können, die weit mehr Geld kosten. Seine Geländegängigkeit ist schon deshalb unabdingbar für ihn, weil er auch in Ländern die Spitzenposition der Zulassungen anführt, die über noch weitaus schlechtere Straßenzustände als Deutschland verfügen – auch wenn das für manche Zeitgenossen nur schwer glaubhaft scheint.

Berganfahrhilfe, elektrische Scheibenheber und noch mehr Ablageflächen sind eine Offerte an Autofahrer, die zumindest eine kleine Scheibe von der Wurst abhaben wollen, um die sich SUV-Fans mit dicken Portmonees scharen. Mit einem serienmäßigen 6-Gang-Getriebe kann der Sandero ausgestattet werden und wer auf allen überflüssigen Schnickschnack verzichtet, kommt sogar mit 6.890 Euro aus, um sich einen Sandero vom Händler mit nach Hause zu nehmen. Dass auch der Duster jetzt mit Doppelschaltgetriebe ausgestattet wird, ist ein weiteres Argument, sich beim Händler näher nach einer mobilen Lösung umzusehen. Immerhin ist man mit diesem Ansinnen nicht allein in den Schauräumen – 455.000 Dacia sind bereits in Deutschland verkauft worden – Tendenz steigend.

Kurt Sohnemann

Dacia Sandero SCe 75 – Hubraum: 998 ccm – Zylinder: 3 Reihe – Leistung kW/PS: 54/73 bei U/min.: 6.300 – Max. Drehmoment: 97 Nm/3.500 – Höchstgeschwindigkeit: 162 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 14,5 sek. – Leergewicht: 1.044 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.490 kg – Gepäckraum: 320 – 1.200 Liter – Verbrauch (WA): 5,2 l/100 km – Anhängelast gebr.: 1.090 kg – Tankvolumen: 50 l – Kraftstoffart: Super – CO2-Ausstoß: 117 g/km (WA) – Euro 6 – Grundpreis: 6.890 Euro

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