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Ausgeprägte Unterdiagnose

22. März 2015

COPD-Patienten ignorieren oft die Krankheits-Symptome der Lungenkrankheit

Die chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung (COPD) wird oft nicht oder erst bei einer schweren akuten Krankheitsverschlechterung (Exazerbation) erkannt. An dieser ausgeprägten Unterdiagnose hat sich in den letzten Jahren nur wenig verändert. Der Anteil der Patienten mit COPD-Symptomen (Atemnot, Husten, Auswurf), bei denen die Erkrankung nicht festgestellt und entsprechend auch nicht behandelt wurde, betrug laut Prof. Joan B. Soriano (Palma de Mallorca) in einer spanischen Studie aus dem Jahr 1997 78 Prozent, zehn Jahre später waren es mit 73 Prozent immer noch ähnlich viele.

Die Gründe für die Unterdiagnostik liegen vor allem bei den Betroffenen selbst: Sie sprechen nicht über ihre Symptome und passen ihren Lebensstil an die eingeschränkte Leistungsfähigkeit an, weil sie aus Furcht vor einem angemahnten Rauchstopp die Probleme nicht als Zeichen einer Erkrankung sehen wollen. Außer Frage steht jedoch, dass eine frühe Diagnose der COPD mit erheblichen Vorteilen für den Patienten verbunden ist. Der Abfall der Lungenfunktion und der Lebensqualität ist gerade zu Beginn dieser Erkrankung erheblich und größer als bei einer Verschlechterung in späteren Stadien. Durch eine rechtzeitige Behandlung können bestehende Symptome verbessert, der Krankheitsverlauf verlangsamt und zu ratsamen Lebensstil-Interventionen (Rauchstopp, Bewegung, Ernährung) angeregt werden.

Neueste Studien lassen vermuten, dass schon in sehr frühen Stadien der COPD auch die peripheren Atemwege von Veränderungen betroffen sind, die zu einem Abbau von Lungengewebe führen können. „Es gibt keine COPD, die nicht eine entzündliche Erkrankung auch der kleinen Atemwege ist“, bestätigt der Lungenfacharzt Dr. Thomas Voshaar (Lungenklinik Bethanien, Moers). Von Vorteil bei der Behandlung sind deshalb Inhalationssysteme, die bronchienerweiternde und entzündungshemmende Wirkstoffe in einer extrafeinen Formulierung (wie z. B. beim Präparat Foster) enthalten, mit denen der gesamte Bronchialbaum inklusive seiner Verästelungen therapiert werden kann. Patienten, die insbesondere morgens häufig zu Husten neigen, sollten solche Symptome ihrem Hausarzt nicht verschweigen. Wird nach einem Lungenfunktionstest sowie weiteren Untersuchungen die Diagnose COPD gestellt, gibt es heute effektive Medikamente, die entscheidend zum Erhalt der Lebensqualität beitragen können. Es gibt also keinen Grund, aus Angst vor dieser Lungenerkrankung den Kopf in den Sand zu stecken.

(sup/so)

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