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Amerikanische Dimensionen für den Überlandverkehr

10. Oktober 2021

Amerikanische Dimensionen für den Überlandverkehr Thomas Riese
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.8


Ford Explorer ist mittlerweile mit einem Hybridantrieb unterwegs und bietet bis zu sieben Personen eine komfortable Mitfahrgelegenheit

Da der Ford Explorer für die US-amerikanischen Highways so selbstverständlich ist, wie etwa ein Golf für den deutschen Straßenverkehr, sollte man voraussetzen, das Verständnis für Autos der Menschen jenseits des großen Teiches ergründen zu können. Demnach braucht ein US-Bürger Unmengen an Platz, muss nicht auf den beengten Parkflächen stehen, hat eine ausfallende Dimension, um in die Sitze zu passen und mag auch gern schnell und sportlich unterwegs sein.
Dass die Treibstoffpreise rund um die Bänder, auf denen der Ford Explorer gebaut wird, nicht sonderlich interessieren, dürfte angesichts der Preisentwicklungen auch Schnee von gestern sein. Schon deshalb ist der Explorer auf die Öko-Spur geraten, um seine Beliebtheit nicht zu untergraben. Er hat einen Hybridantrieb, der den gewaltigen V6-Motor mit Strom unterstützt. 100 der 457 PS resultieren aus dem Akku.
Das Dickschiff des deutschen Straßenverkehrs ist natürlich alles andere als praktisch in Innenstädten. Auch Parkhäuser sind nicht das Terrain des übergroßen SUVs mit einer Länge von über fünf Metern und einem Wendekreis, der bei 12,6 Metern (am Rad gemessen) zur Schwerfälligkeit verurteilt. Der Ford Explorer ist ein hervorragender Begleiter der Menschen, die durch die Lande cruisen, die schon während der Fahrt in den Konferenzmodus treten wollen oder einfach nur entspannt bei allen Annehmlichkeiten fahren wollen.
Die Bedingungen für die ungezwungene Überlandbewegung sind prächtig. Über 100 Liter Ablageflächen, Sitze, die für XXL-Größen wie geschaffen sind, mit Massageeinheiten verwöhnen und dabei heizen wie lüften, ganz wie die Wahl ausfällt. Die perfekte Besetzung ist noch nicht bei vier Personen begrenzt, sie reicht bis zu sieben Personen, wobei die letzte Sitzreihe nicht nur aus Notsitzen besteht, sondern auch alltagstauglich ist. Lediglich ist etwas Wendigkeit vonnöten, um die Positionen zu erreichen.
Nun kollidieren die Zweckbestimmungen des Explorers etwas mit der angewandten Sparauflage, dem Strom einen angemessenen Platz in den Antriebskomponenten zu ermöglichen. Wer mit dem Plug-In-Hybrid-Fahrzeug auf langen Strecken unterwegs ist, wird nicht alle 34 Kilometer Strom tanken (der Hersteller gibt 42 Kilometer an, die aber nicht erreicht wurden). Die Hybridfunktion kommt nur dann zum Tragen, wenn die Dienstwege entsprechend dem Aktionsradius des Akkus sind. Dann kommt der Explorer tatsächlich auf Verbrauchswerte, die bei drei Litern Superbenzin für hundert Kilometer liegen.
Das ist angesichts der bewegten Masse eine erstaunliche Leistung des Fahrzeugs. Im Testbetrieb schaffte es der Explorer dank seiner Rekuperationsfähigkeit sogar, knapp ein Fünftel der 458 gefahrenen Kilometer mit elektrischer Energie zu bestreiten, ohne betankt zu werden. Damit liegt der tatsächliche Verbrauch bei 8,4 Litern Superbenzin und 13,6 Kilowattstunden Strom.
Das Auftanken erledigen Fahrerin oder Fahrer im allerbesten nachts an der häuslichen Steckdose. So stören keine überflüssigen Pausen, und der Spareffekt bleibt selbst bei knapp 2,5 Tonnen Eigengewicht erhalten.
Das Fahren im Ford Explorer ist schon deshalb höchst komfortabel, weil das Gefährt im gefühlten Gleitmodus unterwegs ist. Zwar könnte die 10-Gang-Automatik die Insassen noch besser vor den Wechseln im Unklaren lassen, das sind aber lediglich Komfortwünsche. Im Interieur erstaunt die aufgesetzte Notebook-Optik der Connect-Einheit. Dem Fahrer wäre ein zugeneigtes Display bestimmt lieber.
Unübertroffen ist der Ford Explorer in der Aufnahmefähigkeit. Bis zu 2.274 Liter Gepäck passen unter das Dach des Traumschiffes für Straßen. Da sollte kein Wunsch offenbleiben, wenn eine Urlaubsreise ansteht. Zudem ist der exklusiv ausgestattete Dreamliner bei einem Preis von 76.000 Euro für seine Klasse auch noch recht günstig zu haben.
Kurt Sohnemann

Technische Daten: Ford Explorer Hybrid
Hubraum: 2.956 ccm – Zylinder: 6V Biturbo – Leistung kW/PS: 336/457
Allradantrieb – 10-Gang-Automatikgetriebe – Max. Drehmoment: 825 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 6,0 Sek.
Leergewicht: 2.466 kg – Zul. Gesamtgewicht: 3.160 kg
Anhängelast gebr.: 2.500 kg – Gepäckraumvolumen: 330-2.274 Liter
Tankinhalt: 68,4 Liter – Kraftstoffart: Superbenzin
Verbrauch (Test): 8,4 l + 13, 6 kW auf 100 km
Elektr. Reichweite (Test): 34 km – CO2-Ausstoß (WLTP): 71 g/km – Euro 6d
Grundpreis: 76.000 Euro

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