Sicht auf Barcelona aus der Sierra de Collserola. Fotos: so

Barcelona – Flanieren, shoppen und genießen

11. Dezember 2016

Barcelona. Literaturliebhaber werden sich in den Romanen „Schatten des Windes“ oder „Das Spiel des Engels“ in den Beschreibungen von Carlos Ruiz Zafon in der Stadt geaalt haben, die er so schillernd immer wieder so beschrieben hat, dass eine Reise nach Barcelona nur eine Frage der Zeit scheint. Statt rätselhafter Mystik und verschwiegener Katakomben pulsiert die Hauptstadt Kataloniens und gehört mittlerweile zu den meistbesuchten Städten der Welt. Sie ist für einen Kurztrip optimal an die Flugpläne angeschlossen und bietet daher eine perfekte Möglichkeit, aus dem Alltag auszubrechen und in die spanische Lebensart einzutauchen.

Knapp über zwei Stunden Flug von allen Direktflughäfen aus Deutschland trennen den geordneten Alltag von dem Leben, dass auf den ersten Blick chaotisch wirkt und dann doch von einer Ordnung ist, die einem Mitteleuropäer wahrlich spanisch vorkommt. Aber alles geht irgendwie, auch wenn es ohne Hektik und mit einer Portion Geduld zu bewältigen ist. Wer Barcelona auf seinem Reiseplan hat, kommt natürlich nicht darum herum, sich die Basilica Sagrada Familia anzusehen. Dieses bizarre Gotteshaus, der von Antoni Gaudi inspirierte und teilweise umgesetzte Bau scheint schon jahrzehntelang im Bau zu sein und soll erst im Jahre 2026 zum hundertsten Todestag des Baumeisters von allen Gerüsten und Bauhilfsmaßnahmen befreit werden, die einen ungetrübten Blick auf das Gebäude zulassen. Wer sich im Inneren der Basilica aufhalten will, sollte sich im Vorfeld ein Ticket sichern oder ein angemessenes Stück Lebenszeit opfern.

Es gibt aber noch zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten zu bestaunen als die wohl bekannteste Gaudi-Schöpfung, die einmal mit 18 Türmen in den Himmel ragen soll. Ob das angesichts spanischer und katalanischer Gelassenheit fristgerecht möglich wird, mag der Besucher bezweifeln, der sich in einem der kleinen Cafés niederlassen sollte, um dem bunten Treiben auf den Straßen zuzusehen. Ähnlich wie Mannheim ist die Innenstadt Barcelonas in bebaute Quadrate aufgeteilt, die einen Spaziergang bei einer Orientierung bestens möglich macht, die sich nach Himmelsrichtungen ausrichtet.

Weil sich die 1,6 Millionen Einwohner große Stadt an die Erhebungen der Sierra de Collserola schmiegt, bleibt für eine Erweiterung des Zentrums kein Platz mehr. Die Menschen siedelnin der Umgebung an und unterstützen damit das Verkehrsaufkommen, dass sich teilweise sechsspurig durch die Stadt schiebt. Wer schneller sein will, steigt auf den Scooter um, ein mittlerweile probates Mittel in den überlasteten Innenstädten. Einzig auf der Einkaufs- und Promeniermeile La Ramblas ist der Verkehr ausgeschlossen. Hier können die Menschen die Beutestücke zeigen, die sie von den Kleiderständern zahlloser Geschäfte zu angemessenen Preisen über den Körper gestreift haben. Spätestens alle zwanzig Meter serviert ein besorgt erscheinender Kellner Tapas und Getränke für die Flanierenden, denen eine Pause nach der erdrückenden Anzahl von Boutiquen und Modelabels nur allzu willkommen scheint. Auch außerhalb dieser bekanntesten aller Einkaufsstraßen Kataloniens hält sich das Geschäftsleben nicht zurück. Die vielen Straßen der Innenstadt sind geschmückt mit bunten Schaufenstern und Lokalen, deren Inhaber bei zivilen Preisen ihre Waren und Dienstleistungen anbieten. Mitten in der Stadt finden die Fußballfans das größte Stadion Europas. Das Camp Nou ist Heimspielstätte des CF Barcelona, der gemeinsam mit einer Handvoll Fußballclubs die Marschrichtung im europäischen Fußball bestimmt.

Mit etwas Glück und einem dreistelligen Etat ist man bei einem Heimspiel dabei und kann dieses mitreißende Gefühl genießen, das fast 100.000 Menschen mit ihrer Leidenschaft für Fußball entfachen können. Wer es dezenter halten möchte, darf sich bei Voranmeldung zumindest vom Personal des Superstars Lionel Messi bekochen lassen. Offensichtlich gehört es zum guten Ton, als Großverdiener auf Bühne oder Rasen ein eigenes Restaurant zu besitzen. Neben Messi, Neymar und anderen Großverdienern, deren Trikots über ihren Plätzen hängen, sind im „Bellavista del jardin del norte“ noch zahlreiche Plätze zu haben, die um den offenen Küchenblock angeordnet sind, wo sich das Team alle Mühe gibt, die Gäste mit spanischen, katalanischen und argentinischen Spezialitäten zu verwöhnen. Allen Gourmets sei gesagt, die Köche verstehen ihr Handwerk und kochen besser, als sie Fußball spielen könnten. Lionel Messi hingegen hält sich in der Küche zurück.

Kurt Sohnemann

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