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Bunte Vielfalt auf sechs Beinen

29. Juli 2018

Beim „Insektensommer“ vom NABU gilt es, innerhalb einer Stunde möglichst viele Insekten zu zählen

Es gibt mehr als eine Million verschiedene Insektenarten und sie summen und brummen auf der ganzen Welt. Mit ihrer Vielfalt sind die kleinen Krabbler sowohl faszinierend als auch sehr wichtig für die Umwelt. Insekten sind für das Gleichgewicht aller Ökosysteme unentbehrlich. Doch in den letzten Jahren gehen ihre Bestände dramatisch zurück.

Mit einer Mitmachaktion vom 3. bis 12. August will der NABU erstmals die kleinen, fleißigen Helfer unserer Ökosysteme näher in den Fokus rücken. Der „Insektensommer“ ist eine bundesweite Aktion, um eine kontinuierliche Erfassung der Insekten zu etablieren. Die Meldeaktion im August ist bereits die zweite Zählung in diesem Jahr. Jeder kann helfen, Daten zur Artenvielfalt und der Häufigkeit der Insekten zu sammeln.

Dazu reicht es, sich einen schönen Platz zu suchen, von dem man einen guten Blick in die Natur oder den Garten hat. Der optimale Tag, um viele Insekten zu sehen, ist ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag. Dann notiert man alle Insekten, die man innerhalb einer Stunde an seinem Beobachtungsplatz entdecken kann. Dabei kann man auch gerne unter Blumentöpfe und Steine oder in Büsche und an Bäumen suchen.

Bei mobilen Arten wie Schmetterlingen oder Hummeln sollte von jeder Art die größte gleichzeitig anwesende Zahl von Tieren gezählt werden und nicht die Summe der Einzelbeobachtungen im Laufe der Stunde – so können Doppelzählungen vermieden werden. Wenn am Anfang der Beobachtungszeit ein Kohlweißling vorbeifliegt und eine halbe Stunde später noch einmal, könnte es beide Mal derselbe sein. Gemeldet wird in diesem Fall also nur ein Kohlweißling.

Die Beobachtungen werden als sogenannte Punktmeldungen erfasst. Es sollen also nicht die Insekten eines größeren Gebietes zusammengefasst werden, sondern nur die von einem eng begrenzten Beobachtungsort. Diesen Ort hat der NABU als Umkreis von höchstens zehn Metern festgelegt – das sind immerhin gut 300 Quadratmeter und damit genügend Raum für viele interessante Insektenfunde. Wer Lust und Zeit hat, kann natürlich an mehreren Orten beobachten, muss dann aber jedes Mal eine separate Meldung abgeben.
Der NABU will auch herausfinden, in welchen Lebensräumen sich welche Arten besonders wohlfühlen. Im Meldeformular wird dem jeweiligen Beobachtungsort daher ein Lebensraumtyp wie Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich oder Bach und Fluss zugeordnet.
Grundsätzlich soll und kann jedes gesehene und erkannte Insekt gemeldet werden. Die Insektenwelt ist allerdings enorm vielfältig. Es gibt daher pro Meldezeitraum acht „Kernarten“, nach denen die Teilnehmer möglichst auf jeden Fall schauen sollten. Diese Arten kommen (noch) häufig vor und sind vergleichsweise leicht zu erkennen. Im August sind es Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Ackerhummel, Blaue Holzbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Streifenwanze, Blaugrüne Mosaiklibelle und Grünes Heupferd.

Das Meldeformular und Infos gibt es unter www. nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/ insektensommer/aktionsinfos. Auch die kostenlose App „Insektenwelt“ kann hier heruntergeladen werden, mit deren Hilfe man die häufigsten heimischen Insekten bestimmen und auch gleich erfassen kann.

(chi)

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