Foto: Skischule Salvenmoser

Beim Start auf zwei Latten in bewährten Händen

26. März 2017

Olympiateilnehmerin Ingrid Salvenmoser hilft, perfekten Spaß im Schnee zu finden

Es gibt Sportarten, in denen sind die Bewohner der Alpen einfach besser als die Gäste, die den Rest des Jahres aufs Meer blicken oder freitags schon sehen können, wer sonntags zu Besuch kommt. Dazu gehören natürlich alle alpinen Sportarten. Schon deshalb kommen die Gäste aus dem Norden der Bundesrepublik gern nach Österreich, weil sie dort nicht nur herzlich empfangen werden, sondern auch die perfekten Bedingungen vorfinden, sich in exotische Bewegungsarten zu begeben. Ob nun mit den Brettern oder dem Board vom Berg oder mit den Latten in der Loipe – so sicher wie die Gastgeber vom Wilden Kaiser möchte natürlich jeder gern im Schnee vorankommen.

Da sich selbst eine Olympiateilnehmerin (6. im Slalom der Spiele von Nagano und Dritte der Weltmeisterschaften) nicht zu schade dafür ist, blutigen Anfängern die ersten Schritte auf den schmalen Brettern im Schnee beizubringen, sollten interessierte Anfänger diese Kompetenz nutzen. Ingrid Salvenmoser betreibt in Scheffau eine Skischule, in der sich auch die Menschen melden können, die den Langlauf erstmals für sich entdeckt haben. Das hat angesichts der eingeschränkten Gefahr, vom Berg zu rasen bei vielen Norddeutschen uneingeschränkte Priorität im Winter. Zumal der Langlauf als eine äußerst gesunde Sportart einzuschätzen ist, wird die Resonanz immer größer auf das Angebot der ehemaligen Rennläuferin.

Mit der Hilfe des ebenfalls versierten männlichen Begleiters Mathias, der vor dem Unterschnallen der schmalen Sportgeräte erst einmal um gymnastische Übungen bittet, die dem Warmmachen wie auch der Auflockerung des Körpers dienen, beginnt die Prozedur der Befestigung der Langlaufskier an den dafür vorgesehenen Schuhen. Schon hier trennt sich die Klientel der sportlich Ambitionierten von den eher ländlich ausgerichteten Kartoffelanbauern. Ingrid Salvenmoser beherrscht auch die Motivation und zeigt, dass sich auch mit kleinen Handgriffen große Vorhaben für den einzelnen erledigen lassen.

Nur gut, dass der Wilde Kaiser angesichts der Dunkelheit nicht mitleidig auf die Novizen des Skisports blicken muss, Scheffau ist mit einer beleuchteten Nachtloipe gesegnet, wo die ersten Stehversuche auf den schmalen Latten weitgehend vom Dunkel der Nacht umhüllt sind. Natürlich sind auch die Carver gefragt, die abends nach dem Feierabend auf den Pisten noch sportlich aktiv sein wollen. Dann können diese die 1,2 Kilometer lange beleuchtete Loipe in Scheffau für ihre Ausflüge in die beliebte Fortbewegung auf zwei Beinen und mit Anschub der Arme nutzen. Die Nachtloipe wird ständig beschneit und bis 21.30 Uhr beleuchtet.

Dass Langlauftechnik nicht schwer ist, wenn man die richtigen Voraussetzungen erfüllt, lernen Anfänger recht schnell bei der international erfahrenen Skispezialistin. Ingrid Salvenmoser demonstriert anschaulich und immer gemeinsam mit den Anfängern, wie die richtigen Skisstellungen, Bremsvorgänge und Schübe sein müssen. Geduldig und einfühlsam bringt sie die Sportart auch denen bei, die zuvor Schnee nur für eine verbotene und aufputschende Substanz gehalten haben.

Schon nach wenigen Stunden oder oftmals auch nach einer Stunde haben die Interessierten die richtige Technik verinnerlicht, um sich mit ihrem ganzen Körper auf die Verfolgung von Marit Björgen oder Tobias Angerer zu machen. Schon nach kurzer Zeit wird dem Hobbysportler auf angenehme Weise klar, dass bei dieser Sportart so gut wie alle Muskelgruppen beansprucht werden und die ausgezeichneten Wellnessabteilungen Tiroler Hotels ihre Daseinsberechtigung haben, um zu entspannen.

Bei Ingrid Salvenmoser sind aber auch die Interessierten gut aufgehoben, die auf Rennskiern oder Skateboards auf die Pisten wollen. Als Rennläuferin sind ihr alle Disziplinen und Techniken bekannt, die notwendig sind, schwungvoll und sicher von den Bergen zu fahren. „Im Sommer fallen Skikurse natürlich aus, dann bin ich mit dem Mountainbike und Gruppen wie Einzelschülern auf zwei Rädern unterwegs“, so die Scheffauerin.

Kurt Sohnemann

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