Foto: Landkreis Verden

Berufliche und soziale Perspektive

7. April 2019

PACE und Jugendwerkstatt unterstützen jungen Menschen

Ihre Zielgruppe ist ähnlich, ihr Unterstützungsangebot hat unterschiedliche Schwerpunkte: Die Jugendberufshilfe im Pro Aktiv Center (PACE) des Fachdienstes Jugend und Familie beim Landkreis Verden und die Jugendwerkstatt der Arbeit im Landkreis Verden (ALV) helfen jungen Menschen mit Problemen beim Übergang von der Schule ins Berufsleben.
„Trotz der guten Lage auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gibt es auch im Landkreis Verden noch viele junge Menschen, die aufgrund komplexer Problemlagen ohne eine Unterstützung ihren Weg in Ausbildung oder Arbeit nicht schaffen und die auch gesellschaftlich nicht integriert sind“, erklärt Insa Sanders, Gruppenleiterin der Jugendsozialarbeit beim Landkreis. PACE und die Jugendwerkstatt der ALV versuchen, diese Jugendlichen zu stabilisieren und sie auf ihrem Weg in Richtung Arbeitsmarktintegration zu begleiten – vertraulich, freiwillig und für die Hilfesuchenden kostenfrei.
Die Jugendberufshilfe bietet jungen Menschen zwischen 14 und 26 Jahren intensive Beratung und langfristige Begleitung bei der Entwicklung und Vermittlung von stabilen sozialen und beruflichen Perspektiven. „Wir fangen oft ganz vorne an, schauen, wie die Situation der jungen Menschen ist, welche Beeinträchtigungen und Hindernisse für eine schulische oder berufliche Ausbildung im Weg stehen, welche weiteren Hilfen, sei es therapeutischer Art oder Schuldnerberatung, es eventuell braucht und was die nächsten Schritte sein können“, erklärt PACE-Mitarbeiterin Myriam Trapp.
Trapp und ihre Kollegen kennen die Umstände: Da ist zum Beispiel die Zwanzigjährige, deren Verhältnis zu den Eltern zerrüttet ist, die vor die Tür gesetzt wurde und nun ad hoc Wohnung und finanzielle Hilfe benötigte. Die Fortsetzung ihrer schulischen Ausbildung war stark gefährdet. Das Pro-Aktiv-Center begleitete die Frau auf ihrem Weg in eigenständiges Wohnen. Im Sommer 2019 wird sie ihre Ausbildung erfolgreich beenden.
Im Gegensatz zu den ambulanten Angeboten der Jugendberufshilfe bietet die Jugendwerkstatt der ALV den jungen Menschen ein tagesstrukturierendes Angebot. Nach dessen Beendigung sollen die Jugendlichen nach Möglichkeit in eine Ausbildung, Arbeit, Berufsvorbereitung oder eine schulische Maßnahme vermittelt werden.
„Die Jugendwerkstatt begleitet Jugendliche, die individuell beeinträchtigt oder sozial benachteiligt sind und die ohne Unterstützung nicht in der Lage wären, eine Ausbildung zu beginnen“, weiß Johannes Schlüter, Leiter der Abteilung Junge Projekte und Migration der ALV. Gründe dafür, so Schlüter, könnten problematische Schulverläufe, fehlende oder schlechte Schulabschlüsse, Defizite im Sozialverhalten, eine ungünstige soziale Einbindung, aber auch unrealistische Vorstellungen vom Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sein. Zu dieser Gruppe würden auch junge Flüchtlinge gehören.
In Verden gibt es derzeit 16 Werkstattplätze für Jugendliche. Angeboten werden Arbeiten in einer Holzwerkstatt und im Hauswirtschaftsbereich. Die Teilnehmer werden sozialpädagogisch begleitet. Weitere Angebote wie beispielsweise eine Sucht- oder Schuldnerberatung oder ein Sozialtraining runden je nach individuellem Bedarf das Maßnahmenprogramm ab.

(une/rie)

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