Das Aufspüren der Kitze vor dem Mähen hat sich mit der Wärmebildkamera bewährt. Fotos: Dr. Kai Riedel

15 Kitze durch Drohneneinsatz gerettet

4. Juni 2017

In Benzen praktizieren Landwirte und Jäger ein perfektes Zusammenspiel

Benzen (so). Wenn die Rehe ihre Kitze ablegen, ist es ihnen wichtig, dass diese nicht von Beutetiere gefunden werden. Beliebte Deckung ist dabei das hohe Gras, das kurz vor der Mahd steht. Auch wenn jetzt Jäger und Landwirte zuvor die Wiesen absuchen, werden nur selten alle Kitze gefunden, weil diese sehr gut versteckt sind. In Folge werden die jungen Rehe Opfer der Mähwerke. In Benzen haben sich jetzt Jäger und Landwirte gegen dieses Risiko zusammengetan und agiert. Einer der Jäger kaufte sich eine Drohne mit Wärmebildkamera. Ein Weg, der relativ teuer aber höchst erfolgreich ist.

„Wir haben beim Einsatz dieser Technik 15 Rehkitze gefunden, die wir so retten konnten“, erzählt ein Benzer Jäger, der hier ausdrücklich die Landwirte lobte, die vor dem Mähen rechtzeitig Bescheid gaben. Mit fünf Personen wurde dann am frühen Morgen, als der Unterschied zwischen äußerer Temperatur und Körpertemperatur der Kitze am höchsten ist, die Wärmebildkamera an der Drohne eingesetzt. Innerhalb von nur etwa fünf Minuten ist ein Hektar von der Kamera abgesucht und die Wärmepunkte sind registriert. Natürlich erfordert die Technik eine vorherige sorgfältige Kartierung.

Die anschließende Suche ist schnell abgewickelt. „Wir stellen dann Luftballon an Stäben an die Stellen mit den Kitzen, überdecken sie mit Waschkörben und lassen darum herummähen“, schildert ein Jäger. Später holen die führenden Ricken ihre Kitze dann aus der Wiese, wenn die Wäschekörbe abgedeckt sind. Zwar ist die Einsatzzeit einer Drohne durch die begrenzte Energie nur etwa 15 Minuten lang. In der Zeit lassen sich aber schon achtbar große Flächen erfassen. Zudem gibt es Wechselakkus, die für Energienachschub sorgen. Die Benzer Jäger und Landwirte, die ausgesprochen zufrieden mit dieser Vorsuche waren, hoffen nun, dass die Methode auch in anderen Regionen angewendet wird, um möglichst vielen Jungtieren das Leben zu retten.

Fotos: Dr. Kai Riedel

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