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Altes Wissen ins Bewusstsein rufen

24. September 2017

Marion Putensen kreiert in der „Waldkräuterey“ Speisen mit Wild- und Heilpflanzen

Um einen attraktiven Anlaufpunkt reicher ist das Walderlebnis Ehrhorn in der Nähe des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide. Neben dem Ausgangspunkt für einen 3,5 Kilometer langen Erlebnispfad mit vielen interessanten Stationen und dem Ameisenzentrum beheimatet die Einrichtung der Niedersächsischen Landesforsten nun auch die erste „Waldkräuterey“ in Deutschland, die Marion Putensen über ihre Firma „Tausendgrün“ betreibt.

Das Projekt „Waldkräuterey in Ehrhorn“ hat seinen Ursprung im Januar 2016, als Marion Putensen auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten bei einem Spaziergang im Walderlebniszentrum auf den damaligen Leiter Knut Sierk traf, der sich von der Idee begeistert zeigte. Rund anderthalb Jahre später öffneten dann in einer alten Werkstatt des Walderlebniszentrum nach Umbauten der Niedersächsischen Landesforsten erstmals die Türen der „Waldkräuterey“.

Neben einem gastronomischen Bereich, in dem von April bis Oktober Kaffee, Kuchen und Kräuterlimonaden – hergestellt aus Heilpflanzen der jeweiligen Saison – angeboten werden, können Interessierte in der „Gläsernen Manufaktur“ bei der Produktion von Heideblütensalz oder Waldfrucht-Pesto zuschauen. Ein kleiner Verkaufraum, in dem „wilde“ Köstlichkeiten und andere besondere und ausgefallene regionale Spezialitäten angeboten werden, ergänzt das Angebot. Des Weiteren bietet Marion Putensen ihren Kunden die Möglichkeit, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten bei ihr vorbeizubringen und gegen dortige Produkte umzutauschen. Wild- und Heilkräuter beschäftigen Marion Putensen schon einige Zeit. „Das Thema interessierte mich, dann habe ich einen Kurs besucht und danach viele andere und ich war infiziert.“ Dazu kam, dass sie gerne kocht und ein kreativer Mensch ist. In Ermangelung an Kochbüchern entwickelt Marion Putensen viele Rezepte selber. „Dann kommt es auch mal vor, dass wir merken: Das war nichts, das können wir keinem zumuten.“ Wildkräuter würden zu jeder Jahreszeit anders schmecken. „Im Frühjahr habe ich an drei verschiedenen Standorten Birkenwasser entnommen, das sich vom Geschmack extrem unterschied“, so die Kräuterfachwirtin. „Das ist halt Natur“.

Mit ihrer „Waldkräuterey“ möchte sie die Menschen „nicht bekehren, sondern für das Thema Essen sensibilisieren“, betont Marion Putensen. Die ihr häufig gestellte Frage, ob sie Vegetarierin oder Veganerin sei, verneint sie regelmäßig. „Ich esse leidenschaftlich gerne Döner und Hamburger, doch mir ist es wichtig, dass ich weiß, vorher das Essen kommt.“

Das fast in Vergessenheit geratene Wissen, das viele Wildpflanzen essbar sind und auch Heilwirkung besitzen, versucht die Kräuterfachwirtin neben ihren Seminaren auch in der „Waldkräuterey“ wieder ins Bewusstsein zu rufen. Dabei freut sie sich über die große Nachfrage in den ersten Wochen, zumal es von Gästen immer wieder Ideen und Hinweise geben würde.

Vor dem einfachen Drauflossammeln rät die Kräuterfachwirtin ab. „Man sollte schon einen Grundkurs besuchen, um zum Beispiel zu wissen, dass die Holunderbeere roh giftig ist und daher gekocht werden muss.“

(rie)

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