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80 Prozent der Bürger sind für ein Kultur- und Veranstaltungszentrum

23. September 2018

Dorf- und Vereinsgemeinschaft Otersen stellt Optionen vor und erhebt Meinungsbild

Fast zwei Jahre nach der Schließung des Niedersachsenhofes mit Saal und Theaterbühne macht sich Otersen auf den Weg, um ein „Kultur- und Veranstaltungszentrum“ zu schaffen. 80 Prozent der Teilnehmer der jüngsten Informationsveranstaltung antworteten mit „Ja“ und dokumentierten „WIR wollen anpacken“. 20 Prozent der anwesenden Einwohner sahen dafür keine Notwendigkeit. Mit 67 Prozent wurde der Ankauf und die Renovierung des Niedersachsenhofes favorisiert.
Dieter Bergstedt als 1. Vorsitzender der Dorf- und Vereinsgemeinschaft (DVG) erinnerte an fast zehn Beratungen der Oterser Vereinsvorstände in den Sitzungen der DVG, dem Dachverband von Schützenverein, TSV, Feuerwehr, Heimat- & Fährverein, Dorfjugend und Speeldeel. Seit der Schließung des Niedersachsenhofes aus Altersgründen Ende 2016 „haben wir immer auf einen Verkauf oder zumindest auf eine Verpachtung an einen Gastwirt und die Wiedereröffnung des Niedersachsenhofes gehofft“, betonte Bergstedt. Diese Hoffnungen tendierten mittlerweile gegen null.
„Ist ein Kultur- und Veranstaltungszentrum erstrebenswert. Wollen WIR es anpacken?“, lautete die entscheidende Frage. Bevor die Antworten darauf gegeben werden sollten, folgten aber viele Informationen, die von Günter Lühning, dem stellvertretenden Vorsitzenden der DVG, ausführlich vorgetragen wurden. Zunächst wurde aufgelistet, welche Kultur- und Informationsveranstaltungen sowie kleine und große Familienfeiern früher in Otersen möglich waren und heute nicht mehr stattfinden können.
Drei Alternativen wurden in den letzten Jahren immer wieder diskutiert. Ursprünglich sei der Ausbau einer Scheune favorisiert worden. Geprüft wurde auch die Option Neubau, die aber praktisch aufgrund der mit über 800.000 Euro zu teuren Baukosten jetzt verworfen wurde. Die dritte Option „Kauf des Niedersachsenhofes“ sei ursprünglich kritisch beurteilt worden, weil die gesamte Nutzfläche über 800 qm beträgt und den Bedarf deutlich übersteige. Günter Lühning präsentierte deshalb einen Lösungsvorschlag mit einer Zwei- oder Dreiteilung des 6.000 qm großen Grundstückes mitten im Ortszentrum.
Das separate Wohnhaus am Heerweg sollte vorab für knapp 100.000 Euro verkauft werden. Wünschenswert wäre, den vorderen Gebäudeteil mit Gaststube und Clubraum und der Wohnung im Dachgeschoss ebenfalls vorab zu verkaufen. Für den Niedersachsenhof gab es in den letzten zwei Jahren Kaufinteressenten aus der Gastronomie – letztlich sei es aber nicht zu einem Kaufvertrag gekommen, weil ein neuer Gastwirt nicht über 800 qm Nutzfläche benötigt. Jetzt hoffen die Oterser, das sich bei einer Aufteilung und Verkleinerung doch noch ein Käufer aus der Gastronomie findet. Der könnte bei größeren Feierlichkeiten den Kultursaal nach Bedarf pachten. Zweite Alternative sei die Ansiedlung einer Senioren-Tagespflege-Einrichtung im vorderen Gebäude. Für die öffentliche Nutzung würden rund 5.000 qm Grundstück und 470 qm Nutzflächen im großen Saal mit Theaterbühne, im kleinen Saal und in zwei Nebengebäuden verbleiben.
Nach den ersten Baukosten-Schätzungen für Umbauten und Modernisierungen betragen die Gesamtkosten etwa 470.000 Euro. Günter Lühning skizzierte einen Finanzierungsplan und hoffte auf Fördermittel aus der Dorferneuerung in der Dorfregion von Bierde bis Wittlohe sowie auf Zuschüsse der Gemeinde Kirchlinteln. Um das Gesamtpaket finanziell stemmen zu können, empfiehlt die Dorf- und Vereinsgemeinschaft der Gemeinde, den jetzigen, gemeindeeigenen Dorfplatz (mit Ausnahme des Häuslingshauses) gegen das Niedersachsenhof-Grundstück zu tauschen. Nach Aufstellung eines Bebauungsplanes für den 6.000 qm großen Dorfplatz könnten hier dorfgerecht gestaltet einige Wohnhäuser errichtet werden. Der Verkaufserlös für die Bauplätze könnte dann in die Finanzierung eines Kultur- und Veranstaltungszentrums (KVZ) einfließen. Ein KVZ auf dem Niedersachsenhof-Grundstück biete auch Synergie-Effekte im Ortszentrum, weil sich hinter dem Niedersachsenhof das gemeindeeigene Grundstück „Dorfhaus Alte Schule“ mit Kindertagesstätte und Sportraum befindet. Für ein KVZ müssten in jedem Fall 30 Parkplätze auf dem jeweiligen Grundstück geschaffen werden. Das sei hinter dem Saal-Gebäude problemlos möglich und diese Parkplätze könnten dann auch für Kindertagesstätte und Sportraum genutzt werden.

(stl)

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