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Alles begann mit Sprüchen über den HSV

23. Juli 2017

„Lemmilemkes Fußballecke“ von Andreas Lemke wird bei Fußballfreunden immer beliebter 

„Am Anfang war ich total stolz, wenn ich in einer Woche 600 bis 700 Klicks hatte, mittlerweile enttäuscht, wenn es weniger als 3000 sind.“ Andreas Lemke hat sich mit seiner Facebook-Seite „Lemmilemkes Fußballecke“ einen Namen unter den Fußballern des Heidekreises gemacht.

Alles begann vor vier Jahren, als der dreifache Familienvater über Facebook die Ergebnisse der Fußball-Bundesliga kommentierte und sich vor allem über den Hamburger SV lustig machte. „Bekannte meinten dann, meine Sprüche wären genial und ich sollte eine eigene Seite aufmachen.“ Damit war „Lemmilemkes Fußballecke“ geboren. Andreas Lemke, der zumindest auf dem Sportplatz nur auf seinen Spitznamen „Lemmi“ hört, startete dann mit Spielberichten über die Mannschaften des TSV Wietzendorf, vorrangig über die 1. Herren. Ergänzt wurden sie zuerst mit Fotos vom Handy, das dann von einem Fotoapparat abgelöst wurde. Mittlerweile ist der 36-Jährige mit zwei Actioncams unterwegs, die er hinter dem Tor postiert, und einer neuen Videokamera, mit der er die Spiele von der Seitenlinie aus filmt. „Das Auto ist voll, wenn ich zu den spielen fahre“, lacht Lemke. Dies liegt aber nicht nur am Equipment, sondern auch an seiner Tätigkeit als Betreuer der Mannschaft.

Nachdem er in seinen Anfängen noch belächelt wurde, freuen sich nun die Mannschaften, wenn er kommt. Lediglich einmal gab es ein Problem. In der vergangenen Saison wollte ein Spieler von Germania Walsrode II nicht, dass er gefilmt wird. Andreas Lemke fügte sich diesem Wunsch, baute seine Gerätschaften wieder ab, obwohl er das Recht, zu filmen, gehabt hätte, da er über eine Gemehmigung des Inhabers der Filmrechte im Amateurfußball, das DFB-Ergebnisportal fussball.de, verfügt. Ärgerlich für den Wietzendorfer war, dass der betreffende Spieler nach 17 Minuten wegen Verletzung ausschied. „Eine Woche später haben wir uns wiedergetroffen und er hat sich für sein Verhalten entschuldigt.“

Das technische Know-how hat sich der Wietzendorfer selber angeeignet. Daher benötigte er in den Anfangszeiten auch noch rund sieben Stunden, bis ein Film online gehen konnte, mittlerweile sind es „nur“ noch drei. „Ohne meine Frau Daniela würde es nicht gehen“, ist er froh über ihr Verständnis für sein Hobby, von dem er träumt, irgendwann einmal leben zu können. Zurzeit verdient er mit der „Fußballecke“ keinen Pfennig. Doch er hat den festen Vorsatz: „Ich will groß werden.“ Erste Schritte hat er dafür bereits gemacht, seine Seite ist nicht nur auf Facebook zu finden, sondern auch auf YouTube – und es gibt eine eigene App. „Denn ich will auch die erreichen, die nicht bei Facebook sind.“

Unter anderem über den ehemaligen Sky-Reporter Rolf Fuhrmann hofft Andreas Lemke Kontakte zu Bundesliga-Profis zu bekommen, die sich für seine allwöchentliche Serie „Lemmi trifft“ für ein Interview zur Verfügung stellen. Bislang waren es vor allem Wietzendorfer Akteure, die sich zunächst geziert hatten, mittlerweile aber daraum fast reißen, mit ihm rund sechs Minuten vor der Kamera zu diskutieren. Mit einer Ausnahme, die auch das bisherige Highlight der „Fußballecke“ war. Über 20.000 Klicks erreichte Lemke mit dem Gespräch, das er vor einigen Wochen mit Torsten Lieberknecht geführt hatte. Der Trainer des Zweitligisten Eintracht Braunschweig urlaubte mit seiner Familie im Südsee-Camp und lief dem 36-Jährigen fast direkt vors Fahrrad. „Die ganze Familie ist sympathisch und total locker“, freute er sich, dass sich der Coach für das zwanglose Gespräch spontan bereit erklärt.

Nicht nur dieses Erlebnis hat bei Andreas Lemke den Wunsch nach Mehr geweckt. „In Wietzendorf ist meine Arbeit zur Normalität geworden“, bedauert er schon ein wenig, dass die meisten Likes nicht mehr aus seinem Heimatort kommen. Daher möchte er seine „Fußballecke“ auf den gesamten Kreis ausdehnen. Seine Idee ist, dass er von dienstags bis donnerstags vier Spiele zur Auswahl stellt, von denen er am Sonntag dann die Partie mit den meisten Klicks besucht. Darauf werden die Fußballfreunde und Spieler aber zumindest noch ein Jahr warten müssen, denn zumindest noch in dieser Saison wird Lemke nicht nur Kameramann, sondern auch weiterhin Betreuer der ersten Wietzendorfer Herren in der Kreisliga sein.

(rie)

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