Begrüßen Sie die Einführung des Videoentscheids bei Fußballspielen?

12. November 2017

Seit Start der neuen Bundesliga-Saison gilt der Videobeweis, um krasse Schiedsrichter-Fehlentscheidungen zu verhindern.

Pro Spiel gibt es einen Video-Assistent (VA), der bei fragwürdigen Szenen eingesetzt wird. Bis zu 17 Kamera-Perspektive kann er sich aufzeigen lassen. Ist er sicher, dass es sich um eine Fehlentscheidung handelt, gibt er dem Schiedsrichter in Absprache mit dem Supervisor Bescheid. Der Unparteiische hat allerdings das letzte Wort. Er muss die Korrektur nicht annehmen. Das Protokoll des International Football Association Board (IFAB) sieht genau vier Fälle vor: bei Toren, Elfmetern, roten Karten oder Spielerverwechslungen, also bei allen sogenannten spielrelevanten Situationen. Bei gelben Karten wird nicht eingegriffen.

Dies würde zu zahlreichen weiteren Überprüfungen führen, so der mittlerweile abgesetzte Projektleiter Hellmut Krug. Das wäre eine Belastung, der der Video-Assistent kaum gerecht werden könne. Die Video-Assistenten schauen sich in der Schulung pro Spiel etwa zwei bis sechs knifflige Szenen an. Sie sollen nur in eindeutigen Fällen eingreifen. Krug wollte durch eine Auswahl von Präzedenzfällen nach Beendigung der bis Saisonschluss laufenden Schulungen Kriterien für eine möglichst einheitliche Linie entwickeln. Die klaren Fehlentscheidungen können binnen weniger Sekunden identifiziert, und weitergegeben werden.

Theoretisch kann der Referee nach einem Hinweis auch die sogenannte Review Area nutzen und sich in diesem abgesperrten und für Spieler verbotenen Bereich am Spielfeldrand auf dem Monitor die Szene ansehen. Das kann ein bis zwei Minuten dauern. Deshalb wollte Krug dieses Mittel nur in Ausnahmefällen anwenden. Zumal diese Fälle meist nicht zu den eindeutigen gehören, die zwingend eine Korrektur erfordern.

Ich finde die moderne Technik gut. Man kann genau sehen, ob es Abseits war oder ob gefoult wurde. Der Schiri hat nun mal keine 180-Grad-Kamera im Kopf. Wer schon mal selbst Fußball gespielt hat, weiß, wie es sich anfühlt, wenn ein Foul nicht bestraft wurde. Ich selbst war Fußballtrainerin, und es ist sehr ärgerlich, wenn die eigenen Leute gefoult werden. Ich weiß nicht, ob sich der Video-Beweis durchsetzen wird. Einige vergleichen die Aufzeichnung mit „Big Brother“, andererseits sind manche Entscheidungen sehr wichtig – Jennifer Künne aus Walsrode

Der Video-Beweis ist ausbaufähig! Es sind viele Fehlentscheidungen trotz Video-Assistent gefallen. Es muss ein Schiedsrichter eingesetzt werden, der sich nur darum kümmert und zum Monitor läuft und guckt, sodass der Spielfluss nicht unterbrochen wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das System international durchsetzen wird. Wenn ich Zeit habe, gucke ich alle Bundesligaspiele. Ich bin Bayern-Fan, habe früher selbst Fußball gespielt und mich über so manche Entscheidung des Schiris geärgert – Dennis Norden aus Bomlitz

Der Video-Beweis macht Sinn. Es wird einfach vom Schiedsrichter zu viel übersehen. Er kann nicht überall sein und nicht alles sehen. Aber man muss es nicht übertreiben und darf es nicht zu kleinlich auslegen. Bei gravierenden Fouls macht der Einsatz des Video-Assis-tenten Sinn, nicht bei Bagatellfällen. Das Prinzip wird sich durchsetzen, auch auf internationaler Ebene. Wenn ich Zeit habe, gucke ich mir die Bundesligaspiele an – Karl-Friedrich Küttner aus Bockhorn

Ich bin zwiegespalten. Es gibt Situationen, wo es von Vorteil ist, den Video-Assistenten zu befragen. Auf der anderen Seite nimmt man so den Fluss aus dem Spiel. Ich frage mich, warum nicht ein weiterer Schiedsrichter eingesetzt wird. Warum muss das der Hauptreferee machen? Es dürfte nicht so viel Zeit rausgenommen werden, das Spiel muss flüssig bleiben. Ich denke, der Video-Assistent wird auch international eingesetzt, wenn er sich hier durchsetzt, denn beim Fußball geht es um viel Geld – Mirko Schulz aus Dorfmark

Wir sind an sich keine großen Fußballfans, aber die Einrichtung mit dem Video-Beweis finden wir gut. Das ist nun mal die moderne Technik, die bei bestimmten Entscheidungen eingesetzt wird. Einmal ein Urteil vom Video-Schiedsrichter gefällt, muss es Bestand haben und darf nicht revidiert werden. Nun entscheidet ein Video bei Fehlentscheidungen. Der Spieler kann meckern, aber der Video-Beweis gilt. Daher wird sich das Videosystem sicherlich durchsetzen – Karin und Manfred Both aus Bomlitz

Das System ist noch unausgegoren. Die Regeln müssten anders sein. Mal darf der Schiedsrichter eingreifen, mal nicht. Entweder sollte er immer oder gar nicht auf den Video-Assistenten hören. Da kann man sagen, was man will, es ist zu viel Technik im Spiel. Ich glaube nicht, dass sich das auf internationaler Ebene durchsetzt. Ich gucke auch nicht alle Bundesligaspiele. Es ist auf der anderen Seite interessanter durch den Video-Assistenten geworden – Werner Plate aus Walsrode

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